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Lösungsorientierte Beratung mit getrennten Eltern Ein Praxishandbuch von Holdt, Sabine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.08.2015
  • Verlag: Klett-Cotta
eBook (ePUB)
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Lösungsorientierte Beratung mit getrennten Eltern

Wie Trennungsberatung auch bei Streitpaaren gut gelingt: Miteinander Auseinander - Das erste Handbuch, das auch auf die Herausforderung durch hochstrittige Paare eingeht - Mit vielen Beispielen und konkreten Interventionen Wenn Eltern minderjähriger Kinder sich trennen, sind Konflikte vorprogrammiert, die oft sehr emotional und kontrovers ausgetragen werden. Doch wie finden zerstrittene Eltern zu individuell passenden Lösungen für die Neuorganisation der Familie? Beraterinnen und Berater sind herausgefordert, einen hilfreichen Prozess in Gang zu setzen, in dessen Ergebnis die getrennten Eltern wieder mehr Selbstwirksamkeit und Autonomie erlangen. Das Praxishandbuch bietet eine Vielzahl konkreter Interventionsvorschläge und ausführliche Fallbeispiele für den gesamten Beratungsprozess von der Anmeldung bis zum Abschluss. - Das erste Handbuch, das auch auf die Herausforderung durch hochstrittige Paare eingeht - Mit vielen Beispielen und konkreten Interventionen Sabine Holdt, Diplompsychologin, Psychologische Psychotherapeutin, Systemische Therapeutin/Paar-und Familientherapeutin sowie Lehrende für Systemische Therapie (DGSF), Hypnotherapeutin. Seit 1996 in der Familienberatungsstelle des FamThera Instituts und in der Weiterbildung (www.fam-thera.de) tätig. Marcus Schönherr, Diplompsychologe, Psychologischer Psychotherapeut. DGSF-Zertifizierung als Systemischer Therapeut, Supervisor und Lehrender für Systemische Therapie. 1991 Mitbegründer des FamThera Instituts. 1996 Eröffnung einer Familienberatungsstelle in Trägerschaft des Instituts, seitdem deren Leiter. Er ist in der Weiterbildung tätig (www.fam-thera.de).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 210
    Erscheinungsdatum: 22.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608108422
    Verlag: Klett-Cotta
    Serie: Leben lernen (LL) .280
    Größe: 5702 kBytes
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Lösungsorientierte Beratung mit getrennten Eltern

1 Die ersten Schritte

Wenn Sie den Beratungsverlauf von Familie Esche gelesen haben, konnten Sie bereits beispielhaft sehen, wie der Einstieg in die Beratung gestaltet sein kann. Im Folgenden wollen wir die methodischen Schritte detailliert beschreiben.
1.1 Erstkontakt am Telefon

Klienten melden sich üblicherweise telefonisch zur Beratung an. Aus unserer Erfahrung ist es sehr vorteilhaft, wenn die Beraterin oder der Berater bereits am Telefon selbst mit dem Elternteil spricht. Das kann entweder realisiert werden, indem die Ratsuchenden zurückgerufen werden, oder es gibt Telefonzeiten, in denen die Berater die Anrufe der Klienten persönlich entgegennehmen können. Der Vorteil ist dabei, dass unmittelbar ohne Zeitverzug am vertraulichen Beziehungsaufbau und an der Motivations- und Auftragsklärung gearbeitet werden kann. Hier sind bereits erste lösungs- und ressourcenorientierte Interventionen möglich.

Wichtige Fragen können direkt besprochen werden:

Wie kam das Beratungsanliegen zustande? Aus eigener Initiative oder zum Beispiel auf Empfehlung des Familiengerichts?
Wie steht der Ex-Partner dazu? Gibt es Einvernehmen bezüglich der Beratungsabsicht oder nicht?
Wie ist der Kontakt zwischen den Elternteilen derzeit? Besteht noch ein Gesprächsfaden oder herrscht Funkstille oder besteht gar ein Annäherungsverbot?
Wie können Sie sich den ersten Beratungskontakt vorstellen? Zusammen oder besser getrennt?
Gab es schon andere Versuche, eine beratende Hilfe in Anspruch zu nehmen? Wann war das und was war hilfreich dabei?
Wie ist die Familienkonstellation derzeit? Wer lebt wo mit wem? Welche Kinder sind involviert - Alter, Geschlecht?
Worin besteht das Anliegen? Was wäre ein wünschenswertes Ergebnis der Beratung?
Im Laufe des Telefonats ist je nach Ausgangslage das weitere Vorgehen zu klären. Bei einer angespannten Situation empfehlen wir, getrennt einzusteigen. Das heißt, die Elternteile bekommen zunächst unabhängig voneinander Termine für ein oder mehrere Vorgespräche.

Wenn die Initiative klar bei dem anrufenden Elternteil liegt und der andere einer Beratung gegenüber vermutlich abwartend bzw. skeptisch eingestellt ist, dann bieten wir an, dieses Elternteil selbst einzuladen. Dazu lassen wir uns die entsprechende Adresse geben.

Wenn das Familiengericht der "Auftraggeber" der Beratung ist, bitten wir um die Zusendung des Gerichtsprotokolls bzw. -beschlusses, um zu erfahren, wie die Beratung innerhalb des Verfahrens verankert ist.
1.2 Einladung des anderen Elternteils

Wenn die Initiative zur Beratung von einem Elternteil ausgeht, übernehmen wir gern die Einladung der anderen Seite. Wir versuchen damit zu erreichen, dass diese Kontaktanbahnung nicht der angespannten Beziehungsdynamik des Paares zum Opfer fällt. Erfahrungsgemäß ist es für das angeschriebene Elternteil leichter, auf die persönliche Einladung einer außenstehenden Fachkraft einzugehen.

Hier als Beispiel der Einladungsbrief an Frau Esche:

Sehr geehrte Frau Esche,

Sie werden vielleicht überrascht sein, dass ich mich an Sie wende. Herr Esche hat sich aus Sorge um die gegenwärtige Situation bei uns gemeldet und bereits einen Termin bei meinem Kollegen in Anspruch genommen. Dabei signalisierte er, dass er einige der anstehenden Fragen gemeinsam mit Ihnen klären möchte und dass eine vermittelnde Unterstützung durch uns wünschenswert wäre.

Ich bin ohnehin der Meinung, dass Sie als Mutter Ihres gemeinsamen Kindes ein Recht haben, von vornherein informiert und einbezogen zu sein. Damit wollen wir beiden Elternteilen gleichermaßen unsere Unterstützung anbieten.

Erfahrungsgemäß ist die Trennung der Eltern für die Kinder am wenigsten belastend, wenn beide Elternteile kooperieren und gleichermaßen erreich- und ansprechbar bleiben.

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