text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Gewaltfreie Kommunikation in der Schule Wie Wertschätzung gelingen kann. Ein Lern- und Übungsbuch für alle, die in Schulen leben u. arbeiten von Orth, Gottfried (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.05.2013
  • Verlag: Junfermann
eBook (PDF)
20,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Gewaltfreie Kommunikation in der Schule

Sich selbst als Lehrerin oder Lehrer wichtig nehmen, sich kraftvoll behaupten, eigene Grenzen ziehen und diese gewaltfrei schützen. Zugleich einen wertschätzenden Umgang mit Schülerinnen und Schülern wie Kolleginnen und Kollegen pflegen. Und dabei das tun, weshalb man diesen Beruf wählte: unterrichten. Kann dies in unseren Schulen umgesetzt werden? Das Buch zeigt Möglichkeiten, wie im 'Zwangskontext Schule' Lehrerinnen und Lehrer die eigenen Bedürfnisse deutlich wahrnehmen und klar ausdrücken, wie sie einfühlsam Dialoge mit Schülerinnen und Schülern führen und wie sie Konflikte als selbstverständliche und alltägliche Momente des Zusammenlebens gewaltfrei gestalten können. Gewaltfreie Kommunikation zielt auf einen respektvollen Umgang untereinander, der in gleicher Weise von Autonomie und Verbundenheit, von Wachsen-Können und Zusammengehörigkeit geprägt ist. Wenn Beziehungen derart glücken, können Lehren und Lernen leichter und das Leben in der Schule angenehmer werden. Prof. Dr. Gottfried Orth , Professor für Evangelische Theologie und Religionspädagogik an der TU Braunschweig, Mitglied im Team des ORCA-Instituts für Konfliktmanagement und Training, Leiter des Projektes Gewaltfreie Kommunikation - Theologie, Religionspädagogik, Schule. Hilde Fritz , Förderschullehrerin und Mitglied des Schulleitungsteams der Albert-Schweitzer-Schule Gießen. Zusatzqualifikationen als Sprachheilpädagogin, in Ausländerpädagogik und als Lehrerin für Darstellendes Spiel. Derzeit Weiterbildung in systemischer Beratung.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 23.05.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955711658
    Verlag: Junfermann
    Größe: 1595 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Gewaltfreie Kommunikation in der Schule

2. Bedürfnisse, Gefühle und Strategien - Das Zentrum Gewaltfreier Kommunikation

Seit zwei Wochen und trotz vieler Gespräche jeden Tag dasselbe: Yamal (13) kommt am Morgen in die Klasse, wirft seinen Rucksack auf den Boden und geht auf seinen neuen körper- und sehbehinderten Mitschüler Christian zu, macht "Scherze" über ihn, lacht, fragt ihn z. B., ob er viele Freunde habe, ob er überhaupt rechnen könne, warum er keinen Vater habe, ob er überhaupt etwas sehen könne ... Mehrere Mitschüler lachen mit. Heute ist es anders. Yamal steht vor der Tür, wartet aufgebracht auf mich und sagt, Christian habe "ohne Grund" gedroht, ihn mit dem Baseballschläger zu schlagen, dabei habe er nur einen Scherz gemacht ...

Und ich überlege jeden Tag aufs Neue: Warum macht Yamal das?
Warum geht er ausgerechnet mit einem behinderten Mitschüler so um?
Und: Was ärgert mich so daran?

Als Sie Lehrerin oder Lehrer werden wollten, hatten Sie vielleicht die Sehnsucht, mit Kindern und Jugendlichen zusammen zu sein, oder Sie hatten vielleicht die Sehnsucht, das, was Sie lieben und Ihnen wichtig ist, Deutsch oder Englisch oder Mathe oder Religion oder Kunst, an Kinder und Jugendliche weiterzugeben, oder Sie hatten vielleicht die Sehnsucht, einfach eine so gute Lehrerin oder ein so guter Lehrer werden zu wollen wie Ihre Lieblingslehrerin oder Ihr Lieblingslehrer während Ihrer eigenen Schullaufbahn. Sie wollten glücklich werden in Ihrem Beruf und sich dabei einige - viele? - Ihrer Bedürfnisse erfüllen. So laden wir Sie ein, mit den Stichworten "Bedürfnisse" und "Gefühle" zu beginnen: In Gewaltfreier Kommunikation geht es um eine Haltung, nicht um eine Technik. Diese Haltung hat ganz viel mit dem zu tun, wonach wir uns sehnen - in unserem Beruf wie in unseren privaten Lebenszusammenhängen. Wir beschreiben diese Haltung so: Ich möchte mich auf einen Kommunikationsprozess einlassen, dessen Ausgang offen und dessen Ziel Authentizität und Verständigung ist. Dabei geht es erst einmal nicht um die "Lösung" von als schwierig empfundenen Situationen / Konflikten, sondern zunächst geht es um mich als Lehrerin oder Lehrer:

Wie kann ich auf meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse ebenso achten wie auf die Gefühle und Bedürfnisse der Kolleginnen oder Kollegen, der Schulsozialarbeiterinnen oder -arbeiter, der Schülerinnen und Schüler oder anderer Personen, die am Schulleben beteiligt sind?
Wie kann ich mithilfe von Gewaltfreier Kommunikation und den von ihr angeregten (Selbst-)Reflexionsprozessen (mit Selbst-Empathie und Empathie 12 ) anders als bisher mit als schwierig empfundenen Situationen umgehen?
Oder mit Justine Mol: "Bei Gewaltfreiem Kommunizieren geht es nicht darum, zu gewinnen oder recht zu behalten, sondern darum, einander zuzuhören, Unterschiede zu akzeptieren und mit ihnen zu leben." 13 Da zu allen Situationen, in denen unsere Gefühle uns anzeigen, dass Bedürfnisse erfüllt oder nicht erfüllt werden, auch Handlungen - in der Gewaltfreien Kommunikation spricht man von "Strategien" - gehören, bieten wir Ihnen eine erste Übung mit diesem Stichwort an:

ÜBUNG

Bitte beschreiben Sie jetzt in jeweils drei Sätzen drei Situationen Ihrer Arbeit in der Schule, in denen Sie selbst vorkommen und die Ihnen schwerfallen, wo Sie Probleme sehen, sich unwohl fühlen ... Diese drei Herausforderungen sind das Material, mit dem Sie in diesem Kapitel immer wieder arbeiten werden.

Wir beginnen mit einer Beispielsituation aus einer unserer Fortbildungen mit Lehrerinnen und Lehrern:

Der Lehrer einer berufsbildenden Schule berichtet: "In meiner Schule kommuniziert der Schulleiter im Wesentlichen mit Aushängen oder E-Mails. Er möchte, dass die Lehrerinnen und Lehrer diesem Kommunikationsstil vertrauen und den Aushängen bzw. E-Mails Folge leisten. Viele Lehrerinnen und Lehrer sind

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen