text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Motivationspsychologie und ihre Anwendung

  • Erscheinungsdatum: 06.10.2005
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
21,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Motivationspsychologie und ihre Anwendung

Motivation spielt eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Schüler für das Lernen zu begeistern oder Arbeitnehmer zu mehr Engagement am Arbeitsplatz anzuspornen. Arbeitgeber und Lehrer erhoffen sich hierzu von der Wissenschaft leicht umzusetzende Tipps. Bei realistischer Betrachtung erweist sich das Motivationsgeschehen aber schnell als komplex. Personen können aus unterschiedlichsten Gründen motiviert sein und es kann viele Gründe geben, warum Personen Handlungen unterlassen. Dieses Buch berichtet hierzu den aktuellen Kenntnisstand, wobei die motivationspsychologischen Grundlagen sowie die Anwendungskonsequenzen für Schule und Beruf anschaulich aufgezeigt werden. Prof. Dr. Regina Vollmeyer und Prof. Dr. Joachim Brunstein lehren Pädagogische Psychologie an den Universitäten Frankfurt/Main bzw. Gießen. Mit Beiträgen von Tanja Bipp, Stefan Engeser, Hugo Kehr, Uwe Kleinbeck, Olaf Köller, Sander L. Koole, Andreas Krapp, Siegbert Krug, Julius Kuhl, Ulrich Kuhl, Thomas A. Langens, Brigitte Rollett, Ulrich Schiefele, Heinz-Dieter Schmalt, Kurt Sokolowski, Birgit Spinath, Lilian Streblow und Regina Vollmeyer.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 226
    Erscheinungsdatum: 06.10.2005
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170280083
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 9375 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Motivationspsychologie und ihre Anwendung

1 Einführung: Ein Ordnungsschema zur Integration verschiedener Motivationskomponenten

Regina Vollmeyer

1 Definition von Motivation

2 Werte und Erwartungen

3 Das Erweiterte Kognitive Motivationsmodell

3.1 Tätigkeitsanreiz

4 Schema für verschiedene Motivationsformen

5 Ziel und Aufbau des Buches

Literatur
1 Definition von Motivation

Motivation ist ein Begriff, der im Alltagsleben häufig als Erklärung beim Versagen in Leistungssituationen herangezogen wird. Wenn eine starke Fußballmannschaft ein Spiel gegen eine schwächere verliert, so wird als Ursache oft eine fehlende Motivation angenommen. Wenn Schüler 1 die Schule schwänzen, unterstellen Lehrer ihnen häufig mangelnde Motivation. Und auch, wenn in Betrieben Angestellte ihr Soll nicht erfüllen, diskutieren Vorgesetzte, wie sie die Motivation ihrer Mitarbeiter steigern können. Dies sind alles Beispiele für angeblich fehlende Motivation. Im Gegensatz dazu steht das motivierte Handeln, so wie es bei einem Schüler auffällt, der von sich aus ein Referat übernimmt und sich intensiv und mit hohem Zeitaufwand darauf vorbereitet. Oder man denke an einen Angestellten, der freiwillig und ohne Gehaltsausgleich Überstunden macht, um ein Projekt fertig zu stellen. Abstrakt gesprochen scheint Motivation etwas Homogenes zu sein, von dem wir je nach Situation mehr oder weniger haben. Diesem Alltagsverständnis entspricht jedoch nicht der Gebrauch des Begriffs Motivation in der Wissenschaft.

In der Motivationspsychologie wird Motivation als ein hypothetisches Konstrukt gesehen, das heißt, als etwas gedanklich Konstruiertes, mit dem die Zielgerichtetheit des menschlichen Handelns erklärt werden soll. Außerdem wird Motivation nicht als etwas Homogenes betrachtet, sondern in viele Komponenten aufgegliedert, aus denen dieses heterogene Konstrukt besteht. Bevor ich näher auf die verschiedenen Komponenten von Motivation eingehe, möchte ich eine Definition voranstellen.

Rheinberg (2004a, S. 15) definiert Motivation als "eine aktivierende Ausrichtung des momentanen Lebensvollzugs auf einen positiv bewerteten Zielzustand". Zugleich wird auch eine aktivierende Ausrichtung, weg von einem negativ bewerteten Zielzustand, mit eingeschlossen. Diese Definition lässt sich wie folgt illustrieren: Wenn ein Schüler ein gutes Abitur machen möchte (das entspricht einem positiv bewerteten Zielzustand), so ist er hoch motiviert, für das Abitur zu lernen. Ist ein Schüler hingegen versetzungsgefährdet (das entspricht einem negativ bewerteten Zielzustand), wird er alles daransetzen, diesen als bedrohlich bewerteten Zustand zu vermeiden. Nach Rheinbergs Definition sind alle Handlungen, die ein Ziel haben, motiviertes Verhalten. Nichtmotiviertes Verhalten sind hingegen Routinetätigkeiten, wie zum Beispiel Frühstücken, zur Arbeit gehen, usw.

Welche Komponenten der Motivation lassen sich unterscheiden, wenn Personen ein positiv bewertetes Ziel verfolgen? Rheinberg (2004c) nennt die folgenden Komponenten: Erwartungen, Werte, Selbstbilder, Willensprozesse, Affekte/Emotionen, neurohormonelle Prozesse. Allein die Aufzählung dieser Komponenten macht deutlich, dass es sich bei Motivation tatsächlich um ein vielschichtiges Konstrukt handelt. Diese verschiedenen Komponenten darzustellen, ist Ziel unseres Buches. Es werden allerdings nur aktuelle Theorien berücksichtigt, da ältere, z. B. triebtheoretische Ansätze, in der aktuellen Diskussion zur Erklärung von Motivation nur noch selten herangezogen werden. Zu den triebtheoretischen Ansätzen zählen z. B. die Psychoanalyse nach Freud (1915, 1938) und das behavioristische Triebkonzept nach Hull (1943). Eine gute Zusammenfassung dieser Ansätze findet sich bei Heckhausen (1989), Rheinberg (2004a) und Schneider und Schmalt (2000). Im Folgenden gehen wir auf die bei

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen