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Einsteins Irrtum Das Drama eines Jahrhundertgenies von Bodanis, David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.04.2017
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
eBook (ePUB)
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Einsteins Irrtum

Triumph und Tragik des größten Denkers des 20. Jahrhunderts Albert Einstein war eines der größten Genies des 20. Jahrhunderts, er formulierte die Gleichung E=mc², die den Zusammenhang von Masse und Energie definierte, und entwickelte bahnbrechende Gedanken zu Raum und Zeit. So sagte er voraus, dass das Universum expandiert. Und doch stand der von der ganzen Welt gefeierte Wissenschaftler am Ende seines Lebens unter seinen Kollegen ziemlich isoliert da. David Bodanis schildert die Geschichte von Einsteins größtem Irrtum, der letztlich dazu führte, dass er sich mit den aufregenden Erkenntnissen seiner Nachfolger zur Quantenmechanik nicht mehr anzufreunden vermochte und die Idee der Unschärferelation verwarf. Bodanis verbindet elegant das persönliche Drama mit der faszinierenden Geschichte der Physik und schafft es, komplizierte Sachverhalte auch für Laien verständlich und spannend zu erzählen. David Bodanis wuchs in Chicago auf und studierte an der University of Chicago Mathematik, Physik und Geschichte. Er hat als Journalist gearbeitet und u. a. an der Universität Oxford unterrichtet. Er ist Autor mehrerer populärwissenschaftlicher Sachbücher, darunter des auch in Deutschland sehr erfolgreichen Buchs über die Vorgeschichte der Gleichung E=mc², 'Bis Einstein kam', ebenfalls bei DVA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 03.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641201593
    Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
    Originaltitel: Einstein's Greatest Mistake
    Größe: 6963 kBytes
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Einsteins Irrtum

Kapitel 2
Erwachsen werden

Studienfreunde malen sich gern aus, sie würden für alle Zeiten zusammenbleiben, aber in Wirklichkeit kommt es nur selten so. Einstein, Grossman und Maric hatten 1900 ihre vier Jahre am Züricher Polytechnikum hinter sich. Der einige Jahre ältere Besso war bereits wieder nach Italien gezogen und arbeitete als Elektroingenieur. Einstein versuchte zwar, ihm das auszureden ("Es ist sehr schade für seine wirklich hervorragende Intelligenz" 1 , schrieb er in jenem Jahr an Maric), aber er respektierte Bessos Entscheidung, die verhinderte, dass er für seine Familie zu einer finanziellen Belastung wurde. Grossmann wurde Gymnasiallehrer, hatte aber weiterhin auch die Forschung im Blick und schrieb sich schließlich als Doktorand im Fach reine Mathematik ein, das dem eher praktisch veranlagten Einstein ein Rätsel war. Maric war im Zwiespalt zwischen einer Verlängerung des Aufenthaltes in der Schweiz mit weiteren Studien (und ihrem Freund) und der Rückkehr zu ihrer Familie in die Nähe von Belgrad, die sie jetzt besuchen musste.

Auch Einstein steckte fest. Er wollte unbedingt eine L aufb ahn als forschender Wissenschaftler einschlagen, hatte aber Professor Weber, seinen wichtigsten Physikdozenten, mit seiner Aufsässigkeit und dem Schwänzen von Vorlesungen so verärgert, dass der sich jetzt weigerte, ihm Empfehlungsschreiben für andere Professoren oder Schulleiter auszustellen - ein für Studenten üblicher Weg, um nach dem Examen an derlei Stellen zu kommen. Mit bemerkenswertem Selbstbewusstsein schrieb Einstein selbst an Professor Hurwitz, einen seiner früheren Mathematikdozenten, und erklärte, er habe sich zwar tatsächlich nicht die Mühe gemacht, die Mehrzahl von Hurwitz' Vorlesungen zu besuchen, aber er erlaube sich dennoch "ergebenst anzufragen", ob er eine Stelle als Hurwitz' Assistent erhalten könne. 2 Aus irgendeinem Grund war Hurwitz nicht beeindruckt, und eine Stelle hatte er auch nicht zu vergeben. Einstein verfasste weiterhin Briefe - "Bald werde ich alle Physiker von der Nordsee bis an Italiens Südspitze mit meinem Offert beehrt haben", schrieb er an Maric 3 -, erhielt jedoch nur Absagen.

Diese Zurückweisungen schmerzten insbesondere deshalb, weil er wusste, dass seine Familie höhere Einnahmen brauchte. Einige Zeit zuvor hatte er an Maja geschrieben: "Am meisten drückt mich natürlich das [finanzielle] Unglück meiner armen Eltern ... Ferner schmerzt es mich tief, dass ich als erwachsener Mensch untätig zusehn muss, ohne auch nur das Geringste machen zu können." 4

Nach einer kurzen Tätigkeit als Gymnasiallehrer und nachdem er eine Zeit lang sogar als Hauslehrer eines jungen Engländers gearbeitet hatte, wohnte Einstein 1901 wieder bei seinen Eltern in Italien. Sein Vater Hermann erkannte, dass sein Sohn deprimiert war, und entschloss sich, ihm zu helfen. Er schrieb an Wilhelm Ostwald, einen der größten Wissenschaftler Deutschlands, dass "mein Sohn Albert Einstein 22 Jahre alt ist ..." Er sei "tief unglücklich und täglich setzt sich stärker die Idee in ihm fest, dass er mit seiner Karriere entgleist sei und keinen Anschluss mehr finde." Hermann bat den Professor, an Albert "ein paar Zeilen der Ermunterung zu schreiben, damit er seine Lebens- und Schaffensfreudigkeit wiedererlangt. Sollte es Ihnen überdies möglich sein, ihm für jetzt oder nächsten Herbst eine Assistentenstelle zu verschaffen, so würde meine Dankbarkeit eine unbegrenzte sein." Natürlich müsse dies eine Sache zwischen ihnen beiden bleiben, weil "mein Sohn von meinem ungewöhnlichen Schritte keine Ahnung hat". 5 Der Appell kam von Herzen, aber er war wenig zielgerichtet und so wirkungslos wie die Mehrzahl von Hermanns geschäftlichen Unternehmungen. Ostwald antwortete nie.

Was Einsteins Beziehung zu Mileva Maric anging, so hatte seine Mutter die junge Frau zwar noch nicht kennengelernt, konnte

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