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Marcus Tullius Cicero: Über die Kunst ein Freund zu sein Alte Weisheiten für wahre Freundschaft von Cicero (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.08.2019
  • Verlag: FinanzBuch Verlag
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 19.08.2019 per Download lieferbar

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Marcus Tullius Cicero: Über die Kunst ein Freund zu sein

In Zeiten von Social Media, Online-Dating und sozialer Vereinzelung gerät die Idee wahrer, dauerhafter Freundschaft immer mehr in den Hintergrund. Gleichzeitig ist die Suche nach einem echten Freund wichtiger denn je. Dieses Büchlein ist der Klassiker zu dem Thema, es enthält grundlegende Ratschläge des berühmten römischen Politikers und Philosophen Cicero. Er zeigt mit Witz, Weisheit und Eloquenz, wie man Freunde findet, behält und wertschätzt. Ohne sie, so Cicero, ist das Leben nichts wert. Geschrieben 44 v. Chr., hat sein Werk mit dem ursprünglichen Titel De Amicitia seit mehr als zweitausend Jahren inspiriert. Die neue englische Übersetzung von Philip Freeman wird hier erstmalig auf Deutsch veröffentlicht, wobei der lateinische Text ebenfalls im Buch enthalten ist. Zudem macht die Einführung Freemans Lust auf die Lektüre. Philip Freeman ist Autor zahlreicher Bücher wie 'Julius Caesar', 'Searching for Sappho' und 'Oh My Gods: A Modern Retelling of Greek and Roman Myths'. Er ist Inhaber des Fletcher-Jones-Lehrstuhls für Western Culture an der Pepperdine University in Malibu, Kalifornien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 19.08.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960923435
    Verlag: FinanzBuch Verlag
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Marcus Tullius Cicero: Über die Kunst ein Freund zu sein

EINLEITUNG

Der beste Freund des Marcus Tullius Cicero wurde Atticus genannt.

Sein tatsächlicher Name lautete Titus Pomponius, aber er nahm den Namen Atticus wegen seiner Liebe zu Griechenland und insbesondere zur Stadt Athen in der Region Attika an, wo er viele Jahre seines Erwachsenenlebens verbracht hatte. Er und Cicero wurden schon als junge Männer zu engen Freunden, eine Freundschaft, die während ihres langen Lebens Bestand hatte. Cicero ging ganz in der römischen Politik auf und verbrachte einen Großteil seiner Lebenszeit während des ersten Jahrhunderts vor Christus in dieser turbulenten Stadt, die eine Zeit ungeheurer Umbrüche und den Bürgerkrieg erlebte. Atticus hingegen beobachtete die römische Politik aus sicherer Entfernung. Aber obwohl er in Athen lebte, hielt er engen Kontakt mit den führenden Köpfen beider Seiten in Rom. Obwohl sie häufig getrennt waren, hatten Cicero und Atticus im Laufe der Jahre einen regen Briefverkehr, aus dem hervorgeht, wie sehr die Freunde einander zugetan waren.

Im Jahre 44 vor Christus war Cicero in den Sechzigern - nach römischen Maßstäben ein alter Mann - und lebte auf seinem Gut außerhalb von Rom. Durch die Diktatur Julius Caesars war ihm jegliche politische Macht genommen worden. Um den Schmerz des Exils und des kurz zuvor erfolgten Verlusts seiner geliebten Tochter zu lindern, wandte er sich der Schriftstellerei zu. Innerhalb weniger Monate brachte er einige der lesenswertesten und einflussreichsten Essays hervor, die jemals verfasst wurden. Die Themen umfassten eine ungeheure Bandbreite, angefangen von Aufsätzen über die Natur der Götter und über die angemessene Rolle der Regierung bis hin zu den Freuden des Alters und dem Geheimnis, wie man das Glück im Leben findet. Zu diesen Arbeiten gehörte auch ein kurzer Essay über die Freundschaft, den er Atticus widmete.

Über die Freundschaft - oder auf Lateinisch De Amicitia - ist zweifellos das beste Buch, das jemals zu diesem Thema geschrieben wurde. Der von Herzen kommende Rat ist ehrlich und auf eine Weise bewegend, wie wenige antike Werke es sind. Einige Römer betrachteten damals die Freundschaft vornehmlich auf praktischer Ebene, und zwar als eine Beziehung zwischen Menschen, die zum gegenseitigen Vorteil gereicht. Cicero bestreitet nicht, dass solche Freundschaften wichtig sind, aber seine Definition geht weit über das Nützliche hinaus. Er lobt eine tiefere Art von Freundschaft, in der zwei Menschen ineinander ein weiteres Selbst finden, das weder Profit noch Vorteil aus dem anderen ziehen will.

Griechische Philosophen wie Platon und Aristoteles hatten schon Hunderte von Jahren zuvor über die Freundschaft geschrieben. Tatsächlich wurde Cicero von ihren Schriften stark beeinflusst. Aber Cicero geht noch über seine Vorgänger hinaus und schafft in seinem kurzen Werk einen fesselnden Ratgeber, wie wir jene Menschen in unserem Leben finden, halten und wertschätzen, die wir nicht wegen dem an uns binden, was sie uns geben können, sondern weil wir mit ihnen seelenverwandt sind.

Der fiktionale Rahmen des Buches ist eine Diskussion, die viele Jahre zuvor, im Jahre 129 vor Christus stattfand, und zwar zwischen einem betagten römischen Feldherrn und Redner namens Gaius Laelius und seinen beiden jüngeren Schwiegersöhnen, Gaius Fannius und Quintus Mucius Scaevola. Laelius ist in Trauer, da er seinen besten Freund Scipio Africanus vor wenigen Tagen verloren hat. Die beiden jüngeren Männer bitten Laelius, ihnen zu berichten, was er und Scipio in ihrer gemeinsamen Lebenszeit über wahre Freundschaft gelernt haben - eine Bitte, der der ältere Mann nach anfänglichen Protesten nachkommt. Cicero sagt, dass Scaevola ihm selbst wiederum Jahrzehnte später enthüllte, was er an jenem Tag erfuhr. Cicero war der junge Mann, der in jener Zeit zu Füßen des Scaevola saß und von ihm lernte. Damals war Letzterer ein älterer Politiker und angesehener Anwalt. Cicero hält also für seinen Fre

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