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So überzeugt man mit Rhetorik Schlagfertig argumentieren mit Aristoteles, Lincoln und Homer Simpson von Heinrichs, Jay (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2019
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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So überzeugt man mit Rhetorik

Wenn die Kinder nicht ins Bett wollen, der Chef die Gehaltserhöhung aufschiebt oder der Kontrolleur einen beim Schwarzfahren erwischt, hilft nur noch eines: Überzeugungskraft. In seinem seit Jahren aufgelegten Standardwerk erklärt Jay Heinrichs anhand zahlreicher Beispiele, welche rhetorischen Strategien uns täglich in der Werbung, in der Politik oder in ganz normalen Gesprächen begegnen, und wie wir sie selbst einsetzen können, um uns in den unterschiedlichsten Lebenslagen argumentativ durchzusetzen. Dabei unterstützen ihn die Kniffe so begabter Redner wie Cicero, Winston Churchill – und Homer Simpson. Ein kluges, lehrreiches und amüsantes Buch für alle, die die nächste verbale Auseinandersetzung endlich mal gewinnen möchten! Jay Heinrichs war sechsundzwanzig Jahre lang als Journalist, Redakteur und Verleger tätig, bevor er sich ganz dem Thema Rhetorik verschrieben hat. Als Experte zum Thema berät und unterrichtet er unterschiedlichste Gruppen, von Studenten über Manager bis hin zu NASA-Wissenschaftlern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 01.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492991971
    Verlag: Piper
    Serie: Piper Taschenbuch .30742
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So überzeugt man mit Rhetorik

1. ÖFFNE DEINE AUGEN

DAS UNSICHTBARE ARGUMENT

Eine persönliche Geschichte schrankenloser Überzeugungskraft

"Die Wahrheit entspringt dem Streit unter Freunden." - DAVID HUME

Es ist früh am Morgen. Mein siebzehnjähriger Sohn sitzt beim Frühstück, was mir eine kurze Spanne verschafft, selbst das Badezimmer zu benutzen. Mit einem Handtuch um die Lenden trete ich ans Waschbecken, wobei ich tunlichst den grauenvollen Anblick im Spiegel meide. Als Schriftsteller muss ich mich nicht jeden Tag rasieren. (Im Marketing nennt man Leute wie mich verzweifelt "Verbraucher mit wenig Sinn für ihr Äußeres".) Ich habe allerdings meine Standards, und Hygiene ist einer davon. Ich schnappe mir Zahnbürste und Zahnpasta, nur um festzustellen, dass die Tube leer ist. Wir haben einen Vorrat, doch der befindet sich in einem Regal im eiskalten Keller, und dafür bin ich nicht angezogen.

"George!", rufe ich. "Wer hat die ganze Zahnpasta aufgebraucht?"

Eine sarkastische Stimme auf der anderen Seite der Tür antwortet. "Das ist ja wohl nicht der Punkt, Papa, oder? Der Punkt ist, wie wir so etwas in Zukunft vermeiden."

Er hat mich am Wickel. Unzählige Male habe ich ihm gesagt, dass die produktivsten Argumente die Zukunftsform benutzen, das Tempus der noch offenstehenden Wahlmöglichkeiten.

"Du hast recht", gebe ich zu. "Du hast gewonnen. Bringst du mir jetzt bitte die Zahnpasta?"

"Na klar." George holt die Tube, glücklich, dass er seinen Vater in einem Rededuell geschlagen hat.

PROBIEREN SIE DIES IN EINER BESPRECHUNG

Antworten Sie, wenn Zweifel an Ihrer Idee laut werden: "Gut, optimieren wir sie." Fokussieren Sie die Debatte nun auf die Überarbeitung Ihres Vorschlags, als hätte ihn die Gruppe im Grundsatz bereits angenommen. Es ist eine Form der Konzession - rhetorisches Ju-Jutsu, mit dem Sie die Bewegung des Gegners zu Ihrem Vorteil nutzen.

Aber hatte er das wirklich? Wer bekam denn am Ende, was er wollte? In Wirklichkeit hatte ich ihn überredet, indem ich ihm den Punkt zugestand. Wenn ich einfach gesagt hätte: "Los, sei nicht so ein Faulpelz, hol mir die Zahnpasta", hätte George vielleicht ein langes Palaver vom Zaun gebrochen. Stattdessen verschaffte ich ihm ein Triumphgefühl, gewann auf diese Weise sein Wohlwollen und bekam genau das, was ich wollte. Ich hatte den Gipfel der Überredungskunst erreicht: Nicht nur hatte ich eine Einigung erzielt, sondern mein Publikum - wohlgemerkt, einen Teenager! - auch noch dazu gebracht, meinen Wunsch zu erfüllen.

Nein, George, ich habe gewonnen.
WIE MATRIX , NUR COOLER

Was ist das nur für ein Vater, der seinen eigenen Sohn in dieser Weise manipuliert? Ach, nennen wir es doch nicht Manipulation, nennen wir es Belehrung . Alle Eltern sollten die Rhetorik, die Kunst der überzeugenden Rede, als wesentliches Erziehungsmittel betrachten. Rhetorik ist die Kunst der Beeinflussung, der Freundschaft und Eloquenz, der Schlagfertigkeit und unabweisbaren Logik. Und sie macht die mächtigste aller sozialen Kräfte nutzbar, das Argument.

NÜTZLICHE FIGUR

Synkrise: Vergleichende Gegenüberstellung, vorzugsweise als scharfer Gegensatz: Nicht Manipulation, sondern Belehrung . Unten finden Sie ein ganzes Kapitel über Redefiguren sowie am Ende des Buches ein Glossar.

RHETORISCHER KNIFF!

Es ist nur fair, dass ich meine Karten offen auf den Tisch lege und Ihnen sage, wenn ich rhetorische Kniffe verwende, um Sie zu überreden. Die Matrix -Analogie ist mehr als ein populärkultureller Verweis auf einen Science-Fiction-Film; sie ist zugleich ein Hinweis auf etwas allgemein Akzeptiertes: die Existenz verborgener Mechanismen jenseits des Sichtbaren, von Computersoftware bis hin zur Quantenmechanik. Geteil

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