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Emotionsregulation und psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter Grundlagen, Forschung und Behandlungsansätze

  • Erscheinungsdatum: 25.07.2013
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
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Emotionsregulation und psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter

Eine dysfunktionale Emotionsregulation begünstigt die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Vielzahl psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter. Im Buch wird die Rolle der Emotionsregulation beispielhaft anhand der folgenden Störungen vorgestellt: Internalisierende und externalisierende Störungen, Regulations-, Autismusspektrum-, Ess-, und Traumastörungen, nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten und Borderline-Persönlichkeitsstörung. Des Weiteren wird auf den theoretischen Hintergrund und die Entwicklung der Emotionsregulation eingegangen, und es werden diagnostische Verfahren und Präventionstrainings vorgestellt.

Prof. Dr. phil. Tina In-Albon ist Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Universität Koblenz-Landau.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 258
    Erscheinungsdatum: 25.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170236721
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 1862 kBytes
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Emotionsregulation und psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter

1 Theoretischer Hintergrund zur Emotionsregulation

Tina In-Albon

When afraid, we may run, but do not always do so.
When angry, we may strike, but do not always do so.
And when amused, we may laugh, but do not always do so.
How we regulate our emotions matters:
Our well-being is inextricably linked to our emotions.
(Gross, 2002, S. 281)

In diesem Kapitel werden die Begriffe Emotionen und Emotionsregulation thematisiert und die wichtigsten Definitionen erläutert. Ausführlich vorgestellt werden das Prozessmodell von James Gross und das multidimensionale Modell von Gratz und Roemer. Abgeschlossen wird das Kapitel mit einem Ausblick in die Emotionsregulation und Psychopathologie.
1.1 Emotionen

Emotionen wie Freude, Trauer, Wut und Angst prägen unser Leben. Sie können uns vieles erleichtern (z. B. soziale Beziehungen), aber auch zum falschen Ort, zur falschen Zeit und in falscher Intensität auftreten. Emotionen steigen auf, wenn uns etwas Wichtiges berührt (Greenberg & Paivio, 2000) oder wenn wir einer Situation einen für uns aktuellen und relevanten Zweck zuschreiben (Lazarus, 1991). Zentral ist, dass es die Bedeutung ist, die wir einer Situation zuschreiben, welche Emotionen auslöst. Da sich diese Bedeutungen über die Zeit hinweg verändern können, ändern sich auch Emotionen. Schließlich sollen uns Emotionen motivieren, etwas zu tun. Dabei lassen sie Raum für das Ausmaß und die Art der Reaktion.

Bereits Aristoteles (384 - 322 v. Chr.; 1999) hat sich mit der Definition von Emotionen beschäftigt. Dabei hat er sich vor allem mit der Emotion Wut auseinandergesetzt. "Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer" (S. 61, übersetzt durch die Autorin). Dieses Zitat ist noch immer zeitgemäß. Es verweist darauf, dass Emotionen unser Verhalten prägen und eine bedeutsame Rolle für zwischenmenschliche Beziehungen spielen. Somit hat der Umgang mit Emotionen eine zentrale Bedeutung für die allgemeine psychische Gesundheit. Aristoteles' Analyse von Wut beinhaltet denn auch eine kognitive Komponente, einen sozialen Kontext, eine Verhaltenstendenz und körperliches Arousal. Er ging davon aus, dass Emotionen für ein gutes Leben essentiell sind. Der kognitiven Komponente hat er einen besonders wichtigen Stellenwert zugeschrieben. So ging er davon aus, dass durch Argumente Emotionen verändert werden können, d. h. ein Gedanke kann dazu führen, eine Situation anders zu bewerten und somit eine andere Emotion auszulösen.

Eine konkrete Definition von Emotion gibt es nicht. LeDoux hat es folgendermaßen ausgedrückt: "Eines der wichtigsten Dinge, was jemals über Emotionen gesagt wurde, könnte sein, dass alle wissen, was damit gemeint ist, bis sie gefragt werden, sie zu definieren" (LeDoux, 1996, S. 23. übersetzt durch die Autorin). Ganz allgemein können positive Emotionen wie Freude abgegrenzt werden von negativen Emotionen wie Angst, Wut oder Trauer. Allen theoretischen Ansätzen ist gemein, dass es sich bei Emotionen um komplexe Antworten auf die für den Organismus wichtige interne oder externe Situationen handelt, welche Reaktionen auf Verhaltens-, Wahrnehmungs- und physiologischer Ebene auslösen (Buck, 1988; Garber & Dodge, 2004; Frijda, 1986). Beispielsweise wenn wir Angst empfinden, spüren wir physische Reaktionen, wie z.B. Schwitzen, Zittern und/oder Herzklopfen. Emotionen sind auch handlungsweisend. Das Wort "motion" für Bewegung findet sich bereits im Wort Emotion, so ist die Absicht einer Emotion, in Bewegung bzw. in Handlung zu kommen, im Wort eingebettet. Emotionen beeinflussen ebenso die kognitiven Prozesse und tragen dazu bei, eine Entscheidungsfindung entweder zu erleichtern oder zu erschweren (Greenberg & Paivio

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