icon_account_circle icon_add icon_arrow_down icon_warning icon_arrow_left icon_arrow_right icon_arrow_right_thin icon_arrow_up icon_card_giftcard icon_cart icon_check icon_close icon_dehaze icon_delete icon_howto_cart icon_download icon_download icon_howto_controller icon_edit icon_favorite icon_heart icon_info icon_list icon_loader icon_menu icon_pause_circle icon_play_circle icon_search icon_share icon_social_facebook icon_social_google icon_social_twitter icon_thumb_up icon_vorteil_android icon_vorteil_apple icon_vorteil_desktop icon_vorteil_ebooks icon_vorteil_hand icon_vorteil_hoerbuch icon_vorteil_reader icon_vorteil_smartphone icon_vorteil_songs icon_vorteil_system icon_vorteil_tablet icon_vorteil_windows
text.skipToContent text.skipToNavigation

Personalisierte Psychiatrie - Paradigmenwechsel oder Etikettenschwindel?

  • Verlag: Verlag Hans Huber
eBook (PDF)
26,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Personalisierte Psychiatrie - Paradigmenwechsel oder Etikettenschwindel?

Dank der Entschlüsselung des menschlichen Genoms ist es inzwischen möglich, bestimmte Erbanlagen mit der Anfälligkeit für Krankheiten oder der voraussichtlichen Wirkung von Medikamenten zu korrelieren. Daran knüpfen sich große Hoffnungen, Krankheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und Behandlungen auf den Einzelfall zuzuschneidern. Auf der anderen Seite mehren sich die kritischen Stimmen, die diese Form der "Personalisierung" für ein leeres Versprechen halten und angesichts der Wünsche von Patienten nach persönlicher Zuwendung gar von einem Etikettenschwindel sprechen.
Inwieweit lässt sich dieser Ansatz auf die Psychiatrie und Psychotherapie übertragen? Dieses Buch vermittelt einen Überblick über die aktuellen Diskussionen um die Möglichkeiten und Grenzen der "personalisierten" Psychiatrie und Psychotherapie. Neben den Erkenntnissen der psychiatrischen Grundlagenforschung werden gesundheitsökonomische, historische und ethische Aspekte der Debatte um Personalisierung dargestellt. In den Mittelpunkt rückt dabei der Begriff der Person, wie er für eine wirksame zukünftige Psychiatrie und Psychotherapie gefasst werden muss.

Produktinformationen

    Größe: 1722kBytes
    Herausgeber: Verlag Hans Huber
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 249
    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783456954073

Personalisierte Psychiatrie - Paradigmenwechsel oder Etikettenschwindel?

1. Anthropologie in der Psychiatrie : mit der Aussicht auf individualisierte Medizin obsolet? (S. 21-22)

Andreas Heinz, Anne Beck, Ulrike Kluge

Eine individualisierte Medizin verspricht eine individuell "maßgeschneiderte " Diagnostik und Therapie auch psychischer Erkrankungen durch Kombination von genetischen und neurowissenschaftlichen Daten. In der Tat hat die neurowissenschaftliche und genetische Forschung im Bereich psychischer Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten einen bedeutenden Aufschwung erfahren. Er wurde ganz wesentlich getragen durch neu entwickelte bildgebende Möglichkeiten, die die bestehenden Lokalisationsstudien (einerseits in Folge von Verletzungen und andererseits im Rahmen der Epilepsiechirurgie) um funktionelle Methoden der Bildung in vivo ergänzten. Kombiniert mit verschiedenen neurochemischen Methoden wie der Spektroskopie und der Positronen-Emissions-Tomografie ergibt sich darüber hinaus die mögliche Erforschung der Interaktion zwischen Neurotransmittersystemen einerseits und funktionellen Hirnaktivierungen bei Bewältigung bestimmter Aufgaben andererseits (siehe z. B. Kienast et al., 2008).

Dem Zuwachs an Detailwissen steht eine zunehmende Enttäuschung klinisch tätiger Therapeutinnen und Therapeuten gegenüber, da bildgebende Untersuchungen im Kernbereich der psychiatrischen Erkrankungen, d. h. mit Bezug auf die psychotischen, affektiven und Angststörungen bisher keine handlungsrelevanten diagnostischen Entscheidungshilfen bieten. Mit Bezug auf den Therapieverlauf gibt es zwar erste Studien, die darauf hinweisen, dass man beispielsweise aus dem Ausmaß der Aktivierung bestimmter Hirnregionen, die mit Aufmerksamkeitszuwendung in Verbindung gebracht werden, durch Alkoholbilder bei Alkoholabhängigen deren Rückfallrisiko partiell vorhersagen kann (Beck et al., 2012). Allerdings sind die Methoden so aufwendig, dass eine breite Anwendung im klinischen Alltag unwahrscheinlich ist, selbst wenn es gelingen sollte, im Rahmen verschiedener Replikationen die Befunde zu erhärten und so tatsächlich zu einem objektivierbaren Prediktor des Therapieverlaufs zu gelangen, der beispielsweise dazu benutzt werden kann, besonders gefährdete Patienten intensiver als andere zu behandeln bzw. zu unterstützen.

Das Versagen der derzeitig vorherrschenden neurobiologischen Methoden bezüglich der klinischen Diagnostik und weiterer, klinisch relevanter Fragestellungen im Rahmen der Psychiatrie und Psychotherapie lässt zwei Schlussfolgerungen zu: Entweder sind die neurobiologisch derzeit verfügbaren Methoden noch immer nicht exakt genug, um die komplexen, vielfältigen und wahrscheinlich auch im individuellen Verlauf wechselnden Muster neuronaler Aktivierung zu erfassen, die mit einzelnen Erlebnisweisen der Menschen in Verbindung stehen. Oder unsere klinischen Krankheitsbilder sind - da weitgehend aus traditionellen Überlegungen wie beispielsweise der Unterscheidung zwischen Gedanken und Gefühlen entwickelt - zu weit entfernt von den neurobiologischen Grundlagen psychischer Funktionen. So wäre es denkbar, dass beispielsweise das Erleben depressiver Verstimmungen unterschiedliche neurobiologische Korrelate aufweist, die auf Netzwerkebene unterschiedliche limbische Strukturen umfassen, auf Neurotransmitterebene mit verschiedenen Änderungen der neuronalen Übertragung in unterschiedlichen Botenstoffsystemen verbunden sind und im Bereich endokrinologischer Korrelate wiederum interindividuell wie möglicherweise auch intraindividuell komplexe Interaktionen zwischen beispielsweise einer Aktivierung des Stresshormonsystems und ihrer jeweiligen neurochemischen wie funktionellen Korrelate aufweisen (vgl. z. B. Reimold et al., 2011). Bezüglich der derzeit verfügbaren neurobiologischen Methoden ist kritisch anzumerken, dass die bisher vordringlich angewendeten Methoden weitgehend auf die Erfassung der "Spitze des Eisbergs" zielen, d. h., dass sie sich auf Hirnregionen konzentrieren, die bei mehreren Individue

Kundenbewertungen

    Hofer life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.