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Ausgewählte Texte Mit einer Kurzbiographie von Willehad Paul Eckert von Albertus Magnus (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.11.2013
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Ausgewählte Texte

Die Philosophie und Theologie des Mittelalters ist untrennbar mit Albertus Magnus (um 1200 bis 1280), dem Lehrer des Thomas von Aquin, verbunden. Albertus Magnus war ein herausragender Vertreter der Scholastik, der die christliche Glaubenslehre durch eine originelle Aufnahme der aristotelischen Philosophie belebte und die nachfolgende Geschichte der Theologie wesentlich mitprägte. Bahnbrechend war er auch als an Empirie und Experiment orientierter Naturforscher. Die Aufgeschlossenheit für die Meinung Andersdenkender zeichnet den ?Doctor universalis? ebenfalls aus. Die hier vorliegende Auswahl aus den - als zweifelsfrei echt anerkannten - Schriften berücksichtigt die ganze Breite seines Werkes von der Naturkunde über die Philosophie bis zur Theologie. Albertus Magnus, geb. um 1200, gest. 1280, Mitglied des Dominikaner-Ordens. Einer der umfassendsten Gelehrten des Mittelalters und der erste große christliche Aristoteliker des Mittelalters; Lehrer an der Dominikaner-Universität in Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 265
    Erscheinungsdatum: 01.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534730643
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 1056 kBytes
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Ausgewählte Texte

LEBEN UND WERK DES HL. ALBERTUS MAGNUS

Von W ILLEHAD P AUL E CKERT

Wenigen Menschen erkennt die Geschichtsschreibung den Beinamen der Große zu. In der Regel sind es Persönlichkeiten des politischen Lebens. Die Fragwürdigkeit der Einschätzung als der Große wird auch bei diesen wenigen Persönlichkeiten nur zu oft deutlich, wenn der politischen die moralische Größe nicht entspricht. Dem Schwaben Albert von Lauingen wurde als einzigem Wissenschaftler der Beiname der Große zuerkannt, und er verdient ihn wirklich. Freilich bei Lebzeiten hat man ihn noch nicht so genannt, sondern erst im 14. Jahrhundert. Auch ist die Frage gestattet, was mit dem Prädikat "Magnus" gemeint ist. Bernhard Geyer, dem die Editio Coloniensis zu einem guten Teil verdankt wird, macht darauf aufmerksam, daß das Magnus zunächst wohl in der Wortverbindung magnus in philosophia oder magnus philosophus vorkam, bis dann die Beiworte gestrichen worden sind und nur das Magnus übrigblieb. Magnus in philosophia oder magnus philosophus wurden in dem Sinne gebraucht, wie im Matthäus-Evangelium (5, 19) der treue Gesetzeslehrer als groß im Himmelreich bezeichnet wird. Aber dann müßte die Verknappung auf die Bezeichnung Magnus eben doch im Sinne einer Hervorhebung des Außerordentlichen dieses Mannes und Heiligen interpretiert werden. Daß der Beiname Magnus auf einem Mißverständnis beruhen könnte, wie Bernhard Geyer ebenfalls zu bedenken gibt, einer Verlesung aus Magistri, scheint mir wenig wahrscheinlich, auch wenn zuzugeben ist, daß die in den Handschriften im Mittelalter üblichen Kürzungen Verlesungen nahelegen. Auch die Vermutung, daß die Bezeichnung, die Dante im 'Convivio' III, 5 wählt, De la Magna , das heißt aus Alemania oder Deutschland, in Magnus umgedeutet worden sei, hat m. E. etwas Gezwungenes. Tatsächlich ist Albert groß als Lehrer. Er war wirklich magnus in philosophia, weil er durch seine Aristotelesrezeption das philosophische Studium in so breitem Umfange für die mittelalterliche Theologie, insbesondere die Theologie seines Ordens, ermöglicht hat. Er war freilich nicht nur groß in der Philosophie, sondern bedeutender noch in seinen naturwissenschaftlichen Studien. Die eigentliche Größe aber dürfen wir darin sehen, daß er die sehr unterschiedlichen Wissensgebiete, die er beherrschte, zu einer Synthese zu bringen vermochte. Er war kein Polyhistor, kein Enzyklopädist, aber ein universal gebildeter Mensch. Einen Doctor universalis nannten ihn die Späteren. Sie treffen damit das Richtige, da in dem Beiwort universalis sowohl das Weitausgreifende, das Umfassende seines Wissens ebenso bezeichnet wird wie das Vermögen, zu einer Synthese zu gelangen.

Er selbst nennt sich zunächst Fr. Albertus de Lauging. So ist er urkundlich und auf einem eigenen noch in Abdruck erhaltenen Siegel bezeugt. Dieses Siegel führte er als Professor der Theologie. In späteren Jahren bezeichnete er sich als Albertus Coloniensis; denn Köln wurde ihm zur Wahlheimat. Viele Jahre seines Lebens hat er in dieser Stadt zugebracht, in ihr ist er gestorben und hat er sein Grab gefunden. Als Albert von Köln wird er auch in Dantes 'Divina Comedia', und zwar im zehnten Gesang des Paradiso bezeichnet. Welche Wertschätzung er schon zu Lebzeiten besaß, wird aus den Worten seines Schülers Ulrich von Straßburg deutlich, der ihn in seiner 'Summa de bono' als einen "vir in omni scientia adeo divinus ut nostri temporis stupor et miraculum congrue vocari possit" bezeichnet - als einen Mann, der in aller Wissenschaft geradezu göttlich war, so daß man ihn als das Staunen unserer Zeit und ein wirkliches Wunder bezeichnen konnte.

Gerne wüßten wir etwas Näheres über seine Herkunft und seine Jugend. Doch wir sind bei ihm wie bei vielen mittelalterlichen Persönlichkeiten auf Vermutungen und Schlußfolgerungen angewiesen. Nicht einmal das genaue Geburtsdatum steht fest. Die Angaben schwanken zwischen 1193 und 1207. Wahrschei

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