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Aurora oder Morgenröte im Aufgang von Böhme, Jakob (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.02.2014
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Aurora oder Morgenröte im Aufgang

Dieses eBook: 'Aurora oder Morgenröte im Aufgang' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Aurora oder Morgenröte im Aufgang, ist der Titel des Erstlings- und Hauptwerkes des Mystikers, Pansophen, Theosophen, oder einfach nur tiefreligiösen Menschen Jakob Böhme, der als Schuster in Görlitz lebte, geschrieben 1612. Hegel nannte Böhme den 'ersten deutschen Philosophen'. Dieses Werk stellt die religiöse Erfahrung Böhmes dar, die nicht bloß mystisch im Innern der Seele aufgeht, sondern zugleich auch die Sinne, die Natur, die Entwicklungen der Lebewesen und, konkret in diesem Werk vollzogen, auch die klanglichen Formungen des sprachlichen Ausdrucks durchläuft. Diese Erfahrung ist dem Autor nicht bloß passiv gegeben, sondern vollzieht sich als ein immer neuer, ewiger Geburtsprozess, so schmerzhaft wie schöpferisch, in dem 'der Geist durchbricht'. Längs dieses Geburtsprozesses entfalten sich die göttlichen Schöpfungskräfte in Gestalt der sieben 'Qualitäten' oder 'Quellgeister' (Begierde, Bewegnis, Angstqualität, Feuerblitz, Liebe, Hall und Schall, Verständnis) und bringen einander und alle Natur durch ebendiesen Geburtsprozess hervor. Die Naturseite dieser 'Dynamik des Geisterreiches', wie der Böhmeverehrer Novalis es später nennen wird, wird traditionell Alchemie genannt; es ist Paracelsus, dessen medizinischen und naturphilosophischen, pansophischen und theosophischen Impulse in Böhmes 'Qualitäten'-Entwicklung mitspielen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 405
    Erscheinungsdatum: 17.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026805748
    Verlag: e-artnow
    Größe: 774 kBytes
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Aurora oder Morgenröte im Aufgang

Vorrede des Autoris

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Günstiger Leser!

Ich vergleiche die ganze Philosophiam, Astrologiam und Theologiam samt ihrer Mutter einem köstlichen Baum, der in einem schönen Lustgarten wächst.

2. Nun gibt die Erde, da der Bauminne stehet, dem Baum immer Saft, davon der Baum seine lebendige Qualität hat; der Baum aber in sich selbst wächst von dem Saft der Erden und wird groß und breitet sich aus mit seinen Ästen.

3. Nun, gleichwie die Erde mit ihrer Kraft an dem Baum arbeitet, daß derselbe wachse und zunehme, also arbeitet der Baum stets mit seinen Ästen aus ganzem Vermögen, daß er möchte immer viel guter Früchte bringen.

4. Wenn aber der Baum wenig Früchte bringet, dazu ganz klein, madig und wurmstichig, so ist die Schuld nicht an des Baumes Willen, daß derselbe vorsätzlich begehre böse Früchte zu tragen, dieweil er ein köstlicher Baum guter Qualität ist, sondern die Schuld ist, daß oft große Kälte, Hitze, Mehltau, Rauben und Ungeziefer auf ihn fällt; denn die Qualität in der Tiefe, von den Sternen ausgeworfen, verderbet ihn, daß er wenig guter Früchte bringet.

5. Nun hat aber der Baum diese Art an sich, daß je größer und älter der Baum wird, je süßere Frucht träget er. In seiner Jugend träget er wenig Früchte, denn das macht die rauhe und wilde Art des Erdbodens und überlei Feuchte in dem Baum. Und ob er gleich schön blühet, so fallen doch im Gewächse seine Äpfel meistens ab, es sei denn Sache, daß er gar in einem gutem Acker stehet.

6. Nun hat der Baum auch eine gute, süße Qualität an sich, dagegen auch drei andere dem zuwider, als bitter, sauer und herbe. Nun, wie der Baum ist, also werden auch seine Früchte, bis sie die Sonne wirket und süße machet, daß sie einen lieblichen Geschmack bekommen, und müssen seine Früchte bestehen im Regen, Wind und Ungewitter.

7. Wenn aber der Baum alt wird, daß seine Äste verdorren, daß der Saft nicht mehr in die Höhe kann, so wachsen unten um den Stamm viel grüne Zweiglein aus, letztlich auch auf der Wurzel, und verklären den alten Baum, wie er auch ein schönes grünes Zweiglein und Bäumlein gewesen ist und nun gar alt worden. Denn die Natur oder der Saft wehret sich bis der Stamm gar dürre wird. Dann wird er abgehauen und im Feuer verbrannt.

8. Nun merke, was ich mit diesem Gleichnis angedeutet habe: Der Garten dieses Baums bedeutet die Welt, der Acker die Natur, der Stamm des Baumes die Sterne, die Äste die Elementa, die Früchte, so auf diesem Baume wachsen, bedeuten die Menschen, der Saft in dem Baume bedeutet die klare Gottheit. Nun sind die Menschen aus der Natur, Sternen und Elementen gemacht worden. Gott der Schöpfer aber herrschet in allen, gleichwie der Saft in dem ganzen Baume.

9. Die Natur aber hat zwo Qualitäten in sich bis in das Gerichte Gottes, eine liebliche, himmlische und heilige, und eine grimmige, höllische und durstige.

10. Nun qualifizieret und arbeitet die gute immer mit ganzem Fleiß, daß sie gute Früchte bringe. Darinnen herrschet der Hl. Geist und gibt dazu Saft und Leben. Die böse quillet und treibet auch mit ganzem Fleiße, daß sie immer böse Früchte bringt. Dazu gibt ihr der Teufel Saft und höllische Loh.

11. Nun dieses beides ist in dem Baum der Natur, und die Menschen sind aus dem Baum gemacht und leben in dieser Welt, in diesem Garten zwischen beiden in großer Gefahr, und fällt auf sie bald Sonnenschein, bald Regen, Wind und Schnee.

12. Das ist, so der Mensch seinen Geist erhebt in die Gottheit, so qui

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