text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Neuropsychologie der Depression von Beblo, Thomas (eBook)

  • Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
eBook (PDF)
19,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Neuropsychologie der Depression

"Zu den Kernsymptomen der Depression – einer der häufigsten psychischen Störungen unserer Zeit – gehören neben der veränderten Stimmung, den Verhaltensauffälligkeiten und den körperlichen Symptomen auch Beeinträchtigungen geistiger Funktionen wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis. Diese neuropsychologischen Störungen beeinträchtigen das soziale Leben der Betroffenen und führen nicht selten zur Arbeitsunfähigkeit, weshalb die Diagnose und Therapie dieser Leistungseinbußen eine wichtige Bedeutung in der Behandlung depressiver Störungen zukommt.

Dieser Band vermittelt den aktuellen Wissensstand zum Thema, stellt das diagnostische Vorgehen sowie therapeutische Konsequenzen dar und diskutiert die neurobiologischen Grundlagen depressiver Störungen. Anhand von Fallbeispielen wird die klinische Bedeutung des Themas anschaulich demonstriert. Da depressive Störungen auch im Rahmen neurologischer Erkrankungen (z.B. nach einem Schlaganfall) ausgesprochen häufig vorkommen, ist diesem Thema ein eigenes Kapitel gewidmet. Allen Berufsgruppen, die sich wissenschaftlich oder klinisch mit depressiven Störungen beschäftigen, bietet der Band eine umfassende Darstellung des aktuellen Wissenstandes sowie wichtige klinische Anregungen. "

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 88
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840916625
    Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
    Größe: 1184 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Neuropsychologie der Depression

3 Ätiologie der Depression und der assoziierten funktionellen Defizite (S. 7-8)

3.1 Neurochemie

Schon ab den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden Störungen in bestimmten Neurotransmitter-Systemen als pathogenetisch relevant für affektive Erkrankungen angesehen. Hier rückten schnell die monoaminergen Systeme in den Vordergrund des Interesses. Die positive Wirkung der ersten trizyklischen Antidepressiva und der Monoaminoxidasehemmer sowie die negative Wirkung von Reserpin, welches die Katecholaminreservoirs entleert, und von α-Methylparathyrosin (AMTP), das die Synthese von Noradrenalin blockiert, führten 1965 zur Katecholaminmangel- Hypothese von Schildkraut und später als Erweiterung zur Monoaminmangelhypothese.

Noradrenalin

Die Versuche, reduzierte Konzentrationen von Katecholaminen (Noradrenalin, Dopamin) und deren Metaboliten (MHPG, VMS) in Liquor, Blut und Urin nachzuweisen, lieferten jedoch uneinheitliche Ergebnisse. Die experimentelle Depletion von Katecholaminen zeigte allerdings, dass bei vulnerablen Personen auf diese Weise eine depressive Episode ausgelöst werden kann. Weitere zumindest teilweise Bestätigungen einer pathogenetisch relevanten Rolle von Noradrenalin ergaben sich durch den Nachweis einer erhöhten β-Adrenozeptor-Dichte in kortikalen Neuronen (β-Rezeptor- Hypothese) und einer verringerten Anzahl katecholaminerger Neurone sowie einer verminderten Noradrenalin-Transporterdichte im Locus coeruleus bei depressiven Patienten. Die Reduktion der Supersensitivität der β-Adrenozeptoren wird als ein wesentlicher Wirkungsmechanismus von Antidepressiva gesehen. Die antidepressive Wirkung von sehr selektiv auf das noradrenerge System wirkenden Substanzen wie Desipramin unterstreicht die Relevanz dieses Wirkungsmechanismus. Des Weiteren konnten tierexperimentell in Paradigmen zur erlernten Hilflosigkeit, die als Annäherung an die Depression auf der Verhaltensebene gilt, erniedrigte Noradrenalinspiegel nachgewiesen werden (Müller & Krieg, unveröffentlichtes Manuskript; Rockstroh, 2001). Die Bedeutung von Noradrenalin bei der Regulation der generellen Aktiviertheit und damit der Intensität von Aufmerksamkeitsprozessen sei hier als Hinweis auf die neuropsychologische Relevanz dieser Befunde erwähnt.

Serotonin

Etwas später, gegen Ende der sechziger Jahre, wurde postuliert, dass eher ein Mangel an Serotonin die Ursache der Depression ist. Die Serotoninmangelhypothese konnte jedoch ebenso wenig durch den Nachweis reduzierter Konzentrationen von Serotonin und seines Metaboliten (5-HIA) im Blut, Liquor oder Urin depressiver Patienten bestätigt werden. Mit gewisser Konsistenz fand sich in den Gehirnen von depressiven Patienten nach Suizid eine erniedrigte Konzentration von Serotonin-Abbauprodukten.

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen