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Die Tradition der Weisheit Visionen und Prophezeiungen der Göttin von Noyce, John (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.04.2016
  • Verlag: Books on Demand
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Die Tradition der Weisheit

Mit dieser ersten Übersetzung des dritten Bandes aus der Serie 'History Enlightened (Erleuchtete Geschichte)' legt John Noyce einen qualifizierten Überblick auf mehr als 2.000 Jahre umfassende Einzelüberlieferungen spiritueller Tradition der Weisheit in Europa vor. Er beschränkt sich nicht nur auf traditionell als religiös charakterisierte Arbeiten, sondern bezieht sich auch auf Werke von Dante Alighieri, William Blake, Nicholas Roerich oder Johann Wolfgang von Goethe - um nur die bekanntesten zu nennen. Die Bezeichnung 'Göttin' auf die Qualität der Weisheit an sich anzuwenden, stützt für John Noyce nicht nur die für europäische Denkweisen eher ungewöhnliche Vorstellung von 'einer Göttin, viele Manifestationen'. Besonders im Westen kann man die Weisheit auch als den vernachlässigten weiblichen Aspekt des männlich geprägten Gottesverständnisses verstehen, der unter unterschiedlichen Namen wie Sophia, Philosophia, Sapientia, Natura oder das Ewig-Weibliche mit Rat und Tat zur Seite steht. Die Ergebnisse des Autors lassen es nicht vermessen erscheinen, dieses Göttlich-Weibliche mit dem Heiligen Geist als mütterlichen Aspekt der christlichen Dreifaltigkeitsvorstellung gleichzusetzen. Die angeführten Beispiele belegen nicht nur, wie das Göttlich-Weibliche im Großraum Europa wahrgenommen und verehrt wurde, sondern verweisen auch auf ein bevorstehendes, neues Zeitalter im Zeichen des Advents dieses Prinzips. Das Buch offenbart einen in der europäischen Geschichte verborgen liegenden, gemeinsamen Schatz, den es lohnt, zu Tage zu fördern. Es ist ein Muss für jeden informierten und an Selbst-Erkenntnis interessierten Leser. Weitere Informationen zur leicht überarbeiteten, zweiten Auflage dieses Bandes und anderen Ausgaben aus der Reihe "History Enlightened (Erleuchtete Geschichte)" finden Sie auf www.erleuchtete-geschichte.jimdo.com und www.lulu.com. John Noyce wurde 1950 in England geboren und studierte Mitte der 1970er Jahre Geschichtswissenschaften an der Universität Sussex. 1986 siedelte er nach Australien über und ist heute Inhaber australischer Magisterabschlüsse für Bibliothekswesen, Entwicklungsstudien, Religion und Theologie und arbeitet als Forscher, Autor und Herausgeber auf dem Gebiet der spirituellen Geschichte. Die "Tradition der Weisheit" war seine Abschlussarbeit in den Fächern Religion und Theologie an der Monash Universität Melbourne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 156
    Erscheinungsdatum: 07.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741233098
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 3104kBytes
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Die Tradition der Weisheit

1 Sophia und weibliche Weisheit

Obwohl es weltweit viele Studien über die Göttin gibt - in der antiken Welt 14 und, in der Tat, in spezifischen geografischen Gebieten wie Indien 15 -, existieren verhältnismäßig wenige Studien über sie im Europa jüngerer Zeitperioden. 16 In diesem Kapitel gebe ich einen Überblick der Tradition der Weisheit und diskutiere die Erscheinungen einiger christlicher Mystiker des mittelalterlichen Europas.

Im Hebräischen lautet das Wort für Weisheit [ iv ] (chochmah)[ v ] im Griechischen s ( sophia ) und sapientia auf Latein. 17 Die erste und bedeutende Erwähnung in den jüdischen Schriften findet man in Buch der Sprüche , das seine letzte Redaktion im sechsten Jahrhundert v. u. Z.[ vi ] oder vielleicht auch später erfuhr. Im einleitenden Kapitel heißt es:

Die Weisheit ruft laut auf der Straße und lässt ihre Stimme hören auf den Plätzen. Sie ruft im lautesten Getümmel, am Eingang der Tore, sie redet ihre Worte in der Stadt: Wie lange wollt ihr Unverständigen unverständig sein und ihr Spötter Lust zu Spötterei haben und ihr Toren die Erkenntnis hassen (1:20-22)?

Später behauptet sie:

Ich, die Weisheit, wohne bei der Klugheit und weiß guten Rat zu geben (8:12) ,

und macht deutlich:

Meine Frucht ist besser als Gold und feines Gold, und mein Ertrag besser als erlesenes Silber. Ich wandle auf dem Wege der Gerechtigkeit, mitten auf der Straße des Rechts, dass ich versorge mit Besitz, die mich lieben, und ihre Schatzkammern fülle (8:19-21).[ vii ]

Im Buch der Sprichwörter wird die Weisheit als Ziel des menschlichen Strebens präsentiert. Doch statt den Fokus auf Rechtsprinzipien zu legen, wie im Buch Baruch , konzentrieren sich die Sprichwörter auf die moralischen Anforderungen, die die Weisheit allen Menschen auferlegt. 18

Im späteren Buch Baruch , einer Kompilation biblischer Themen, die Gelehrte auf 200 bis 60 v. u. Z. datieren, spielt die Weisheit darauf an:

Wer stieg zum Himmel hinauf, holte die Weisheit und brachte sie aus den Wolken herab? Wer fuhr über das Meer und entdeckte sie und brachte sie her gegen lauteres Gold? Keiner weiß ihren Weg, niemand kennt ihren Pfad (3:29-31). 19 , [ viii ]

Hier wird die Weisheit zur Tora , zum Gesetz Gottes und ist gleichfalls der Träger sozialer Gerechtigkeit, von Stärke und Verständnis.

Das Buch Sirach , auch bekannt als die Weisheit von Jesus Ben Sirach und als Ecclesiasticus , 20 wurde von einem ägyptischen Juden in Hebräisch verfasst und von seinem Enkel, Jesus Ben Sirach, ins Griechische übersetzt. In seiner hebräischen Fassung kann man es auf 190 v. Chr.[ ix ] datieren und es enthält Gedichte und Sprichwörter ähnlich denen im Buch der Sprüche . Hier behauptet die Weisheit:

Ich ging aus dem Mund des Höchsten hervor
und wie Nebel umhüllte ich die Erde.
Ich wohnte in den Höhen,
auf einer Wolkensäule stand mein Thron.
Den Kreis des Himmels umschritt ich allein,
in der Tiefe des Abgrunds ging ich umher.
Über die Fluten des Meeres und über alles Land,
über alle Völker und Nationen hatte ich Macht (24:3-6). 21 , [ x ]

Während dieser Text mehr als die anderen jüdischen Weisheitstexte das Männliche ins Zentrum rückt, ermöglicht sein starker poetischer Aspekt es der Gestalt der Weisheit, sich über andere Belange des Textes zu erheben.

Die beste Beschreibung der Weisheit in der jüdischen Überlieferung findet sich (aus meiner Sicht) im Buch der Weisheit , das auf Griechisch und im ägyptischen Alexandria im ersten Jahrhundert n. Chr.[ xi ] geschrieben wurde und in dem die Weisheit hell erstrahlt und niemals verwelkt:

Strahlend und unvergänglich ist die Weisheit;
wer sie liebt, erblic

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