text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Mittsommer Vieles zusammengedacht von Heyse, Norbert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.07.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
19,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Mittsommer

Im Mittsommer zu philosophieren kann eine besondere Freude auslösen, denn das gefühlte Umfeld bereitet zusammen mit dem Wetter gute Voraussetzungen dafür. Denken und Sein, nicht nur im Frühsommer, spielen so in den Mittsommer hinein. Wer die Phänomene seiner Umwelt und des eigenen Seins auf sich wirken lassen will, darf sich auf die vielen Gedanken einlassen, die dieses Buch zusammengefasst darstellt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 412
    Erscheinungsdatum: 05.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741258138
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 617kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Mittsommer

3. Edmund Husserl, Martin Heidegger, Karl Rahner

Edmund Husserl (1859-1938) entwickelte ein Grundkonzept, an das Martin Heidegger anschloß. Karl Rahners Religionsphilosophie bediente sich dieser Vorlagen in einer Philosophie der hörenden Empfänglichkeit für zufälliges Geschehen.

Husserl schrieb "Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie", 1913; Martin Heidegger schrieb "Sein und Zeit", 1927; Karl Rahner veröffentlichte 1941 "Hörer des Wortes". Husserl entwickelte den Begriff der "phänomenologischen Reduktion" als ein Abziehen oder Wegnehmen von etwas. In früheren Überlegungen trat das Phänomen der Reduktion von Kontingenz auf, wobei es sich um eine Anbindung von Kontingenz an eine Instanz handelte, die absichtlich etwas tut.

Husserl knüpfte an die scholastische Unterscheidung des Seienden (ens) in essentia (Wesen, Was? Wesensgehalt einer Sache: Was ist das hier?) und existentia (daß, Dasein) an. Essentia und existantia machen zusammen die Sache aus. An den Dingen kommt aber noch etwas vor, was mit dem Wesen der Dinge nichts zu tun hat. So unterscheiden sich z.B. zwei Hunde in der Beinlänge oder Fellfarbe. Beide Merkmale gehören nicht zum Wesen der Hunde. Es gibt wesentliche und unwesentliche Eigenschaften. Wenn essentia und existentia ausschließliche Komponenten des Dinges sind, muß Existenz dann nicht für das Dasein verantwortlich sein und auch für Individuelles, Zufälliges? Das Problem der Kontingenz tritt wieder auf. Die antike Ontologie drückte das als Seinsmängel aus. Platon unterschied die Idee vom Einzelding, das eine Vervielfältigung der Idee mit unvollkommener Realisierung ist. Wenn alle Menschen vollkommen wären, dann wären sie nicht mehr unterscheidbar.

Frage: Wie verhalten sich Dasein und Individuelles auf der Seite der Existentia zueinander? Ist dasjenige, was für das Dasein verantwortlich ist, auch für das Individuelle verantwortlich? Es gibt offenbar ein Daseins- und Kontingenzverhältnis. Husserl stand in der Tradition Platons, indem er sagte, daß die Philosophie das Wesen von allem erkennen können soll. Die Philosophie hat es mit der Beantwortung von "Was-Fragen" zu tun und zielt auf die Wesenserkenntnis. Deshalb muß man das "Daß" weglassen, von der "existentia" absehen, um das Wesen zu erkennen. Wir glauben (belief), daß die Gegenstände existieren Seinsglauben. Das ist ein Glaube an die selbstverständliche Existenz der Welt. Wir inhibieren den Seinsglauben oder klammern ein oder schalten etwas aus. Nach der Ausschaltung der Existenz bleibt das Wesen übrig, die Wesensanschauung oder Wesensschau kann erfolgen. Das "ist" spielt eine Rolle. Im Urteilen hat "ist" zwei Funktionen:

die Subjekt-Prädikat-Verbindung, wobei das "ist" die Kopula ist und
unsere Annahmen von Existenz werden ausgesagt.
Husserl sagte, daß wir so urteilen müssen, daß nur die Kopula vorhanden ist. Eine Existenzbehauptung darf nicht ausgesagt werden. Wir stellen Subjekt-Prädikat-Beziehungen fest und kommen zu Wesensaussagen. Es läßt sich ein Inbegriff notwendiger Prädikate von zufälligen Prädikaten unterscheiden.

Woher kennen wir die Unterscheidung zwischen notwendigen und zufälligen Prädikaten? Aus der Wesensanschauung. "Das Dreieck ist rechtwinklig", ist keine notwendige Aussage, um von einem Dreieck zu sprechen, aber "die Summe zweier Seiten in einem Dreieck ist größer als die dritte Seite" ist eine notwendige Aussage. Nach Husserl gelangen wir zu Urteilen, indem wir uns vom Behauptungscharakter distanzieren, indem wir nicht sagen: "So ist es tatsächlich". Derartiger Behauptungen müssen wir uns enthalten, was in der Epoché geschieht. Sprachliche Gebilde, die keine Behauptungen, Fragen und Zweifel ausdrücken, bestimmen die Epoché. Die Inhibition des Seinsglaubens und die Epoché im Urteilen sind zwei Seiten des Vorganges, durch den man über die Wesensanschauung zu Wesensaussagen gelangen kann. Das aber ist ein s

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen