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Der liebe Gott Allahu akbar Abschied von den Göttern von Aurelio, Tullio (eBook)

  • Verlag: neobooks Self-Publishing
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Der liebe Gott Allahu akbar

Wie ist das Schicksal von Ödipus und Sisyphos ohne die Mitwirkung eines mythischen Gottes zu erklären, da es bekanntlich weder Apollon noch Zeus als deren Anstifter gegeben hat? Und wie wäre das Schicksal Ijobs zu erklären, wenn Jahwe und Satan ähnliche mythische Fantasieprodukte der Menschen wären wie Apollon und Zeus? Eines Morgens wachen wir auf, und siehe da, die Welt kennt keine Religion, und keine Missetat geschieht im Namen irgendeines Gottes, wie sich Richard Dawkins in seinem Werk Der Gotteswahn' erhofft. Die Frage ist, ob dann in der Welt ohne Religion auch kein Krieg, kein Mord, keine Bosheit festzustellen wären. Die Antwort ist eindeutig ein Nein, denn Gutes und Böses sind nicht von irgendeinem Gott gewollt oder verschuldet, sondern von den Menschen selbst. Der Verzicht auf die Religionen wäre eine konsequente Schlussfolgerung aus dem Eingeständnis des Menschen, dass er mit seinen Erkenntnismitteln Gott, wenn es ihn gibt, nicht erfahren kann. Die Gottesbilder sind Selbstbilder des Menschen, keine Bilder eines Gottes. Auch die Gottesbilder der Offenbarungsreligionen ähneln sehr stark menschlichen Gesichtszügen wie sonstige Projektionen des Menschen. Auch der Gegenstand des Kultes ist ein Selbstbild des Menschen. Diese Erkenntnis führt den Menschen nicht zwangsläufig dazu, auf Religion und Kult zu verzichten, denn der Kult schenkt den Menschen das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Der Kult mag zwar ohne Gegenstand sein, aber er hat auf die Gläubigen eine wohltuende Wirkung wie ein Placebo ohne Wirkstoff. Dieses Buch ist eine Ermutigung zum Verzicht auf die Religion und den Kult. Für das Gute und das Böse in der Welt sind ohnehin die Menschen zuständig. Durch den Verzicht auf die Religion würden die Menschen dafür auch die Verantwortung übernehmen. Tullio Aurelio, geb. 1945, war bis Oktober 2007 Leiter des Patmos Verlags in Düsseldorf. Bis Juli 2015 leitete er dann den Karl Rauch Verlag. Dort pflegte er die Werke von Saint-Exupéry, besonders den Kleinen Prinzen und brachte selbst einen Immerwährenden Kalender mit Texten von Saint-Exupéry heraus. Weitere Werke von ihm sind: 'Gott, Götter und Idole', 'Wir sterben und wissen nicht wohin', 'Die letzte Beichte von Maria Magdalena', sowie eine eigene Übersetzung vom Kleinen Prinzen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 325
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783742707307
    Verlag: neobooks Self-Publishing
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Der liebe Gott Allahu akbar

Der janusköpfige Gott

Der liebe Gott, Allahu akbar, Gott mit uns

Der charismatische Pastor war es gewohnt, dass die Menschen gerne zu seinen Gottesdiensten kamen, und er genoss deren Anwesenheit in der gleichwohl selten überfüllten Kirche. Die Gläubigen waren von seinen Predigten begeistert, nicht weil er besonders tiefe theologische Interpretationen der biblischen Texte geben würde, sondern weil er stets vom lieben Gott sprach und dabei seine Zuhörer anlächelte und aufmunterte: Der liebe Gott mag uns, er hat uns gern, er lässt uns nicht allein, wiederholte er in seinen Ansprachen überzeugt und überzeugend.

Er selbst war von diesen Aussagen nicht nur überzeugt, er wurde davon getragen: Er setzte in seiner Stadt viele Initiativen in Bewegung, um im Namen des lieben Gottes, sozusagen als dessen sichtbare rechte Hand, Benachteiligten zu helfen.

Er war das spirituelle und soziale Herz seiner Stadt, und die begeisterte Zuneigung machte mit der Zeit viele Menschen zu richtigen Fans von ihm. Nach seiner Pensionierung, um die Bedürfnisse seiner Anhängerschaft, aber auch seine persönlichen, zu befriedigen, zog er sich nicht ganz zurück, sondern richtete sich in einer Nebenkapelle in der gleichen Pfarrei ein und feierte dort für seine eigene Gemeinde, inbrünstig und menschennah wie immer, den Gottesdienst, obwohl in der Zwischenzeit in der Pfarrkirche ein Nachfolger tüchtig das Weihrauchfass schwenkte: Die große Pfarrkirche ohne ihn schien für seine Fans nicht mehr attraktiv und sie wanderten lieber zur Nebenkapelle. Er wurde lange noch nach seiner Pensionierung gebeten, Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen zu übernehmen. Übernahm er sie, was oft und gern auch geschah, waren die Menschen, sehr mit ihm, mit sich selbst und dem lieben Gott zufrieden. Gegenüber seinen Nachfolgern wollte sich keine richtige Begeisterung einstellen, und man dachte nostalgisch an die früheren Zeiten zurück.

Bei dieser Schilderung kommen verschiedene Aspekte zur Sprache, die für das religiöse Phänomen typisch sind: die wohltuende Überzeugung, dass Gott die an ihn glauben, liebt und zu ihnen steht, die charismatische Anziehungskraft eines Kultvorstehers, der die zentralen Überzeugungen des Glaubens vermittelt und sie selbst persönlich so vertritt, dass er zu einer Art Guru der Gemeinde wird, und die Bildung einer Gemeinde von Anhängern, die sich, nicht selten, sich sogar zu echten Fans entwickeln.

Diese Deutung mag einseitig sein und zu kurz kommen. Der Mann, der 'Gottesmann', von dem hier die Rede ist, hat tatsächlich seinen Glauben mit Überzeugung gelebt, und sein soziales Werk überdauerte ihn.

Es stellt sich allerdings doch die Frage, ob die Tatsache, dass dieser Mann so gelebt hat, wie er glaubte und predigte, beweist, dass Gott wirklich lieb ist und uns gern hat. Man kann auch im eigenen Leben persönlich erfahren, dass Gott gelegentlich auf eine Art und Weise lieb ist, die dem Menschen wenigstens vordergründig gar nicht hilft. Allzu oft kann man beobachten, dass der liebe Gott mit seiner Liebe sehr wählerisch ist, dem einen Liebe schenkt, dem anderen keine. In der Welt und im Leben der Menschen ist eine andere Seite der Realität zu beobachten, die in der Liturgie nicht oft gepriesen wird. Das Leben bringt vielen Menschen oft dazu, mit dem lieben Gott zu hadern.

Allahu akbar! Keine Angst, es wird hier nicht zu einer Schlacht gerufen. Allahu Akbar ist originär auch kein Schlachtruf, möge es heute vielen so vorkommen.

"Allahu Akbar" ist ein zentraler Begriff im Islam und wird auf verschiedene Weisen und zu verschiedenen Anlässen verwendet. Der Spruch hat eine ähnliche Bedeutung wie der deutsch-christliche Begriff vom lieben Gott: Allahu Akbar rufen die Muslime zu Beginn des Gebetes, das sie daran erinnert, dass sie in Demut leben sollen und nur die Größe Allahs anbeten dürfen. Allahu Akbar rufen gläubige Muslime, wenn bei einem Unglüc

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