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Psychologische Diagnostik von Beauducel, André (eBook)

  • Verlag: Hogrefe Verlag
eBook (PDF)
26,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Psychologische Diagnostik

Psychologische Diagnostik kommt in vielen Bereichen, wie z. B. der Personalauswahl und der Begutachtung sowie der Entscheidung über therapeutische Maßnahmen, zum Einsatz. Das Ziel dieses Lehrbuches ist es, grundlegende Prinzipien dieses Faches zu vermitteln. Einleitend werden die Aufgaben der psychologischen Diagnostik vorgestellt, wobei auch auf rechtliche Rahmen bedingungen und fachlich-ethische Perspektiven des psychologisch-diagnos tischen Arbeitens eingegangen wird. Weiterhin wird die Frage thema tisiert, was genau der diagnostische Prozess ist und mithilfe welcher Informationen er gestaltet werden kann, um zu einer Entscheidung hinsichtlich der diagnostischen Fragestellung zu gelangen. In weiteren Kapiteln vermittelt der Band fundiertes Wissen zu wesentlichen Gütekriterien diagnostischer Testverfahren, wie Objektivität, Reliabilität und Validität. Ebenso werden die wichtigen Themen der Messinvarianz, Test fair ness, Normen und Verzerrungstendenzen behandelt. Schließlich werden Kenntnisse vermittelt, wie diagnostische Informationen unter Berücksichtigung der relevanten fachlichen Standards adäquat erhoben, ausgewertet, interpretiert und im Rahmen diagnostischer Entscheidungsfindungen integriert werden können. Ein abschließendes Kapitel geht auf Qualitätsbeurteilungssysteme (z. B. DIN 33430, ISO 10667) ein. Zahlreiche Kästen mit zentralen Inhalten und Definitionen strukturieren den Text. Prüfungsfragen ermöglichen es, das Gelernte zu reflektieren und zu wiederholen. Die Band enthält ein Glossar zum Nachschlagen der wichtigsten Fachbegriffe. Verständnisfragen und Lösungshinweise und weitere Informationen für Studierende und Lehrende werden auf der Website psychlehrbuchplus zur Verfügung gestellt.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 328
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840922565
    Verlag: Hogrefe Verlag
    Größe: 16523kBytes
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Psychologische Diagnostik

Schmidt-Atzert und Amelang (2012) beziehen nun nicht mehr wie Amelang und Schmidt-Atzert (2006) die psychologische Diagnostik zunächst allgemein auf Merkmalsträger, sondern vertreten explizit die Auffassung, dass der Gegenstand der psychologischen Diagnostik Menschen seien . Zur Relativierung dieser Position wird hier nur exemplarisch auf die Studie von Capitano und Widaman (2005) verwiesen, in der Persönlichkeitseigenschaften von Rhesusaffen eingeschätzt wurden . Diese individuelle Zuschreibung von unterschiedlichen Ausprägungen von Persönlichkeitseigenschaften zu Rhesusaffen wird hier auch als ein Vorgang der psychologischen Diagnostik gesehen . Eine Verhaltensbeobachtung und eine anschließende Einschätzung der Eigenschaften von Menschen (beispielsweise im Rahmen eines Assessment-Centers) konstituiert kein grundsätzlich anderes Vorgehen . Ein anderes Beispiel für eine psychologische Diagnostik an Tieren ist die Beurteilung manisch-hyperaktiven Verhaltens von Mäusen in ihren Käfigen (Scotti et al ., 2011) . Die Autoren beobachteten das hyperaktiv-manische Verhalten an den Mäusen vor und nach einer Medikation . Solche Studien, in denen Verhaltenstendenzen ("Verhaltensphänotypen") von Tieren diagnostiziert werden, können für die Klinische Psychologie von großer Bedeutung sein . Aus Sicht der Autoren dieses Buches erscheint es nicht zweckmäßig, die vielen psychodiagnostischen Vorgänge, die vor allem in der Forschung nicht ausschließlich am Menschen erfolgen, aus der psychologischen Diagnostik auszuschließen . Auch ein Beschränken der psychologischen Diagnostik auf die Praxis würde einen großen Teil interessanter psychologischer Diagnostik, die notwendigerweise auch in der Forschung stattfindet, ausblenden . Insofern wird im Rahmen dieses Buches explizit weiterhin auf Merkmalsträger verwiesen .

Der Überblick über die Definitionen der psychologischen Diagnostik verdeutlicht bereits viele Gesichtspunkte, die für das Fach von zentraler Bedeutung sind . Inzwischen hat die Diskussion um Qualitätsmaßstäbe in der psychologischen Diagnostik - nicht zuletzt vor dem Hintergrund der DIN 33430, die Qualitätsmaßstäbe für die berufsbezogene Eignungsdiagnostik feststellt - eine Konvergenz und eine erhebliche Relevanz erreicht (DIN, 2002; Hornke & Winterfeld, 2004) . Dies spiegelt sich auch in den Definitionen psychologischer Diagnostik von Ziegler und Bühner (2012) sowie von Schmidt-Atzert und Amelang (2012) wider . Daher sollen auch nach Meinung der Autoren dieses Buches wissenschaftliche Minimalstandards sowie der Bezug zu den fachlichen Kompetenzen bei der Formulierung einer Definition für die psychologische Diagnostik nicht fehlen . Um zum anderen den mit Bezug zu Dieterich (1973) und Westmeyer (1995) erwähnten Aspekt zu betonen, dass eine essenzialistische Interpretation der Merkmale nicht nur für die Merkmalsträger problematische Konsequenzen haben könnte, sondern auch wissenschaftlich nicht angemessen erscheint, sollte eine Definition der Diagnostik auch verdeutlichen, dass nicht an sich gegebene Merkmale oder Charakteristika sondern psychologische Konstrukte und Theorien der Gegenstand der psychologischen Diagnostik sind . Schließlich sollte auch der in Amelang und Schmidt-Atzert (2006) berücksichtigte Gesichtspunkt nicht fehlen, dass es bei der psychologischen Diagnostik auch um Präzision geht, d .h . dass wir Merkmalsausprägungen und Charakteristika niemals genau erfassen, sondern lediglich mit einer bestimmbaren Genauigkeit schätzen . Ziegler und Bühner (2012) umgehen die genannten Probleme, die sich aus der Zuschreibung von Merkmalsausprägungen zu Merkmalsträgern ergeben, indem sie diesen Aspekt, der in der Vergangenheit auch zu problematischen Interpretationen geführt hat, aus ihrer Definition der psychologischen Diagnostik heraushalten (siehe oben) . Auch Schmidt-Atzert und Amelang (2012) schlagen eine Definition psychologischer Diagnostik vor, die ohne die Zuschreibung von Kon

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