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Postpartale psychische Störungen Ein interaktionszentrierter Therapieleitfaden von Wortmann-Fleischer, Susanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.03.2016
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
34,99 €
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Postpartale psychische Störungen

Die Anpassungsleistungen sind für psychisch kranke Mütter besonders hoch. Neben der Bewältigung ihrer Erkrankung (z. B. Depression, Angst, Psychose) sind sie gefordert, in die Mutterrolle hineinzuwachsen und im täglichen Kontakt mit ihrem Baby mütterliche Feinfühligkeit zu entwickeln. Zugeschnitten auf die Bedürfnisse dieser Frauen werden Mutterschaftsthemen (Rollenkonflikte, Stressbewältigung, Krisenmanagement) mit verhaltenstherapeutischen Techniken vermittelt. Als innovativer Schwerpunkt sind Elemente einer kommunikationsorientierten Eltern-Säuglings-Psychotherapie integriert. Für Therapeuten stehen eine Einführung in entwicklungspsychologische Grundlagen, Arbeitsmaterialien und Videographien von Mutter-Kind-Interaktionen für die Therapiestunden zum Download bereit. In der 2. Auflage ist das überarbeitete Therapiekonzept um achtsamkeitsbasierte Übungen sowie Konzepte der Körperorganisation sowie der Mentalisierung erweitert. Dr. (H) Susanne Wortmann-Fleischer, niedergelassene Fachärztin für Psychiatrie/Psychotherapie. George Downing, Ph.D., Klinischer Psychologe, Universität Paris VIII. Dr. med. Christiane Hornstein, Ärztin für Psychiatrie, Leiterin des Zentrums für peripartale Therapie am Psychiatrischen Zentrum Nordbaden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 114
    Erscheinungsdatum: 16.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170302143
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 4348 kBytes
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Postpartale psychische Störungen

2 Konzeptioneller Hintergrund des Therapieprogramms

2.1 Inhalte des Therapieprogramms

Die Geburt eines Kindes gilt als die Situation im Leben einer Frau, die mit der größten Umstellung verbunden ist. Sie zwingt die Mutter zu einer tief greifenden Neuanpassung ihrer psychischen Organisation sowie aller Handlungsebenen. Die Mutterschaft ist somit die individuelle Problemsituation, auf die sich die therapeutischen Interventionen beziehen (Roder et al. 2002).

Das Therapieprogramm für Mütter mit psychischen Störungen hat zwei Schwerpunkte:

- die intraindividuelle Auseinandersetzung mit den Anforderungen, Rollenbildern und Stressoren der Mutterschaft,

- die interaktionale Unterstützung der Mutter-Kind-Beziehung.

In zehn Gruppenstunden werden die folgenden Themen durchgearbeitet:

- Rollenbilder,

- Wahrnehmung positiver Gefühle,

- Stressfaktoren,

- Stressbewältigungsstrategien,

- Krisenmanagement,

- Neugierde an der Beobachtung des Kindes wecken,

- Bedeutung der beschreibenden Sprache,

- kindlichen Signalen ein Echo geben,

- Beruhigungstechniken,

- Führen und Folgen.
2.2 Zielgruppe

Das Therapieprogramm ist für Patientinnen mit unterschiedlichen psychischen Störungen geeignet, die sich jedoch bei allen Teilnehmerinnen subjektiv und/oder objektiv auf die Beziehung zum Kind auswirken. Die Störung der mütterlichen Kompetenzen und der Mutter-Kind-Beziehung in der frühen Mutterschaft ist die gemeinsame Indikation für alle Teilnehmerinnen zur Aufnahme in die Gruppe. Somit können Patientinnen mit affektiven, psychotischen, Angst-, Zwangs- und Anpassungsstörungen einbezogen werden.
2.3 Gruppenziele

Ziele des Therapieprogrammes sind die emotionale Entlastung der Mutter, die Auseinandersetzung mit ihrer Rolle als Mutter, die Vermittlung von Stressbewältigungsstrategien und konkreten Hilfen sowie die Förderung mütterlicher Kompetenzen. Durch die Sensibilisierung für kindliche Signale und Bedürfnisse und durch die Vermittlung entwicklungspsychologischer Kenntnisse sollen die Patientinnen zu Expertinnen ihrer Mutterschaft werden. Krankheitsauslösende und -aufrechterhaltende Belastungen sollen reduziert und die auf die Mutterschaft bezogene Symptomatik gebessert werden. Die Mütter sollen Ressourcen und Kompetenzen für das Krankheitsmanagement entwickeln, die zur Gesundung und Rückfallvorbeugung beitragen.
2.4 Therapiebausteine

Es werden Elemente aus der kognitiven Verhaltenstherapie, der Psychoedukation und der interpersonellen Psychotherapie übernommen, die sich bei der Behandlung affektiver und psychotischer Störungen als wirksame Therapieverfahren erwiesen haben (Übersicht z. B. bei Grawe et al. 1994, Hautzinger 1997, Schramm 1996, Wunderlich et al. 1996, Mojtabai et al. 1998, Hahlweg 2002). Diese Therapieelemente wurden auf die Behandlung postpartaler Störungen übertragen und an die spezifische Problemsituation der Patientinnen angepasst. Zusätzlich sind Elemente der Eltern-Kleinkind-Beratung und -Therapie integriert (Übersicht z. B. bei Dornes 1999). Diese interaktionszentrierte Therapieform basiert auf dem Grundlagenwissen über die frühkindliche psychische Entwicklung und wird zur Behandlung von Verhaltensproblemen und Regulationsstörungen in der frühen Kindheit (0-3 Jahre) eingesetzt (Übersicht z. B. bei Papousek et al. 2004).

Die folgenden Therapiebausteine kommen zur Anwendung:
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