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Kreativität Praxis der Personalpsychologie 13 von Schuler, Heinz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.03.2012
  • Verlag: Hogrefe Verlag
eBook (PDF)
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Kreativität

Wenige Begriffe üben eine so anziehende Wirkung aus wie "Kreativität", und nur wenige Begriffe sind so unscharf definiert wie dieser. Nicht nur Produkte werden als kreativ bezeichnet, sondern auch Menschen als Schöpfer dieser Produkte. Außerdem stellt Kreativität ein entscheidendes Anforderungsmerkmal oder Trainingsziel für eine Vielzahl beruflicher Tätigkeiten dar. Kreative Leistung ist daher für unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Leben, für Wohlstand und Lebensqualität von größter Bedeutung. Der vorliegende Band geht auf die verschiedenen Aspekte von Kreativität ein und stellt geeignete diagnostische Verfahren zur Messung von Kreativität vor. Da das Zustandekommen von Kreativität nicht nur von persönlichen Eigenschaften, sondern auch von Merkmalen der Lebens- und Arbeitssituation abhängt, werden verschiedene Möglichkeiten zur Förderung von Kreativität in Organisationen aufgezeigt. Da die ungünstige demographische Entwicklung unserer Gesellschaft im Hinblick auf den Altersverlauf von Kreativität an zusätzlicher Schärfe gewinnt, wird diesem Aspekt besondere Beachtung geschenkt.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 124
    Erscheinungsdatum: 19.03.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840920288
    Verlag: Hogrefe Verlag
    Größe: 1604 kBytes
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Kreativität

Die Arbeiten von Barron und Harrington (1981) und von Mansfield und Busse (1981) können als repräsentativ für die eigenschaftsbezogene Kreativitätsforschung der letzten Jahrzehnte angesehen werden. Die Merkmalslisten der beiden Autorenteams weisen nur geringe Überschneidungen auf, wenn sie wörtlich genommen werden. Hält man sich dagegen an operationale Konstruktdefinitionen durch Testverfahren, so wächst die Menge an Gemeinsamkeiten - z. B. weisen Selbstbild "kreativ" und Bedürfnis, originell zu sein ebenso empirische Verwandtschaft auf wie Selbstvertrauen und Emotionale Regulierung.

Eine präzisere empirische Bestimmung "der kreativen Person" wurde von Raymond B. Cattell und seinen Mitarbeitern versucht. Auf der Basis des 16-Persönlichkeits-Faktoren-Tests (16 PF) geben Cattell, Eber und Tatsuoka (1970) die exakten Gewichte in der Regressionsgleichung an, die denjenigen Merkmalen zukommen, die mit kreativen Leistungen in empirisch belegtem Zusammenhang stehen: Ihre Summe soll gewissermaßen die Idealkombination des kreativen Menschen ergeben (Tabelle 1 gibt die Regressionsgleichung wieder, deren Details im Moment keine Rolle spielen).

Die Merkmalszusammenstellung von Cattell et al. zeigt ebenso wie die Auflistungen der anderen Autorenteams, dass kognitive Fähigkeiten zwar eine wichtige Rolle für kreative Leistungen spielen, aber dabei von einer ganzen Reihe nichtkognitiver Merkmale begleitet werden. Bemerkenswert an der 16 PF-Liste ist auch, dass die "Kontakt-Faktoren" A und F ein negatives Gewicht aufweisen. Das wird zu bedenken sein, wenn wir an späterer Stelle erörtern, ob die kreativen Einfälle und ihre Umsetzung in Innovationen in einer Organisation von den gleichen Personen erwartet werden kann. Die Zahl der Zusammenstellungen kreativitätsbedingender Eigenschaften ist groß. Für unseren Zweck - den personalpsychologischen Kontext - können wir eine Gruppierung versuchen, die einerseits die wesentlichen in der Literatur genannten und zumindest ansatzweise empirisch belegten Merkmale zusammenfasst und andererseits die Aussicht auf Messbarkeit durch eignungsdiagnostische Instrumente bietet. Auch die hier aufgeführten Begriffe können keinen Anspruch auf Unabhängigkeit (Überschneidungsfreiheit) erheben.

Gruppierung kreativitätsbedingender oder -begünstigender Eigenschaften
- Intelligenz, Komplexität, Intuition, Einsicht, Fantasie, Bildung, Vorstellungskraft, Integrationsfähigkeit
- Intrinsische Motivation, Ehrgeiz, Ausdauer, Konzentration, Leistungsmotivation, Energie, Leistungsfreude, Antrieb, Belohnungsaufschub
- Nonkonformität, Originalität, Unkonventionalität, Autonomiestreben, Individualismus, Unabhängigkeit des Urteils, Eigenwilligkeit
- Selbstvertrauen (fähigkeitsund zielbezogen), emotionale Stabilität, Selbstbild "kreativ", Risikobereitschaft
- Offenheit, Neugierde, Freude an Neuem, ästhetische Ansprüche, intellektuelle Werte, Bedürfnis nach Komplexität, breite Interessen, Flexibilität, Ambiguitätstoleranz
- Erfahrung, Wissen, Einstellungen und Werthaltungen, metakognitive Fertigkeiten (Planung, Monitoring, Feedback, Selbststeuerung, Selbstbeurteilung)

Die kognitiven Fähigkeiten werden ergänzt zum einen durch die Erfahrung, den erforderlichen Wissenshintergrund und die Fertigkeiten der Selbststeuerung, zum anderen durch die Offenheit gegenüber Neuem, die als kognitiver Stil verstanden werden kann und die darüber hinaus mit der Ambiguitätstoleranz, der Bereitschaft und Fähigkeit, Widersprüche und unsichere Situationen zu ertragen, auch ein nichtkognitiv verankertes Merkmal enthält. Gemeinsam mit den anderen im Syndrom "Offenheit" genannten Eigenschaften erhöht Ambiguitätstoleranz die Wahrscheinlichkeit, dass jemand Sachverhalte auf verschiedenartige Weise verstehen kann, bereit ist, diese zum Problemlösen heranzuziehen, sensibel für Informationen ist, die inkonsistent zum bisherigen Verständnis einer Sache sind, bereit ist, konfliktäre Fakten oder Auf

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