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Burnout im Zeitalter der Postmoderne: Erkranken wir an der Gesellschaft? von Buchholz, Corinna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.05.2015
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
eBook (PDF)
34,99 €
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Burnout im Zeitalter der Postmoderne: Erkranken wir an der Gesellschaft?

Trotz des Mangels an einer einheitlichen wissenschaftlichen Definition kam es gerade in den letzten Jahren zu einem inflationären Gebrauch des Begriffes 'Burnout'. Die Diskrepanz zwischen scheinbar intuitivem Verständnis des Konstruktes und dem Fehler einer einheitlichen Definition movierte diese Literaturstudie, in der der Tatsache Rechnung getragen werden soll, dass sich Krankheitsbegriffe nicht unabhängig von gesamtgesellschaftlichen Prozessen entwickeln und daher einer Untersuchung aus sozialpsychologischer Perspektive würdig sind. Dabei werden auch die Veränderungsprozesse in unserer globalisierten Arbeitswelt und deren Auswirkungen auf das Individuum und seine Identitätsbildung miteinbezogen

Corinna Buchholz wurde 1983 in Bremen geboren. Ihr Studium der Psychologie schloss die Autorin im Jahre 2011 mit dem Diplom ab. Bereits während des Studiums interessierte sie sich für die gesellschaftstheoretische Perspektive des Krankheitsbegriffs sowie die vermeintliche Dichotomie von Krankheit und Gesundheit, wobei sie durch psychiatrische Praktika zu der vorliegenden Arbeit motiviert wurde. Ihre Beschäftigung mit menschlicher Entwicklung und deren Förderung motivierte sie schließlich, den Beruf der Psychotherapeutin auszuüben und sich auch dabei wiederholt mit dem Spannungsfeld von Individuum und Gesellschaft auseinanderzusetzen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 84
    Erscheinungsdatum: 01.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842848351
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 397kBytes
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Burnout im Zeitalter der Postmoderne: Erkranken wir an der Gesellschaft?

Textprobe: Kapitel 2.4, Theoretische Ansätze zur Entstehung von Burnout: Wie entsteht Burnout und welche Faktoren bergen ein Risiko für seine Entwicklung? Auf diese Fragen existiert eine Vielzahl an Antworten. Grob unterscheiden kann man die Erklärungsansätze in individuumzentrierte und organisationale Modelle (Rösing, 2003). Während am Individuum orientierte Erklärungsansätze vorrangig den Zusammenhang von Persönlichkeitsvariablen mit Burnout untersuchen und das Umfeld dabei wenig betrachten, konzentrieren sich organisationale Modelle auf arbeitsbezogene Stressoren als Ursache des Ausbrennens (Schneglberger, 2010). Der Vorschlag eines integrierenden Burnout-Modells geht auf Burisch (2006) zurück, der Burnout als 'in Gang gesetzt durch Autonomieeinbußen in gestörten Auseinandersetzungen des Individuums mit seiner Umwelt, genauer: durch die innere Repräsentation solcher Interaktionen als gestörter und das Scheitern bei ihrer Bewältigung' (S. 148f). In seinem Modell gibt er die Vorstellung auf, dass Burnout auf wenige oder spezifische Ursachen zurückzuführen ist. Demgegenüber skizziert er eine Art Reiseroute, die von einem jetzigen Ist-Zustand in ein in der Zukunft liegendes Ziel führt oder dieses verfehlt. Die Reise ist dabei stets in Gefahr und Störungsmöglichkeiten gibt es viele. Auffällig ist hierbei der gewählte Terminus des Störfalls, der innerhalb der Kerntechnik die Bezeichnung für ein Ereignis im Betriebsablauf ist, 'für dessen sicherheitstechnische Beherrschung die Anlage jedoch ausgelegt ist, bzw. Schutzvorkehrungen getroffen wurden' und somit ebenso wie der Begriff des Burnout aus dem Gebiet der Technik entlehnt ist (Brockhaus, 1999). Rösing (2003) beklagt in ihrer umfassenden Analyse der Burnout-Forschung das Fehlen einer einheitlichen Theorie und fasst vorhandene theoretische Teilansätze in drei Erklärungsebenen zusammen: - die intrapersonale, - die interpersonelle und - die Person-Institutionen-Ebene. Diese drei Erklärungsebenen sollen im Folgenden aufgrund ihrer Bedeutung im Hinblick auf künftige Theorieentwicklungen näher erläutert werden. 2.4.1, Die Intrapersonale Ebene: Die ersten Theorieansätze der intrapersonalen Ebene gehen auf Freudenberger (1974) zurück, der stets betonte, dass nur engagierte Menschen ausbrennen können, die hohe Ansprüche an sich stellen. Pines (1993) fomuliert es so: 'Um auszubrennen, muss man erst einmal gebrannt haben. Ein Mensch, der keine solche Anfangsmotivation hatte, kann Stress, Entfremdung, Depression, eine existentielle Krise oder Müdigkeit erfahren, nicht jedoch Burnout' (zitiert nach Rösing, 2003, S. 109). Genau das Gegenteil behaupten Kalliath, O Driscoll & Gillespie (1998). Sie stellten bei Krankenhausangestellten höhere Burnout-Werte bei denjenigen fest, die weniger in ihre Arbeit involviert sind (Rösing, 2003). Eine solche Querschnittstudie kann jedoch nicht genau sagen, was Ursache, Korrelat oder Folge ist. Das Ergebnis kann jedoch ebenso gemäß dem phasenhaften Verlauf von Burnout interpretiert werden, demnach wären diese Menschen bereits im Burnout-Prozess fortgeschritten und daher schon ihrer Arbeit entfremdet und weniger involviert. Auch aktuelle psychodynamische Erklärungsansätze gehen von einer dysfunktionalen Bewältigung von intrapsychischen Anforderungen aus, welche einen verstärkten Gebrauch unreifer Abwehrmechanismen zur Folge haben und zum Burnout-Prozess beitragen können (Schneglberger, 2010). Längle (1997) interpretiert Burnout aus einer existenzanalytischen Perspektive als Sinnverlust und existenzielle Frustration. Eine Perspektive, die durchaus Überschneidungen mit dem Identitätsdiskurs in der Postmoderne aufweist, der Identitäts- und Sinnfindung in der heutigen Lebenswelt als besonders schwierige Aufgabe begreift. Auf den aktuellen Identitätsdiskurs wird im zweiten Teil dieser Arbeit näher eingegangen. Rösing (2003) sieht den Kern der intrapersonalen Ansätze in den postulierten intrapsychischen Disso

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