text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Unter dem westlichen Himmel Zen - Leben in unserer Welt von Hübner, Sabine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.08.2016
  • Verlag: Werner Kristkeitz Verlag
eBook (ePUB)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Unter dem westlichen Himmel

Der Westliche Himmel aus dem Titel dieses Buchs ist der geistige Bereich, aus dem laut buddhistischer Überlieferung der kommende Buddha erscheinen wird. Er soll im Westen unserer Welt, nämlich bei uns, geboren werden und uns ähnlich sehen. Tatsächlich lebt er bereits in uns allen und möchte nur entdeckt und verwirklicht werden, dies aber mitten im Leben, in unserem uns vertrauten Alltag! Unter diesem Himmel leben wir, und hiervon handelt dieses Buch. Es erzählt von unseren Angelegenheiten des täglichen Daseins, von Kummer und Schmerz, es handelt aber auch von dem Weg heraus aus allem Leid und in die Freude. Es ist ein wahres Lehrbuch der Lebenskunst nicht nur für Zen-Leute, sondern für Menschen aller Art: Sie alle haben das Zeug dazu, sich selbst zu finden und damit den Sinn und die Richtung für ihr Leben - in das wirkliche Glück hinein.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 328
    Erscheinungsdatum: 12.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783932337871
    Verlag: Werner Kristkeitz Verlag
    Größe: 3518 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Unter dem westlichen Himmel

Hinführung

Zen - was ist das? Kakua, der erste Japaner, der Zen in China studierte, wurde nach seiner Rückkehr vom Kaiser in Japan eingeladen, alles vorzutragen, was er in China gelernt hatte. Kakua zog eine Flöte aus seiner Robe, blies einen kurzen Ton, verbeugte sich höflich und ging hinaus. [1]

Als Bodhidharma nach China kam und der fromme Kaiser Wu, der zahlreiche Tempel erbaut und Klöster eingerichtet hatte, ihn nach der höchsten Wahrheit fragte, antwortete er: "Leere Weite, nichts ist heilig." Ihm werden auch die folgenden Zeilen über Zen zugeschrieben: "Eine besondere Überlieferung außerhalb der Schriften, unabhängig von Wort und Schriftzeichen: Unmittelbar des Menschen Herz zeigen, die eigene Natur schauen und Buddha werden." [2]

Hier sollte ein Zen-Lehrer aufhören zu reden. Obwohl der Dharma keine Verteidiger braucht und die Wahrheit nur im Dokusan-Raum erhärtet werden kann und nicht in polemischen Schriften, ist es doch immer wieder Aufgabe der Zen-Meister, auch auf intellektueller Ebene zur Klärung beizutragen. Ich weiß, dass das am Ende nicht möglich ist, und möchte mich daher an Sakyamuni Buddha halten, der neunundvierzig Jahre im Land herumgereist ist, um die Wahrheit zu verkünden, und am Ende sagte: "Ich habe NICHTS gesagt."

1. Es gibt keine Lehre über Zen, auch keine buddhistische. Meister Yuansou meint mit Recht: "Es gibt keine Lehre für dich, um daran zu kauen oder sich darüberzuhocken. Wenn du nicht an dich selbst glaubst, nimmst du dein Bündel und machst die Runde vor anderer Leute Häuser, um nach Zen und Dao zu suchen. Du suchst nach Mysterien, nach Wundern, nach Buddhas, nach Zen-Meistern und -Lehrern. Du meinst, das sei Suchen nach dem Höchsten, und du machst es zu deiner Religion, aber das gleicht einem Rennen nach Osten, um etwas zu bekommen, was im Westen liegt." [3] Man kann daher auch niemand nur äußerlich zum Zen-Lehrer ausbilden oder einfach zum Rshi ernennen. Wer das Kan Nr. 6 im Mumonkan passiert hat, weiß, dass nichts gegeben wird. Buddha hält eine Blume hoch. Wer Wirklichkeit in dieser Weise erfahren hat, ist erleuchtet und kann eventuell eine Beauftragung erhalten.

2. Zen ist keine Religion. Daher gibt es auch kein christliches Zen und kein buddhistisches Zen. Und so gibt es auch keine buddhistischen Zen-Meister, sondern nur Zen-Meister, die Buddhisten sind, und eben auch Zen-Meister, die Christen sind oder sich gar keiner Konfession zuzählen. Leider gibt es sowohl im Osten wie im Westen Zen-Lehrer, die noch tief in der Konfession stecken. Der fundamentale Unterschied in den Religionen verläuft nicht vertikal zwischen den einzelnen Bekenntnissen, sondern horizontal zwischen der esoterischen und exoterischen Ebene dieser Religionen.

Alle Religionen haben eine exoterische Seite, das heißt, sie haben Bekenntnisse, Heilige Schriften, Rituale und Zeremonien. Die meisten Gläubigen bewegen sich auf dieser Ebene. Aber alle Religionen kennen auch einen spirituellen Weg, der über die Konfession hinaus führt in die Erfahrung dessen, was die Lehren nur beschreiben können. Im Hinduismus ist es der Weg des Raja-Yoga, Kriya-Yoga oder Patañjali, im Buddhismus sind es Zen und Vipassana, im Islam gibt es den Sufismus, im Judentum die Kabbala und im Christentum die Wege der Mystik.

Die Erfahrung der Gottheit, Satori, Unio Mystica - dies ist nur jenseits aller kognitiven Vorstellungen zu erreichen. Dieser Endzustand ist das reine Sosein im Hier und Jetzt und nicht ein abgehobener oder zukünftiger Zustand. Es gibt eine "Sophia perennis", eine ewige Weisheit, die heute erst von wenigen gelebt wird, die aber eines Tages als das wahre Ziel einer jeden Religion erkannt werden wird. Die Menschen der Zukunft werden "Erwachte" sein. Das tritt aber nur ein, wenn Zen und alle esoterischen Wege sich aus der Umklammerung der Konfessionen befreien. Zen spielt dabei eine wichtige

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen