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Fantasiereisen Aufbau, Dramaturgie und effektiver Einsatz in der Psychotherapie von Hagemeyer, Pablo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.04.2017
  • Verlag: Junfermann
eBook (PDF)
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Fantasiereisen

Fantasiereisen - mehr als nur Geschichten Fantasiereisen, die analog zu Campbells Heldenreisen aufgebaut sind, kommen im psychotherapeutischen Kontext dem Bedürfnis der Klienten nach Sicherheit und Orientierung am besten nach und wirken unterstützend und heilend. Pablo Hagemeyer erläutert in diesem Buch anhand vielfältiger Beispiele die Einsatzmöglichkeiten von Fantasiereisen und vermittelt Schritt für Schritt, wie Psychotherapeuten schulenübergreifend und individuell Texte nach ihrem eigenen Bedarf gestalten und problemspezifisch einsetzen können. Die Hinführung zu einer systematisierten therapeutischen Erzählstruktur, orientiert an definierten innerpsychischen Konflikten, wie sie die OPD erfasst hat, bietet vielfältige Anhaltspunkte für die inhaltliche Gestaltung. Eine Bereicherung für jedes therapeutische Setting! 'Dies ist ein außergewöhnliches Buch.' Prof. Dr. Dirk Revenstorf Pablo Hagemeyer ist ärztlicher Psychotherapeut in eigener Praxis in Weilheim. Er hat die Texte zur Hörfreund-CD-Reihe entworfen, die verschiedene hypnotherapeutische Fantasiereisen zur Entspannung umfasst, gelesen von Schauspieler Hans Sigl ( www.hoerfreund.com ).

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 12.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955715984
    Verlag: Junfermann
    Größe: 1413 kBytes
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Fantasiereisen

1. Der psychotherapeutische Prozess als Heldenreise

"Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben Reisen ist."

- Jean Paul (1763-1825)
1.1 Die Entdeckung des Monomythos

Die Tiefenpsychologie war für Joseph Campbell, dem amerikanischen Mythenforscher und Begründer der "Heldenreise" (1949), der einzige Weg, die Geschichten des Menschen nach Gemeinsamkeiten aufzuschlüsseln. Er erkannte in seiner Arbeit um das Geschichtenerzählen viele Analogien zwischen Mythen, Legenden, Märchen, biblischen und vorbiblischen Geschichten, die bis heute die gesetzmäßige Struktur einer Geschichte ausmachen. Selbst das Storytelling in Hollywood lebt von Joseph Campbells Regelwerk. Bis heute. Nur mit diesem Regelwerk scheint eine Story wirklich zu funktionieren. Campbell beschrieb mit dem Konzept des "Monomythos" (2011) die wahrhaftige Erzählstruktur, die in unterschiedlichen Ausprägungen immer wieder von Menschen neu erzählt wird. Eine universelle Lehre gewissermaßen, unbewusst in uns Menschen angelegt. Menschliche Geschichten sind demnach einerseits tief verankert in dieser unbewussten Struktur und projizieren andererseits diese Struktur entsprechend auf Leinwände und in Bücher, wo sie als gute Storys von anderen Menschen wiedererkannt werden. Diese Doppelung des inneren Bedürfnisses nach einer guten Geschichte und danach, eine gute Story erzählen zu können, ist Teil unseres Menschseins, Teil unserer menschlichen Natur. Denn die Geschichten transportieren profunde menschliche Wahrheiten und Erkenntnisse. Möglicherweise transportieren sie sogar am besten Emotionen wie Tatsachen eines Geschehens gleichermaßen. Und damit sind wir direkt im psychotherapeutischen Vorgang angekommen.

Wenn wir eine Geschichte hören, wenn wir eine Geschichte erzählen, dann nutzen wir die Symbole und die Erzähltechnik, wie sie einst Joseph Campbell benannte. An diesen Symbolen hängen Emotionen und Fakten zugleich. Ist die Story gut, werden wir Zuhörer oder Leser haben. Ist die Story schlecht, kommt es nicht zur Doppelung eigener Erfahrungen im anderen durch die Geschichte. Dann nimmt das Interesse an der Story rasch ab. Es kommt zu Phänomenen der Erschöpfung, Langeweile und Ablenkbarkeit. Vergleichbar mit dem Empfinden des Therapeuten bzw. des Klienten während einer zähen Psychotherapie. Sie kann sich als erschöpfend und ermüdend darstellen, vielleicht weil die Story dazu ebenfalls zu eindimensional ist, zensiert durch einen mächtigen bewussten oder unbewussten Zensor: Der Klient teilt etwas Entscheidendes nicht mit, der Kern des Problems, das ihn in die Therapie geführt hat, ist (noch) nicht erkannt.

Der Ansatz Campbells kann im Umkehrschluss in seiner Wirkung auf eine solch stockende Psychotherapie tatsächlich Wunder wirken. Joseph Campbell wollte ja mithilfe der Tiefenpsychologie und der Erkenntnisse um Archetypen (definierte symbolische Menschengestalten, die für bestimmte emotionale Botschaften und Handlungen stehen) die Gesetzmäßigkeiten der Geschichten aufschlüsseln. Ebenso hilfreich ist es, diese durch Campbell benannten Strukturen auf die psychotherapeutische Begegnung zu übertragen. Dazu muss nicht unbedingt sogleich Imagination oder eine Fantasiereise inszeniert werden. Es reicht, sich als Therapeut zu fragen: "An welchem Punkt stehen wir eigentlich gerade in der Heldenreise des Klienten?"

Um eine klarere Vorstellung davon zu bekommen, wie so etwas aussehen könnte, möchte ich die typischen Wegmarken der Heldenreise im Folgenden vorstellen.
1.2 Die Heldenreise als Zyklus

Die Heldenreise stellt sich in einem Zyklus dar. Start und Ende der Reise sind nahezu derselbe Ort (s. Abb. 1.1). Die Imagination kann an einem für den Klienten vertrauten oder auch an einem magischen Ort beginnen und enden.

Der Zyklus ist in zwei Hälften aufgeteilt. Der obere Teil (in der Abbildung) entspricht der bekannten Welt, analog zur bewussten Welt des Klienten. Der untere Tei

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