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Arthur Schopenhauer zur Einführung von Spierling, Volker (eBook)

  • Verlag: Junius Verlag
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Arthur Schopenhauer zur Einführung

Der Philosophie Arthur Schopenhauers liegt ein einziger Gedanke zugrunde. Der Titel des Hauptwerks 'Die Welt als Wille' und Vorstellung formuliert ihn bündig: Er besagt, dass 'diese Welt, in der wir leben und sind, ihrem ganzen Wesen nach, durch und durch Wille und zugleich durch und durch Vorstellung ist'. Was das heißt, erläutert Volker Spierling in dieser Einführung, indem er dem von Anfang an pessimistischen Grundgedanken durch das Gesamtwerk Schopenhauers folgt und ihn kapitelweise entfaltet. Volker Spierling lebt als Wissenschaftspublizist und Dozent für Philosophie in Tübingen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783960600862
    Verlag: Junius Verlag
    Größe: 445 kBytes
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Arthur Schopenhauer zur Einführung

2. Wegbereitende Schriften

Ueber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde

Die Schrift Ueber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde mit dem Untertitel Eine philosophische Abhandlung ist eine Theorie der Erkenntnis. Schopenhauer versteht sie als "Einleitung und Propädeutik" zu seinem Hauptwerk. Sie steht in der Tradition von Kants Kritik der reinen Vernunft und bildet den erkenntnistheoretischen Unterbau des Systems. Die ursprünglich 1813 als Dissertation abgefasste Schrift wird in der zweiten Auflage von 1847 erheblich überarbeitet, ergänzt und dem Hauptwerk angepasst. Dabei wird vor allem ein zusätzlicher, materialistisch-physiologischer Blickwinkel eingearbeitet, der Kants Position fundamental korrigiert und erweitert. Der Gesichtspunkt der Genese von Erkenntnis wird gegenüber dem ihrer Geltung stärker gewichtet. Durch die Überarbeitung, die auch Bezüge zur Metaphysik ins Spiel bringt, wird die Abhandlung äußerst komplex und vielschichtig. Aus der Einleitungsschrift der Dissertation ist jetzt eine "kompendiose Theorie des gesammten Erkenntnißvermögens" (G, Vorr., VII) geworden, wie es in der zweiten Auflage heißt. Um diese Theorie wirklich verstehen zu können, sind nunmehr auch Kenntnisse des Hauptwerks erforderlich. Insofern gehört die überarbeitete Abhandlung sowohl zu den wegbereitenden Schriften wie auch zu den ergänzenden Schriften.

Wichtige Stellen der zweiten Auflage sind:

16, 20, 21, 43, 52. Schopenhauer selbst betont mehrfach die Wichtigkeit von
21. Im
43 spricht er vom "Grundstein meiner ganzen Metaphysik". - Aufschlussreich für die Entwicklungsgeschichte der Abhandlung ist die von Schopenhauer 1820 gehaltene große Vorlesung in Berlin, in der er noch einmal mit sehr klaren Formulierungen seine Dissertation ausführlich darlegt, worauf er in seinem Hauptwerk verzichtet. Durch diese Darlegung wird auch ersichtlich, an welcher Stelle und auf welche Weise Schopenhauer die Schrift in sein System integriert. (Vgl. VN I, Kap. 4, 442-517) - Zur weiteren Vertiefung der Abhandlung, die eine Schlüsselrolle im Gesamtwerk spielt, kann das 22. Kapitel im zweiten Band der Welt als Wille und Vorstellung hilfreich sein, das den hinzukommenden materialistischen Blickwinkel explizit macht.

Grundlage aller Wissenschaft . Die Thematik der Dissertation, also die ursprüngliche Fassung von 1813, lässt sich knapp zusammenfassen. Der Satz vom Grund lautet: Alles, was ist, hat einen Grund, warum es ist. Jedes Objekt des Subjekts (=Vorstellung) steht zu einem anderen Objekt (Vorstellung) im Verhältnis der Abhängigkeit. Kein Objekt könnte sein, wie es ist, wenn nicht ein anderes wäre, wie es ist. Dieses andere heißt Grund, jenes Folge. Kein Objekt, keine Vorstellung kann etwas völlig für sich Bestehendes, Isoliertes, Abgerissenes sein. Dies wissen wir vor jeder Erfahrung mit strenger Notwendigkeit und Allgemeingültigkeit, mit anderen Worten a priori. Schopenhauer gibt ein Beispiel. Wir können uns zwar vorstellen, dass morgen das Gravitationsgesetz aufhört zu wirken, aber nicht, dass dies ohne Ursache geschieht. Bei jeder Vorstellung kann gefragt werden, warum das so ist. Das "Warum" ist daher die "Mutter aller Wissenschaften" oder der Satz vom Grund ist die "Grundlage aller Wissenschaft". (Vgl. G1,
4, 6 f.)

Der Satz vom Grund drückt die universale und notwendige Verbundenheit aller Objekte des Subjekts, d.h. aller Vorstellungen untereinander aus: "Alle unsre Vorstellungen stehn in einer gesetzmäßigen und der Form nach a priori bestimmbaren Verbindung." (G1,
16, 18) Diese allgemeine gesetzmäßige Verbindung nennt Schopenhauer die "Wurzel" des Satzes vom Grund.

Ziel der Dissertation ist es, nachzuweisen, dass der Satz vom Grund in vier verschiedenen Gestalten - in einer "vierfachen Wurzel"

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