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Träume von Kindern und Jugendlichen Diagnostik und Psychotherapie von Hopf, Hans (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.10.2007
  • Verlag: Kohlhammer
eBook (ePUB)
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Träume von Kindern und Jugendlichen

Träume von Kindern finden in der Psychotherapie kaum Beachtung, da kleinere Kinder seltener Träume erzählen und kaum Einfälle äußern. Therapeuten sind unsicher, wie mit den Träumen umzugehen ist, zumal es wenig Literatur gibt. Dabei können Träume sowohl bei der Erstellung einer Diagnose als auch beim Einstieg in eine tiefere Bearbeitung von Konflikten hilfreich sein. In diesem Buch werden die wichtigsten Erkenntnisse über das Träumen von Kindern und Jugendlichen aus kinderpsychoanalytischer Sicht referiert. An vielen Beispielen wird verdeutlicht, wie es möglich ist, mit Träumen zu arbeiten. Themenbereiche wie Träumen und Malen, der Kindertraum als Fokus, der Traum in der Diagnostik, Traumserien, aber auch behandlungstechnische Erfordernisse in der tiefenpsychologisch fundierten und analytischen Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen werden aufgezeigt.

Dr. rer. biol. hum. Hans Hopf ist als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut in eigener Praxis tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 172
    Erscheinungsdatum: 25.10.2007
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170280762
    Verlag: Kohlhammer
    Größe: 10007kBytes
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Träume von Kindern und Jugendlichen

2 Struktur

2.1 Die Funktionen des Traumes

2.1.1 Die Funktion des Traumes in der Psychoanalyse und anderen tiefenpsychologischen Schulen

Da Traumerleben und Traumbericht verschiedene Kategorien darstellen und es, wie Rechtschaffen (1967) schrieb, kein empirisches Maß gibt, beide miteinander zu vergleichen, entzieht sich das Phänomen "Traum" letztlich einer wissenschaftlichen Prüfung. Je nach wissenschaftlich-theoretischem Standort und individuellen Vorstellungen erschließen sich den jeweiligen Untersuchern von Traumberichten unterschiedliche Aspekte, die sich teilweise überschneiden, jedoch immer nur einzelne Facetten zum Verständnis des komplexen Phänomens "Traum" darstellen können. Die Bedeutung des unterschiedlichen Standpunktes in der Traumdeutung wurde zum ersten Mal von Bittner (1983) hervorgehoben: Seiner Meinung nach besteht eine sog. synoptische Zusammenschau nicht darin, Analoges oder Ergänzendes zu entdecken, sondern einen Standpunkt zu finden, von dem aus die unterschiedlichen Betrachtungsweisen als sinnvolle Perspektiven einer Problemlösung erscheinen (vgl. S. 408f.).

Gemäß Hamburger (2006) ist für die Entwicklung von Lebewesen die Zuschreibung von Sinn durch ihre Pflegepersonen das zentrale Entwicklungsthema, weil jedes Gehirn darauf angelegt ist, Sinnzuschreibungen zu internalisieren. "Ohne dass wir ihre Träume für sinnvoll halten, lernen Kinder nicht träumen, und dabei ist es von untergeordneter Bedeutung, ob wir es für einfache Wunscherfüllungen, frühe Affekte oder Selbstnarrative halten, was sie da träumen" (S. 356). Aber ganz gleichgültig ist es auch für Hamburger nicht, weil sich Zuschreibung von Sinn bekanntlich an dem orientiert, was im zeitgenössischen gesellschaftlichen Konsens als sinnvoll gilt.

Im Folgenden beschreibe ich einige Funktionen des Traumes, die von der Psychoanalyse, tiefenpsychologischen Schulen sowie Neurowissenschaften erforscht und beschrieben wurden und die für Träume von Kindern, Jugendlichen und von Erwachsenen Gültigkeit besitzen.
Die Funktion der Wunscherfüllung

Für Freud (1900) war die Wunscherfüllung das konstante und ubiquitäre Merkmal jeden Traumes, sowohl innerhalb seiner topographischen Theorie als auch innerhalb der strukturellen Theorie. Seiner Meinung nach verfolgt das System Ubw als Ziel seiner Arbeit allein die Wunscherfüllung und verfügt auch über keine anderen Kräfte als die der Wunschregung (vgl. S. 541). Ein bewusster Wunsch könnte darum auch nur zum Traumerreger werden, wenn es ihm gelänge, einen gleich lautenden unbewussten zu wecken. Die halluzinierte Befriedigung der Wünsche würde dann zur Aufrechterhaltung des Schlafes führen, eine These, die von der physiologischen Schlafforschung zunächst allgemein angezweifelt wurde.

Freuds stark verallgemeinerndes Dogma von der Wunscherfüllung wurde von Vertretern anderer tiefenpsychologischer Schulen scharf kritisiert und in Frage gestellt (vgl. Jung, 1928; Siebenthal, 1953; Bartels, 1978). Aus Sicht der empirischen Forschung formulierten Fisher & Greenberg (1977) darum, dass es keinen empirischen Hinweis für die Hypothese gäbe, dass der Traum Ergebnis einer Wunscherfüllung sei ("There is no empirical backing for this thesis that the dream is a camouflage wrapped around an inner concealed wish", S. 394). Auch innerhalb der Psychoanalyse wird inzwischen angezweifelt, ob ein infantiler verdrängter Wunsch immer zur Traumentstehung erforderlich ist, auch wenn es weiterhin durchaus legitim erscheint, Träume als Ausdrucksgeschehen von Wünschen und Bedürfnissen zu betrachten (vgl. Thomä & Kächele, 1984, S. 158). Solms (1999) hat gerade diese Traumfunktion aus neurowissenschaftlicher Sicht nachweisen können. Er stellte fest, dass Schlaf und Affektivität antagonistische Zustände seien. Würde ein Signalaffekt während des Schlafs ausgelöst, so versuche das Ich, den zugrunde liegenden Trie

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