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OPD-KJ-2 Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik im Kindes- und Jugendalter Grundlagen und Manual

  • Erscheinungsdatum: 22.03.2016
  • Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
eBook (ePUB)
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OPD-KJ-2 Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik im Kindes- und Jugendalter

Die psychische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen bedarf einer eigenen Herangehensweise in der psychodynamischen Diagnostik. Nach dem erfolgreichen Vorbild der Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik für Erwachsene (OPD-2) wurden die psychodynamischen Konzepte operationalisiert, um ihre Vieldeutigkeit zu verringern. Das Ergebnis ist das vorliegende Manual, das sich als fakultative, modular aufgebaute psychodynamische Diagnostik in Ergänzung zum "Multiaxialen Klassifikationsschema" (MAS) versteht. Es arbeitet mit den Achsen Beziehung, Konflikt, Struktur und Behandlungsvoraussetzungen. Ziel ist es, auch Konzepte der Tiefenpsychologie und Psychoanalyse im Kindes- und Jugendalter so zu operationalisieren, dass ihre Verwendung besser überprüfbar wird und ihre Reliabilität steigt. Unter Beteiligung vieler deutschsprachiger Universitätskliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie, niedergelassener Kinder- und Jugendpsychiater sowie analytischer Kinder- und Jugendpsychotherapeuten ist es gelungen, ein vielfach angewandtes Instrument als Grundlage weiterer Diskussionen zu erstellen. Das Kapitel Beziehung schließt auch die Resonanz des Untersuchers mit ein. Das Kapitel Struktur wurde neu konzipiert und ist mit den Einschätzungen zu Persönlichkeitsfunktionen des DSM-5 kompatibel. Neu in der 2. Auflage: Alle Kapitel wurden von den Autoren aktualisiert. Integrierte Befundbögen im Anhang.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 22.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783456756523
    Verlag: Hogrefe Verlag Bern (ehemals Hans Huber)
    Größe: 2612 kBytes
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OPD-KJ-2 Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik im Kindes- und Jugendalter

Teil 1: Die OPD-KJ-2

1. Einleitung

Mit der Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (OPD) wurde seit 1992 im deutschsprachigen Raum ein System zur Ergänzung und Erweiterung der nosologischen Klassifikation (DSM-IV in den USA, American Psychiatric Association, 1994; ICD-10 in Europa, Dilling, Mombour & Schmidt, 1991) durch psychodynamisch orientierte diagnostische Achsen entwickelt (Arbeitskreis OPD, 1996) und überarbeitet (Arbeitskreis OPD, 2006).

Es wurde damit ein Instrument geschaffen, das einerseits der psychodynamischen Theoriebildung Rechnung trägt und andererseits versucht, die Interrater-Reliabilität in der psychodynamischen Beurteilung seelischer Zustände zu steigern. Das Instrument sollte dazu beitragen, die Unschärfe psychoanalytischer Begriffe - die immer wieder von anderen Therapieschulen kritisiert wurde - durch definitorische Setzungen aufzuheben. Die Reduktion von Unschärfen und Vieldeutigkeiten trägt damit natürlich auch zu einer unvermeidlichen Verkürzung mancher theoretischer Modelle bei, die jedoch unter praktisch diagnostischen und therapeutischen Handlungsgesichtspunkten angemessen ist.

Von ihrem Grundgedanken her waren OPD und die Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik im Kindes- und Jugendalter (OPD-KJ; Arbeitskreis OPD-KJ, 2007) darauf ausgerichtet, der kategorialen Sichtweise (im Sinne von Diagnosen) eine dimensionale Betrachtung psychischer Störungen im Sinne von Schweregradeinstufungen auf unterschiedlichen Achsen (oder Dimensionen) zur Seite zu stellen. Diese Herangehensweise an die Klassifikation psychischer Störungen hat sich als vorausschauend und wegweisend erwiesen, wie die aktuellen Entwicklungen im neuen amerikanischen Klassifikationssystem DSM-5 zeigen, bei dem dimensionale Sichtweisen und Schweregradeinschätzungen in das Kategoriensystem der psychiatrischen Diagnosen integriert werden.

Bei Kindern und Jugendlichen wurde schon früh in Weiterentwicklung der ICD-8 und ICD-9 ein multiaxiales nosologisches Schema erarbeitet (Remschmidt & Mattejat, 1994; Rutter, Shaffer & Sturge, 1975; Remschmidt, Schmidt & Poustka, 2008). Dieses erlaubte eine Diagnostik auf mehreren Ebenen: Auf der ersten Achse wird das klinisch-psychiatrische Syndrom beschrieben, die zweite erlaubt die Kodierung von Entwicklungsstörungen, auf der dritten wird die Intelligenz festgehalten und auf der vierten werden körperliche Krankheiten sowie Behinderungen diagnostisch eingeordnet. Die fünfte Achse erfasst assoziierte abnorme psychosoziale Umstände, und auf einer sechsten Achse wird das psychosoziale Funktionsniveau festgestellt. Um auch im Kindes- und Jugendalter über diese multiaxiale Klassifikation hinausgehende psychodynamische Aspekte ähnlich wie im Erwachsenenalter für eine angemessene Therapieplanung erfassen zu können, erfolgte 1996 die Gründung einer Arbeitsgruppe, die sich mit der Entwicklung eines Instrumentes zur operationalisierten psychodynamischen Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen beschäftigte (Arbeitskreis OPD-KJ, 2003, 2007).

Ausgehend vom Instrument der OPD für Erwachsene mussten weitreichende Modifikationen für das Kindes- und Jugendalter vorgenommen werden. Die zentrale Frage galt dem Einfluss von Entwicklungsprozessen auf die Psychodynamik. Die OPD-KJ verbindet psychodynamische, entwicklungspsychologische und klinisch-psychiatrische Perspektiven (Resch & Koch, 2012; Resch, Schulte-Markwort & Bürgin, 1998; Windaus, 2012). Multidimensionale Modelle der Entstehung psychischer Störungen werden dabei vertreten (Herpertz-Dahlmann, Resch, Schulte-Markwort & Warnke, 2008) und in ein biopsychosoziales Gesamtmodell integriert, das sich gegenüber psychodynamischen Perspektiven offen erweist (siehe Kapitel 2 Entwicklungskonzepte und Altersstufen ). OPD-KJ-2 soll dabei folgenden therapeutischen Besonderheiten Rechnung tragen: Es soll eine

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