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Mit Empathie arbeiten - gewaltfrei kommunizieren Praxistraining für Pflege, Soziale Arbeit und Erziehung von Altmann, Tobias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.09.2014
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
21,99 €
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Mit Empathie arbeiten - gewaltfrei kommunizieren

In der Krankenpflege, Sozialen Arbeit oder Erziehung werden Fachkräfte mit intensiven Emotionen anderer Menschen wie Angst, Hilflosigkeit oder Wut konfrontiert und erleben sie empathisch mit. Im Buch werden Belastungen durch unreflektierte Empathie beschrieben und Möglichkeiten dargestellt, wie Empathie reflektiert und ausgewogen empathisch gehandelt werden kann. Das Trainingsprogramm besteht aus Übungen für Seminare, Trainings oder Übungsgruppen. Dabei wird u. a. das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) umgesetzt und trainiert. Ziel ist es, emotionale Fehlbelastungen im eigenen Handeln zu erkennen und alternative Strategien aufzubauen.

Dr. Dipl.-Psych. Tobias Altmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent am Lehrstuhl für Differentielle Psychologie an der Universität Duisburg-Essen. Er ist seit mehreren Jahren als Mediator in Partnerschafts- und Elternkonflikten tätig und bietet Seminare und Trainings zu kommunikativer Konfliktlösung an. Seine Forschungsbereiche sind Empathie, gewaltfreie Kommunikation und Konfliktarbeit. Prof. Dr. Marcus Roth ist Universitätsprofessor für Differentielle Psychologie an der Universität Duisburg-Essen. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem Delinquenzentwicklung im Jugendalter, Typologien der Persönlichkeit, Stress und Stressverarbeitung sowie den professionellen Einsatz von Empathie in sozialen Berufen. Weiterhin ist er als Mediator in Sorgerechtskonflikten tätig. Die Autoren bieten auf Anfrage regelmäßig Seminare und Train-the-Trainer-Seminare für dieses Trainingsprogramm an.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 18.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170251571
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 3624 kBytes
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Mit Empathie arbeiten - gewaltfrei kommunizieren

1 Theoretischer Hintergrund des Trainingsprogramms

Zunächst wird auf das Konzept "Empathie" näher eingegangen. Dabei wollen die Autoren die Frage beantworten, was Empathie eigentlich ausmacht. Die Autoren formulieren dazu eine Definition mit Bezug zum aktuellen Kenntnisstand in der Psychologie und stellen ein integratives Rahmenmodell vor, das sogenannte "Empathie-Prozessmodell" (EPM) ( Kap. 1.1 ). Das EPM bildet auch den theoretischen Hintergrund für unser Training und eröffnet die Möglichkeit, auch ungünstige, dysfunktionale Formen emphatischen Reagierens zu verstehen. Solche dysfunktionalen Formen fassen die Autoren unter dem Konzept des "empathischen Kurzschlusses" (EKS) zusammen, der anschließend ausführlich beschrieben wird ( Kap. 1.2 ). Genau in der Verhinderung des Auftretens des EKS im Arbeitsalltag der sozialen Berufe liegt ein Hauptziel unseres Trainings. Um dieses Ziel zu realisieren, werden in unserem Training Elemente der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) eingesetzt. Die Grundzüge dieser Interventionsmethode werden ebenfalls in diesem Kapitel erläutert ( Kap. 1.3 ).
1.1 Was ist Empathie?

Ein Training zur Empathie muss sich natürlich auch mit dem auseinandersetzen, was Empathie eigentlich ist. Der Begriff Empathie wird sowohl in der Wissenschaft häufig untersucht als auch im privaten Alltag häufig gebraucht. Es scheint zunächst jedem klar, was darunter zu verstehen ist und bedarf in der Alltagskommunikation keiner weiteren Erklärung. Wird das Konzept allerdings genauer betrachtet, fallen viele offene Fragen auf: Handelt es sich bei Empathie beispielsweise eher um eine Art einfühlsames Verstehen oder direkt um ein Mitleiden? Heißt Empathie, dass ich mein Gegenüber verstehe oder auch, dass ich dasselbe fühle wie er oder sie? Es wundert daher nicht, dass in der psychologischen Wissenschaft der Begriff kontrovers diskutiert wird und sich unterschiedliche Definitionsansätze finden.

In der aktuellsten Auflage des "Dorsch" (Wirtz, 2013), dem renommiertesten und am meisten verbreiteten Lexikon der Psychologie, findet man folgende Definition: "Empathie ist die Fähigkeit zu kognitivem Verstehen und affektivem Nachempfinden der vermuteten Emotion eines anderen Lebewesens" (Altmann, 2013, S. 447). Die hier beschriebene Unterscheidung zwischen dem kognitiven/gedanklichen und affektiven/emotionalen Aspekt der Empathie hat sich in der Psychologie bis zum heutigen Tage durchgesetzt. Daher wird häufig differenziert in kognitive Empathie und affektive Empathie.

Der kognitive Aspekt der Empathie beschreibt das intellektuelle, rein gedankliche Verstehen und Nachvollziehen-Können. Hier ist also die Perspektivübernahme wichtig, nicht die Emotionen. Wenn sich beispielsweise die Partnerin eines Freundes von ihm trennt, ermöglicht mir meine kognitive Empathie, seine Situation durch gedankliches Nachvollziehen zu verstehen. Ich kann also vermuten, dass er traurig und verunsichert ist und die Befürchtung hat, für den Rest seines Lebens allein sein zu müssen. Die kognitive Perspektivübernahme kann sich also auch auf Emotionen der anderen Person beziehen, aber sie bleibt eine rational-logische Betrachtung. Die Gefühle der anderen Person werden gedanklich erschlossen und abgeleitet, nicht mitgefühlt.

Der affektive Aspekt beschreibt, dass man selbst gleiche oder zumindest ähnliche Emotionen erlebt, wie das Gegenüber. Dadurch kommt es zustande, dass das eigene Fühlen mehr zur Situation des Gegenübers passt, als zur eigenen (Hoffman, 2000). So bin ich beispielsweise ebenfalls traurig, wenn mir eine Freundin erzählt, wie traurig sie ist, weil ihr Vater verstorben sei. Die Traurigkeit passt natürlich besser zu ihrer Situation, aber ich fühle sie affektiv-empathisch mit und bin da

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