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Emotionale Offenheit Ein neues Modell in Forschung und Praxis

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2011
  • Verlag: Verlag Hans Huber
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Emotionale Offenheit

Jeder Mensch hat seine eigene Art, Emotionen, Gefühle und Stimmungen zu erleben und zu verarbeiten. Die verschiedenen emotionalen Zustände umfassen einerseits unsere schönsten persönlichen Erlebnisse und können andererseits wichtige psychologische Probleme zum Ausdruck bringen. Diese Komplexität stellt eine große Herausforderung für Diagnostik und Intervention dar. Das Modell "Emotionaler Offenheit" wird als mehrdimensionaler Ansatz vorgestellt, um den Anforderungen im klinischen Kontext zu begegnen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 252
    Erscheinungsdatum: 01.01.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456950099
    Verlag: Verlag Hans Huber
    Größe: 1839kBytes
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Emotionale Offenheit

Während sich die Perzeption interner Körperindikatoren vor allem auf autonome Aktivierungen bezieht, die mit verschiedenen emotionalen Prozessen über das autonome Nervensystem (ANS) einhergehen, betrifft die Perzeption externer Körperindikatoren vor allem die somato-motorischen Subsysteme und peripheren Aktivitäten. Das Vorherrschen interner gegenüber externer Indikatoren kann mit einem sog. "internalisierenden" versus "externalisierenden" Muster des emotionalen Erlebens in Verbindung gebracht werden, wie es Cacioppo und Kollegen (1992) im Hinblick auf Persönlichkeitstendenzen formuliert haben. Diese Muster entsprechen ebenfalls dem Konzept der sog. interozeptiven versus exterozeptiven Stimuluswahrnehmung in der modernen Lerntheorie (Bouton, Mineka & Barlow, 2001). Diese Ansätze unterstreichen die grosse Bedeutung der somatischen Indikatoren bei der Affektverarbeitung und die Relevanz einer Unterscheidung zwischen der Perzeption körperinterner (in den DOE-Instrumenten operationalisiert in der Dimension "PERINT") und körperexterner Emotionsindikatoren (operationalisiert in der Dimension "PEREXT").

Zu den bisher entwickelten Dimensionen der Emotionalen Offenheit sind zwei weitere Dimensionen hinzuzufügen, einerseits die Modifikation der affektiven Zustände oder Emotionen unter Einbezug der somatischen, kognitiven und sozialen Komponente, nämlich die Emotionsregulation, andererseits die normativen d.h. sozialen Restriktionen der Affektivität, die wir als eine zusätzliche Dimension der Affektverarbeitung betrachten.

Regulation von Emotionen

Die Regulation von Emotionen kann als Prozess definiert werden, der darauf zielt, (1) Auftreten, Form oder Dauer (2) physiologischer oder aufmerksamkeitsorientierter Prozesse sowie (3) verhaltensmässiger Reaktionen, die mit Emotionen einhergehen, (4) zu initiieren, zu vermeiden, zu hemmen, aufrechtzuerhalten oder zu modulieren (Eisenberg & Spinrad, 2004). Diese Dimension umfasst demnach eine Vielzahl von Varianten der Regulation unterschiedlicher affektiver Zustände: Emotionen, Stimmungen, des Kernaffekts oder emotionaler Episoden. Das Konzept der Emotionsregulation hat seinen Ursprung unter anderem in Untersuchungen zu Stress und Coping (Perrez & Reicherts, 1992; Reicherts, 1999) und kennt einige grundlegend verschiedene Formen der Regulation bzw. des Coping.

Nach Krohne (2003) kann die Regulation im Prinzip dazu dienen, sowohl negative als auch positive Emotionen zu modifizieren: sie zu reduzieren, zu stabilisieren (aufrechtzuerhalten) oder zu verstärken. Die verschiedenen Funktionen können - je nach Kontext - adaptativ oder maladaptativ sein. Nach Bridges, Denham und Ganiban (2004) gehören zu den notwendigen Bedingungen angemessener Emotionsregulation die Fähigkeit, "echte" Emotionen zu erleben, auch ausgeprägte negative Affekte reduzieren zu können und Emotionen auf angemessene Weise ausdrücken zu können. Angemessener Ausdruck setzt voraus, dass er im Einklang mit den verschiedenen Zielen ist, welche die Person verfolgt (einschliesslich des Bedürfnisses nach Sicherheit, der Aufrechterhaltung von positiven sozialen Interaktionen, der wahrgenommenen Kompetenzen und des Wohlbefindens). Gross und Thompson (2007) schlagen vor, indirekte und direkte Emotionsregulation zu unterscheiden. Die indirekte Regulation umfasst die Selektion und Modifikation der Situation als solche; die direkte zielt auf die Modifikation emotionaler Reaktionen, z.B. durch Unterdrückung und kognitive Aktivitäten (Aufmerksamkeitssteuerung oder Umund Neubewertung). Während die Umbewertung im Wesentlichen auf die Auslöser der Emotion zielt, richtet sich die Unterdrückung auf die emotionalen Reaktionen selbst (Gross, 1998). In der Tat ähnelt die Konzeption von Gross dem Modell der Belastungsverarbeitung (Reicherts, 1988; Perrez & Reicherts, 1992), das zwischen direkt auf die Situation bezogenen (instrumentalen) Bewältigungsformen und Formen, die auf die Person selbst gerichtet sind

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