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Lehrbuch Klinische Paar- und Familienpsychologie von Bodenmann, Guy (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.08.2016
  • Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
eBook (ePUB)
42,99 €
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Lehrbuch Klinische Paar- und Familienpsychologie

Soziale Beziehungen spielen für das psychische und physische Befinden eine wichtige Rolle. Innerhalb dieser Beziehungen kommt der Partnerschaft und der Familie die wichtigste Bedeutung zu. Dieses Lehrbuch arbeitet die Wichtigkeit familiärer Protektiv- oder Risikofaktoren für eine gesunde oder deviante Entwicklung von Kindern heraus und geht insbesondere auf die Aspekte der Bindung und der Sensitivität, des Befindens der Eltern, der Partnerschaftsqualität und der Erziehung ein. Der neuste Forschungsstand zur Rolle der Familie für die kindliche Entwicklung wird aufgezeigt. Dabei werden Themen wie familiäre Gewalt, Trennung und Scheidung und ihre Folgen oder die Familie als Resilienzfaktor ebenso angesprochen wie Möglichkeiten der familiären Gesundheitsförderung und Prävention oder Therapie. Auch die Rolle der Partnerschaft bei Erwachsenen wird hinsichtlich ihres Befindens erörtert. Neuartig ist die Erweiterung des bio-psycho-sozialen Störungsmodells durch den Ansatz von "we-disease", wonach Störungen als gemeinsame Herausforderung für beide Partner betrachtet werden, woraus ein neuartiges therapeutisches Vorgehen resultiert. Das Buch berücksichtigt in besonderem Maße den sozialen Kontext bei psychischer Gesundheit und bei Störungen und thematisiert partnerschaftliche oder familiäre Beziehungen als Ressourcen oder Risikofaktor. Diese interpersonelle Sicht von Gesundheit und Störungen hebt das Buch von klassischen Lehrbüchern der Klinischen Psychologie ab. Partnerschaft, Ehe und Familie haben vielfältige Auswirkungen auf unsere psychische Gesundheit - das Lehrbuch des renommierten Experten Guy Bodenmann bereitet die zentralen Themen für das Studium auf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 418
    Erscheinungsdatum: 23.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456756202
    Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
    Größe: 8476 kBytes
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Lehrbuch Klinische Paar- und Familienpsychologie

2. Klinisch-psychologische Bedeutung von Partnerschaft und Ehe

Um die Bedeutung der Familie verstehen zu können, muss man die Bedeutung der Partnerschaft verstanden haben, da sie die elementarste und wichtigste Kernzelle der Familie bildet und alle wesentlichen Einflussfaktoren für die kindliche Entwicklung durch die Paarkonstellation und -beziehung direkt und indirekt konstituiert werden. So sind die vier klassischen Risikofaktoren für die Entstehung kindlicher Störungen (psychische Störungen der Eltern, elterliche Sensitivität, elterliches Erziehungsverhalten, Partnerschaftsstörungen) in hohem Maße mit der Frage verbunden, wie die Partnerschaft qualitativ gelebt wird oder wie sich eine Trennung oder Scheidung auf diese Variablen (Sensitivität, Erziehung, Befinden der Eltern) auswirkt. Die Partnerschaft der Eltern ist der Dreh- und Angelpunkt des gesamten familiären Lebens, da sie nicht nur das Familienklima maßgeblich prägt, Werte, Einstellungen und Verhaltenskodizes definiert, sondern den Kindern im Sinne des Modelllernens auch den familiären und dyadischen Alltag vorlebt.

So zeigten Van Doorn, Branje, VanderValk, Goede und Meeus (2011) bei 559 Adoleszenten im Alter von rund 13 Jahren und einer zweiten Kohorte von Jugendlichen im Alter von knapp 18 Jahren, dass sich der Problemlöse- und Konfliktstil zwischen Eltern und Jugendlichen auf ihren Umgang mit Gleichaltrigen auswirkt und nicht umgekehrt. Der Umgang zwischen Eltern und Kindern wird seinerseits durch die Partnerschaftsqualität moderiert.

Merke!

Die Qualität der Paarbeziehung beeinflusst maßgeblich die Qualität der Elternbeziehung, der Eltern-Kind-Beziehung und der Geschwisterbeziehung. Die Partnerschaftsqualität konstituiert in hohem Maße das Familienklima. Wie die Eltern mit den Kindern umgehen, beeinflusst zudem deren Umgang mit den Peers.

Aber auch ohne Kinder spielt die Partnerschaft für die Lebenszufriedenheit und das Befinden der Partner eine zentrale Rolle, wie nachfolgend gezeigt wird (siehe Seite 48-51).
Stabile Partnerschaft und Ehe als Grundbedürfnis

Die hohe Scheidungsrate mit dem daraus resultierenden Pluralismus an Familienformen und veränderten Einstellungen gegenüber Ehe und Familie (vgl. Beck-Gernsheim, 1994; Peuckert, 2012; Tyrell, 1988) kontrastiert mit dem weiterhin fundamental ausgeprägt anzutreffenden Wunsch nach einer glücklichen und stabilen Partnerschaft (Bodenmann, 2003). Studien zeigen deutlich, dass sich die meisten Menschen in nahezu allen Kulturen trotz der hohen Instabilität von Beziehungen nach einer lebenslangen intimen Beziehung sehnen (Buss, 1995). Eine feste, glückliche Partnerschaft wird in den meisten Untersuchungen als einer der wichtigsten Werte genannt, die für das Lebensglück nötig sind (Bodenmann, 2003). In einer repräsentativen Studie, in der 18000 Personen aus 17 Nationen befragt wurden, gaben Verheiratete bezüglich des Glücks die höchsten Werte an, Personen in fester Partnerschaft folgten an zweiter und Singles an dritter Stelle (Stack & Eshleman, 1998).

Das Glück zu zweit ist für viele noch immer der erstrebenswerteste Lebensentwurf, und auch 2001 hielten immer noch 72% der Befragten ( N = 1000) die Ehe für sinnvoll und ideal (Peuckert, 2012).

Dennoch geht es weniger um die Ehe als Beziehungsinstitution, die klinisch-psychologisch von Interesse ist, sondern um die enge Beziehung als solche, die ein elementares Bindungsbedürfnis befriedigt.

Daher ist nicht die Ehe als solche relevant, sondern die Tatsache, dass zwei Menschen in dieser oder einer anderen Beziehungsform (Konkubinat, eingetragene Partnerschaft usw.) Halt und Geborgenheit, Stabilität und Kontinuität zu finden hoffen. Die hier dargestellten Befunde beziehen sich daher auch nicht auf die klassische Ehe (obgleich US-amerikanische Studien meist solche Stichproben vorweisen, da damit objektive Kriterien in Bezug au

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