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Nomoi - Die Suche nach der bestmöglichen Staatsverfassung Staatstheorie: Das Ziel der Gesetzgebung + Lehren aus der Geschichte + Die Staatsgründung + Die staatliche und soziale Ordnung von Platon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.11.2014
  • Verlag: e-artnow
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Nomoi - Die Suche nach der bestmöglichen Staatsverfassung

Dieses eBook: 'Nomoi - Die Suche nach der bestmöglichen Staatsverfassung' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Das Thema des Dialogs ist die Suche nach der bestmöglichen Staatsverfassung und deren Ausgestaltung im Detail. Zunächst werden Zielsetzung und Prinzipien einer umsichtigen Gesetzgebung besprochen und historische Beispiele herangezogen, dann wendet sich das Gespräch konkreten Einzelheiten der Beschaffenheit eines optimal eingerichteten Staates zu. Es wird erörtert, unter welchen Voraussetzungen ein solcher Staat entstehen könnte und wie das Zusammenleben seiner Bürger zu regeln wäre. Angestrebt wird diejenige Verfassung, die den Bürgern dauerhaft die günstigsten Lebensverhältnisse gewährleistet. Die aret? (Tüchtigkeit, Tugend) der Bürger ist das Staatsziel, dem alles untergeordnet wird. Das fiktive, literarisch gestaltete Gespräch über Staatstheorie ist Platons umfangreichste Schrift. An der Diskussion sind drei alte Männer beteiligt: der Kreter Kleinias, der Spartaner Megillos und ein Athener, dessen Name nicht genannt wird. Platon (428/427 v. Chr.-348/347 v. Chr.) war ein antiker griechischer Philosoph. Er war Schüler des Sokrates, dessen Denken und Methode er in vielen seiner Werke schilderte. Die Vielseitigkeit seiner Begabungen und die Originalität seiner wegweisenden Leistungen als Denker und Schriftsteller machten Platon zu einer der bekanntesten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Geistesgeschichte.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 540
    Erscheinungsdatum: 14.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026826293
    Verlag: e-artnow
    Größe: 759 kBytes
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Nomoi - Die Suche nach der bestmöglichen Staatsverfassung

Zweites Buch

Inhaltsverzeichnis

DER ATHENER: Nun müssen wir aber, wie es scheint, noch weiter untersuchen, ob Trinkgelage, wenn man die richtige Anwendung von ihnen macht, bloß diesen Vorteil gewähren, daß sie Gelegenheit zur Prüfung unserer Charaktere geben, oder ob noch sonst irgend ein erheblicher Nutzen in ihnen enthalten ist, welcher einer ernsthaften Erwägung verdient. Was sagen wir also dazu? Er ist in ihnen enthalten, wie mich unsere Untersuchung ahnen läßt, in welcher Art und Weise aber, wollen wir sehen, indem wir darauf achten uns durch dieses Ahnen nicht täuschen zu lassen.

KLEINIAS: So sprich denn.

[B] DER ATHENER: Ich wünschte also, daß ihr es euch ins Gedächtnis zurückrufen möchtet, was wir unter der richtigen Erziehung glaubten verstehen zu müssen. Denn ihre Erhaltung ist, wie mich wenigstens jetzt bedünken will, von der richtigen Anordnung solcher Gesellschaften abhängig.

KLEINIAS: Das will viel sagen.

DER ATHENER: Ich behaupte nämlich, daß Lust und Unlust der Kinder die ersten kindlichen Empfindungen seien, und daß Tugend und Untugend zuerst in dieser Gestalt in die Seele eintreten, ja daß es noch ein Glück ist, wenn vernünftige Einsicht und bleibende richtige Vorstellungen einem auch nur erst gegen das Alter hin zu Teil werden. Vollkommen freilich ist ein Mensch erst dann, wenn er zum Besitz dieser und aller in ihnen begriffenen Güter gelangt ist. Unter [B] Erziehung verstehe ich daher die Tugend in der Gestalt in welcher die Kinder sie zuerst empfangen, wenn nämlich eben, noch ehe sie die Vernunft zu gebrauchen im Stande sind, Lust und Liebe so wie Schmerz und Haß auf die rechte Weise in ihren Seelen erregt werden. Wenn sie aber sodann als Erwachsene dieselbe zu gebrauchen gelernt haben und dann eben in Folge jener ihnen zu Teil gewordenen richtigen und zweckmäßigen Gewöhnung diese Regungen in ihnen mit derselben übereinstimmen, so schließt diese Übereinstimmung die gesamte Tugend ein. Denjenigen Teil von der letzteren aber, welcher in der empfangenen richtigen Pflege von Lust und Unlust besteht, [C] in Folge deren man gleich von Anfang an bis zum Ende haßt was hassens- und liebt was liebenswert ist, ich sage, wenn man eben hierauf die Erziehung sich erstrecken ließe, so würde man wenigstens meiner Meinung nach die Erziehung richtig benennen.

KLEINIAS: Auch uns, Freund, scheint sowohl das früher als auch das jetzt über die Erziehung Gesagte richtig zu sein.

DER ATHENER: Gut denn. Von dieser richtigen Leitung von Lust und Unlust, welche sie empfangen haben und in welcher die Erziehung besteht, pflegen nun aber die Menschen im Verlauf ihres Lebens in vielen Stücken wieder abzuweichen [D] und lassen sich verderben, und die Götter, des zu Mühsal geborenen Menschengeschlechts sich erbarmend, haben ihm daher nicht bloß zur Erholung von derselben ihrer Feste stete Wiederkehr verordnet, sondern auch die Musen und Apollon den Musenführer und den Dionysos zu Festgenossen gegeben, damit die Menschen so durch das Zusammensein mit den Göttern an den Festen wenigstens die Erziehung wieder in ihren früheren Zustand zurückführen lernten. Wir müssen nun aber zusehen, ob das was unsere Rede nun künden will wirklich der Natur der Sache gemäß als wahr [E] anzusehen ist, oder ob es anders damit steht. Sie behauptet nämlich jetzt daß, geradezu gesagt, alles was noch jung ist seinem Körper und seiner Stimme keinen Augenblick Ruhe zu lassen vermag, sondern sich beständig zu bewegen und Töne hervorzubringen sucht und bald hüpft und springt und vor Lust gleichsam scherzhafte Tänze aufführt, bald in alle möglichen Töne ausbricht. Die andern lebenden Wesen nun, behaupten wir ferner, haben keine Empfindung für die Ordnung oder Unordnung in den Bewegungen, für das was wir Rhythmus und Harmonie nennen, für uns aber sind eben dieselben Götter welche, wie schon gesagt, uns zu Festgenossen gegeben sind, auch zugleich die Geber des Gefühls f

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