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Gruppentherapie mit Kindern von Aichinger, Alfons (eBook)

  • Erschienen: 19.04.2010
  • Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
eBook (PDF)
26,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Gruppentherapie mit Kindern

Trotz der Bedeutung der Gruppe der Gleichaltrigen für die Entwicklung von Kindern ist die therapeutische Gruppenarbeit mit Kindern bisher viel zu wenig erforscht und verbreitet. Die Methoden und Erfahrungen der Gruppentherapie mit Erwachsenen lassen sich nicht einfach auf die therapeutische Arbeit mit Kindern übertragen.Alfons Aichinger und Walter Holl haben in über 30jähriger Arbeit die Grundideen und Interventionsmöglichkeiten des Psychodramas speziell für die therapeutische Gruppenarbeit mit Kindern weiterentwickelt. Mit vielen Beispielen beschreiben sie die sinnvolle Zusammensetzung der Gruppe, das symbolische Spiel der Kinder, Realitätsbezug und die Leitungstechnik einer solchen Gruppe. Das Buch ist eine Einladung an KollegInnen aller therapeutischer Schulen, eigene Denk- und Handlungsansätze für die therapeutische Arbeit mit Kindern zu entwickeln.

Produktinformationen

    Größe: 1407kBytes
    Reihe (Teil): Kinderpsychodrama Bd.1
    Herausgeber: VS Verlag für Sozialwissenschaften
    Untertitel: Kinderpsychodrama: Band 1
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 239
    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    ISBN: 9783531923499
    Ausgabe: 2. Aufl.
    Erschienen: 19.04.2010
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Gruppentherapie mit Kindern

5 Spezielle Interventionen bei einzelnen Kindern (S. 133-134)

Der Darstellbarkeit wegen unterteilen wir in den Kapiteln 5 und 6 zwischen störungsspezifischen Interventionen, die auf die Entwicklung des einzelnen Kindes zielen und solchen, die sich auf die ganze Gruppe beziehen - wohl wissend, dass jede Intervention beim einzelnen Kind gruppendynamische Auswirkungen haben kann und umgekehrt. Der Anmeldungsgrund für Gruppentherapie eines Kindes ist grob sortiert: überangepasstes, gehemmtes, ängstliches und depressives Verhalten oder dominantes, störendes, aggressives Verhalten - sei es in der Familie, im Kindergarten oder in der Schule.

Es ist ja bekannt, dass Beeinträchtigungen und Traumatisierungen von Mädchen mit anderen Verarbeitungsversuchen und Symptomen beantwortet werden als von Jungen. Die Gründe dafür liegen in tradierten kollektiven Mustern und biographischen Erfahrungen. Mädchen reagieren häufiger mit Anpassung, Reaktionsbildungen oder depressivem Rückzug bis hin zu psychosomatischen Symptomen - also einer zunächst eher unauffälligen Symptomatik. Jungen reagieren eher mit Verhaltensweisen, die stören, z.B. mit Leistungsverweigerung, erhöhter Aggressivität bis hin zur Delinquenz. Bei Mädchen erfolgen deshalb Interventionen oft über andere Bilder und Rollen als bei Jungen.

Das erfordert unter Umständen, dass TherapeutInnen ihr vorhandenes Repertoire an Figuren und Geschichten mit gegengeschlechtlichen Bildern ergänzen. Der Therapeut muss sich zum Beispiel mit den intriganten Heimlichkeiten zwischen den Prinzessinnen zurechtfinden oder eine Modeschau inszenieren. Und die Therapeutin muss sich mit der Handhabung von Laserwaffen beim Kampf im Weltraum vertraut machen. Bei der Auswahl der folgenden Interventionsbeispiele haben wir uns an dieser symptomatischen Polarisierung orientiert, auch wenn diese Aufteilung den unzähligen Mischformen in der Realität nicht gerecht wird.

Unter strukturellen Gesichtspunkten unterscheiden wir zwischen Interventionen in der Spielphase und solchen in der Anwärm- und Schlussphase, die immer aus der Leiterposition erfolgen, z.B.: eine Deutung des Gruppenwiderstandes bei der Themenfindung in der Anfangsrunde, die Verbalisierung der Affektlage bei einem Kind in der Schlussrunde, die Begrenzung der Stunde am Schluss, usw. Die Interventionen während des symbolischen Spiels können sowohl aus der Leiterposition, als auch aus der Rolle erfolgen. Interventionen sollten durch ein diagnostisches Verständnis der Problematik begründet sein und die aktuelle gruppendynamische Situation berücksichtigen. Und wir müssen uns bewusst sein, dass jede Intervention zur Manipulation werden kann, wenn sie nicht mit dem notwendigen Respekt vor der Autonomie des Kindes erfolgt.

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