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Helden des Himmels Geschichten vom Kosmos und seinen Entdeckern von Pinter, Christian (eBook)

  • Verlag: Verlag Kremayr & Scheriau
eBook (ePUB)
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Helden des Himmels

Wie kamen Löwe, Jungfrau und Waage an den Himmel? Wieso verheimlichen Klosterchroniken die unübersehbaren Supernovae des 11. und 12. Jahrhunderts? Und was haben die 'Hundstage' mit der römischen Astronomie zu tun? Wissenschaftspublizist Christian Pinter erzählt faszinierende Geschichten aus der Welt der Astronomie: Etwa, wie eine Mondfinsternis Columbus das Leben rettete und ihn in seinem Irrglauben bestärkte, Indien erreicht zu haben. Oder wie eine Wette in einem Londoner Wirtshaus Isaac Newton veranlasste, gleich eine ganz neue Physik zu entwickeln. Christian Pinter erzählt von den Geschichten, mit denen die Menschen die Himmelslichter umrankten - vor allem aber die Geschichte jener, die den Aufbau des Alls ergründeten. Vor 400 Jahren hat Johannes Kepler seine beiden ersten Planetengesetze formuliert. Und im selben Jahr begann Galileo Galilei, mit seinen Fernrohrbeobachtungen das damals gültige Weltbild zu erschüttern. Christian Pinter, studierter Politikwissenschaftler, schreibt seit 1991 als freier Journalist u.a. in der traditionsreichen 'Wiener Zeitung' über Astronomie und Raumfahrt. 2002 erhielt er den Würdigungspreis für wissenschaftlich fundierte Publizistik des Kardinal-Innitzer-Studienfonds. Für dieses Buch hat er viele der ursprünglich für die 'Wiener Zeitung' verfassten Beiträge ergänzt, überarbeitet und aktualisiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783218009379
    Verlag: Verlag Kremayr & Scheriau
    Größe: 1117 kBytes
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Helden des Himmels

D ER H IMMEL ALS B ILDERBUCH

Fabelwesen der Sonnenbahn

Der liebeshungrige griechische Gott Zeus täuscht Alkmene in Gestalt ihres Gemahls. So schenkt sie ihm Herakles. Zeus legt den Säugling an die Brust seiner Gattin Hera. Die stößt ihn erbost zurück; dabei spritzt göttliche Milch übers Sternenzelt und gerinnt zum zarten Band der Milchstraße. Im Altgriechischen heißt die Milch "gala". Deshalb nennen Astronomen unsere Milchstraße "Galaxis" und andere Milchstraßensysteme "Galaxien".

Die Römer verehrten den starken Herakles später unter dem Namen "Hercules". Er ist gleich mit drei der zwölf Tierkreissternbilder verknüpft. Das himmlische Dutzend, das genau genommen sogar aus 13 Konstellationen besteht, bildet eine Art Rennbahn. Darauf laufen die Wandelgestirne – Sonne, Mond und Planeten – um die Wette.

Um deren Lauf abzustecken, setzten Astronomen des Zweistromlands die helleren und schwächeren Sterne entlang der himmlischen Rennbahn sehr früh zu Bildern zusammen. Die Griechen übernahmen viele der mesopotamischen Motive und verwoben sie mit ihren eigenen Mythen. Die Tierkreisbilder legen anschaulich Zeugnis von der reichen Legendenwelt der Antike ab. Über das Konstrukt der Sterndeutung findet sich jeder Mensch in einer dieser Himmelsfiguren wieder – obwohl die von den Astrologen so strapazierten Sternzeichen längst nichts mehr mit den am Nachthimmel tatsächlich sichtbaren Sternbildern zu tun haben.
Krebs, Löwe, Stier

Im Schoß der Erde hauste die schönwangige Echidna, deren untere Körperhälfte einem schlangenhaften Untier glich. Der Riese Typhon liebte sie. Aus seinen Schultern ragten hundert Schlangenhäupter, die Flammen und Lava spieen. Die Wasserschlange Hydra war Kind des seltsamen Paares. Auch sie besaß hundert Köpfe. Schlug man einen ab, wuchs er doppelt nach. Die Göttin Hera zog die Hydra nahe der Stadt Lerna groß, wo sie bald über das Vieh herfiel. Herakles wollte sie töten. Um den verhassten Sohn ihres Gatten zu schwächen, entsandte Hera einen riesigen, unbarmherzigen Krebs. Dessen scharfe Scheren bohrten sich ins Bein des kämpfenden Helden. Er siegte trotzdem.

Der zertretene Krebs (lat.: Cancer) wurde als gleichnamiges Sternbild ans Firmament gesetzt. Vor 2000 Jahren erreichte die Sonne diese Konstellation zu Sommerbeginn. Bei Ovid glühen die Scheren des Himmelskrebses deshalb in der Sonnenhitze. Für Seneca ist es tatsächlich seine Glut, welche die Saaten reifen lässt.

Noch bevor Herakles die Hydra tötete, pflanzte sie sich fort. Ihr Enkel war ein schrecklicher Löwe, dessen hartes Fell unverwundbar machte. Hera zog ihn bei Nemea auf. Die Stadt lag nur wenige Gehstunden von Mykene entfernt, wo man um 1250 v. Chr. das berühmte Löwentor errichtete. Heras reißendes Tier geriet zur Landplage, bis es erwürgt wurde – natürlich von Herakles. Fortan diente ihm die Löwenhaut samt der dichten Mähne und dem leuchtenden Rachen als Umhang. Um den Mut seines Sohnes aller Welt vor Augen zu führen, hob Zeus das erlegte Raubtier als Sternbild Löwe (Leo) an den Himmel.

Um 150 n. Chr. taufte der Alexandriner Claudius Ptolemäus die himmlischen Lichtpunkte nach ihrer Lage in der jeweiligen Konstellation. Sein Werk wurde zunächst ins Arabische und später von dort ins Lateinische übersetzt. Auch deshalb tragen viele Sterne heute arabische Eigennamen. Jene des Löwen heißen etwa Duhr (Rücken), Subra (Mähne), Aldhafera (Haarsträhne), Denebola (Schwanz) oder Kabeleced (Herz). Letzterer Stern wird aber mei

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