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Pädagogische Psychologie des Lernens und Lehrens von Mietzel, Gerd (eBook)

  • Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
eBook (ePUB)
42,99 €
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Pädagogische Psychologie des Lernens und Lehrens

Das Lehrbuch zählt zu den Standardwerken in der Ausbildung von Studierenden der Pädagogischen Psychologie, der Pädagogik und des Lehramts. Der Leser erhält einen gut verständlichen und umfassenden Einblick in die Pädagogische Psychologie. Vor allem aus konstruktivistischer Sicht werden Themen wie (kooperatives) Lernen, Gedächtnis, Denken, Motivation und pädagogische Diagnostik dargestellt. Dabei wird davon ausgegangen, dass Lernen nicht nur in Kindheit und Jugend, sondern ebenso im Erwachsenen- alter stattfindet und entsprechend angeregt werden kann. In der 9., aktualisierten und erweiterten Auflage wurden aktuelle Studienergebnisse sowie neue Forschungsfelder und Fachbegriffe ergänzt. Wichtige Themen, wie etwa Klassenführung, werden ausführlicher dargestellt. Ein Schwerpunkt des Bandes liegt auf dem Bezug zur Praxis und der Anwendbarkeit der Konzepte im Unterricht. Zahlreiche Beispiele sowie Zusammenfassungen am Kapitelende sollen dem Leser zusätzlich helfen, sich den Inhalt dieses Buches zu erarbeiten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 732
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783844424577
    Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
    Größe: 5770 kBytes
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Pädagogische Psychologie des Lernens und Lehrens

1 1. Kapitel
Lernen, Lehren und die Pädagogische Psychologie

2 Fallbeispiel

Im Lehrerzimmer der Oberschule zum Dom fand vor kurzem eine erhitzte Diskussion statt. Es ging um die Frage, ob die Pädagogische Psychologie einem Lehrer wirksame Hilfen anbieten kann, wenn er alltäglich vor vielen Problemen steht, für die er eine Lösung finden muss. Lehrer Wolfgang Kapp gehörte zu jenen Kollegen des Lehrerkollegiums, die die Frage energisch verneinten. Entsprechend erklärte er mit erregter Stimme: "Man hat mir im Studium Geschichten von Pavlovs Hund und von Skinners Ratten erzählt, Beispiele für Wahrnehmungstäuschungen und ethnische Stereotype gegeben ... was hilft mir so ein 'Zeugs', wenn ich meine Schülerin Petra zum wiederholten Mal auffordern muss, auf ihrem Platz zu bleiben und endlich aufzupassen, wenn ich Daniel zum x-ten Male ermahnen muss, seine Hausaufgaben ordentlich zu erledigen, oder wenn ich dem größten Teil meiner Klasse immer wieder zu vermitteln habe, dass man sich in der Schule auch Inhalten zuwenden muss, die keinen Spaß machen?" Lehrerin Sabine Nollmann hatte den engagierten Ausführungen ihres etwas älteren Kollegen mit dem Ausdruck offenkundiger Missbilligung einige Zeit zugehört, sich aber dann entschlossen, ihm entschieden zu widersprechen. Auch sie habe - so erklärte sie - in ihrer Lehrerausbildung von Pavlov und Skinner gehört, aber stets sei dabei auch erarbeitet worden, welchen Bezug deren Theorien zu Ereignissen im Klassenzimmer hätten. Ihr sei in Seminaren vielfältig Gelegenheiten geboten worden, sich u. a. darin zu üben, welche Verhaltensweisen eines Schülers als "operante" (s. S. 215) zu gelten hätten, unter welchen Bedingungen die Frage der Lehrerin zu einem "diskriminativen Reiz" (s. S. 232f.) würde und wie man verhindern könne, dass Schüler durch Konditionierung negative Einstellungen gegenüber einzelnen Fächern entwickeln. In ihren Seminaren habe sie auch Erkenntnisse der Motivationspsychologie kennengelernt und wiederholt die Gelegenheit gehabt, in der Rolle einer Lehrerin (Seminar-)Stunden zu moderieren und dadurch praktische Erfahrungen in der Weckung von Neugier und Interesse sammeln zu können.

Die Diskussion im Lehrerzimmer wäre sicherlich noch einige Zeit fortgeführt worden, wenn ihr nicht der Schulgong, der zur Fortsetzung des Unterrichts rief, ein Ende gesetzt hätte. Als der Pädagogische Psychologe einige Tage später von dieser Diskussion unter Lehrern erfuhr, zeigte er sich erfreut, dass es durchaus gelingen kann, zumindest bei einigen Lehramtsstudenten eine positive Einstellung zu ihrem Fachgebiet zu entwickeln und es zudem möglich ist, dass sich zukünftige Lehrer - wie offenkundig Lehrerin Nollmann - bereits im Studium in der Anwendung ihrer Erkenntnisse üben können. ... Vielleicht - so wünschte sich dieser Pädagogische Psychologe - könnte sein Buch, Pädagogische Psychologie des Lernens und Lehrens, ein wenig dazu beitragen, dass in Lehrveranstaltungen dieses Fachgebietes nicht nur für Abschlussprüfungen "gelernt" wird, sondern dass erarbeitete Erkenntnisse auch tatsächlich in die Entscheidungen von Lehrern wirkungsvoll einfließen können.

Der kurzen einleitenden Schilderung lässt sich nicht entnehmen, welche fachliche Ausrichtung jene Lehrenden gehabt haben, die dem Lehrer Kapp im Rahmen seines Studiums klassische Lerntheorien und der Lehrerin Nollmann Theorien der 3 Konditionierung offenbar unter Hinweis auf den Praxisbezug vorgestellt haben. Es ist bereits wiederholt vor der Gefahr gewarnt worden, dass Studierende von Lehrveranstaltungen der Psychologie enttäuscht worden sind, denn "Studenten wenden sich üblicherweise dem Lernstoff zu - überzeugt davon, dass er für menschliche Probleme Relevanz habe ..., [werden] aber im weiteren Verlauf von der Anwendbarkei

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