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Mutig werden mit Til Tiger Ein Trainingsprogramm für sozial unsichere Kinder von Ahrens-Eipper, Sabine (eBook)

  • Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
eBook (PDF)
35,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Mutig werden mit Til Tiger

Ziel dieses verhaltenstherapeutischen Trainings ist es, sozial unsicheren Kindern mehr Selbstbewusstsein zu vermitteln, Vermeidungstendenzen abzubauen, neue praktische Handlungsstrategien aufzubauen und den Einsatz vorhandener Kompetenzen in sozialen Situationen zu fördern. Das Training ist für Jungen und Mädchen im Alter zwischen fünf und zehn Jahren konzipiert und bei Sozialer Unsicherheit, Sozialer Phobie, Störung mit sozialer Ängstlichkeit und Störung mit Trennungsangst einsetzbar. Das Trainingsprogramm unterscheidet sich von bisherigen Therapieprogrammen durch den Einsatz des "Tigers" als Identifikationsfigur und Modell. In zwei Einzelstunden und neun Gruppenstunden üben die Kinder gezielt selbstsicheres Verhalten ein. Zahlreiche Arbeitsmaterialien und Beispiele erleichtern die Umsetzung des Trainings in der Praxis. Die Neuauflage erläutert zudem, wie das Tiger-Training im Einzelsetting angewendet werden kann und liefert die Arbeitsmaterialien zum direkten Ausdrucken auf einer CD-ROM.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 170
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840922473
    Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
    Größe: 5012 kBytes
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Mutig werden mit Til Tiger

Kapitel 2 Klinische Symptomatik, Klassifikation und Epidemiologie (S. 10-11)

2.1 Das Erscheinungsbild der Sozialen Unsicherheit

Wie macht sich Soziale Unsicherheit nach außen bemerkbar?

Sozial unsichere Kinder sind unauffällig. Sie können Kindergarten und Schule durchlaufen, ohne dass irgendjemand bemerkt, dass sie Ängste oder Probleme haben. Sie können den Leistungsanforderungen genügen (vor allem im schriftlichen Bereich) und gelten als still und zurückhaltend. Sie verursachen in ihrem sozialen Umfeld keinen Leidensdruck, wie es etwa bei aggressiven Kindern der Fall ist (Petermann & Petermann, 1996). Nur sie selbst und eventuell ihre Eltern leiden unter den Folgen der Sozialen Unsicherheit.

Wie wirken sich diese Defizite für die Kinder praktisch aus?

Die Kinder können sich in sozialen Anforderungssituationen nicht behaupten. Sie vermeiden oder verweigern Sozialkontakte. Es fällt ihnen schwer, Freundschaften aufzubauen und zu erhalten. Sie haben Angst, vor einer Gruppe zu sprechen. Sie trauen sich nicht, alleine zur Schule, in Geschäfte oder zur Toilette zu gehen. Sie haben Angst, von anderen negativ bewertet zu werden, sich zu blamieren oder zu versagen. Sie fürchten sich vor Begegnungen mit mehreren Menschen oder mit Fremden. Sie wagen es nicht, eigene Ideen zu äußern, eigene Bedürfnisse zu formulieren, sich gegen andere durchzusetzen, ihre Interessen zu vertreten oder "Nein" zu sagen. Die Folgen sind fatal: Die Kinder ziehen sich zurück, ihr Handlungsradius wird immer eingeschränkter, ihre Sozialkontakte werden stetig weniger.

Folgen und Begleiterscheinungen Sozialer Unsicherheit

Die betroffenen Kinder zeigen häufig depressive Symptome: Sie fühlen sich wertlos, traurig, ganz anders als alle anderen, unattraktiv oder einsam (Epkins, 1996, Blechman, McEnroe, Carella & Audette, 1986, LaGreca & Stone, 1993, Inderbitzen & Hope, 1995). Kinder mit Hemmungen in sozialen Situationen sind weniger beliebt, haben einen niedrigeren Selbstwert und ein geringeres Verhaltensrepertoire als nicht-ängstliche Kinder (LaGreca et al., 1993, Asendorpf & van Aken, 1994). Die effektive Auseinandersetzung mit konkreten Lebenssituationen wird durch die Ängste und Hemmungen in sozialen Situationen verhindert.

Dies hat weitreichende Folgen für den Lebensbereich von Kindern im Grundschulalter, da die Kinder sich im Umgang mit Gleichaltrigen, Eltern und Lehrern zunehmend mit Schwierigkeiten konfrontiert sehen (Burk & Wittchen, 1991, Ahrens-Eipper & Hoyer, 2006), auch wenn dies vom jeweiligen Gegenüber nicht oder nur selten wahrgenommen wird (Kashdan & Herbert, 2001). Selbstunsichere Kinder zeigen geringere Schulleistungen (Burk et al., 1991, Bonney, 1943, Buswell, 1953) und haben größere Lernschwierigkeiten (Amidon&Simon, 1965) als sozial kompetente Kinder. So kann das im Kindesalter relativ stabile Beschwerdebild zu einem zentralen Problem der kindlichen Entwicklung werden.

In älteren Studien wurde angenommen, sozial unsichere Kinder hätten ähnliche Defizite in der sozialen Perspektivübernahme wie aggressive Kinder. Dafür findet die neuere Forschung jedoch keine Belege. Pfingsten (1991) vermutete einen kurvilinearen Zusammenhang zwischen sozialen Perspektivübernahmeprozessen und der Sozialen Kompetenz. Dies würde bedeuten, dass sowohl zu wenig als auch zu viel soziale Perspektivübernahme zu einem Mangel an Sozialer Kompetenz führen. Exzessive Perspektivübernahme ist gerade bei der Durchsetzung der eigenen Rechte ungünstig. Ein sozial unsicheres Kind könnte sich zu viel damit beschäftigen, dass der Andere die Forderung nur ungern erfüllt,

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