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Vom Regen in die Traufe Krebs haben Patienten, ich doch nicht von Conrad-Schneider, Magde (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.12.2014
  • Verlag: Magdes Verlag
eBook (ePUB)
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Vom Regen in die Traufe

Im Jahr 2012 erhält Magde Conrad-Schneider die Diagnose Brustkrebs. Ein Schock! Die lebensfrohe, stets gut gelaunte Magde soll krank sein? Das kann nicht sein!Doch aufgeben kommt für die gestandene Krankenschwester nicht in Frage. Mit der Unterstützung ihrer Familie und guter Freunde nimmt sie den Kampf gegen den Krebs auf und stellt sich jeder neuen Herausforderung mit Kraft und Entschlossenheit. Eine spannende, fast unglaubliche Lebensgeschichte, die Mut macht und Hoffnung gibt und den Leser bis zum Schluss in ihren Bann zieht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 499
    Erscheinungsdatum: 03.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958491298
    Verlag: Magdes Verlag
    Größe: 1545 kBytes
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Vom Regen in die Traufe

Freizeit und Freiheit

So verging Woche um Woche. Morgens hatte ich meistens meine Bestrahlungstherapie, das war wunderbar. Denn ich konnte ausschlafen, das hieß, eine Stunde länger als sonst oder als Paulo. Und doch musste ich um 7.30 Uhr aufstehen, damit ich pünktlich beim Bestrahlen war. So hatte ich eine Struktur im Tagesablauf, was auch eine gewisse Hilfe war. Alles konnte ich in Ruhe erledigen. Jeden Tag etwas Frühgymnastik, die Arme bewegen, möglichst im Freien oder am offenen Fenster, das weckte meine Lebensgeister. Es ging tatsächlich so weiter, ich hatte jeden Tag Besuch. Eine Freundin aus Idstein bei Frankfurt kam extra angefahren, meine alten Kolleginnen von der EKG-Abteilung der Klinik und so weiter. Und alle rieten mir einstimmig, auf jeden Fall den Mexikourlaub zu machen und danach in Reha zu gehen. "Eine Kur ist immer gut und du musst dich noch viele Jahre im Beruf bewähren, das braucht Kraft." So war der einstimmige Konsens meiner Besucherinnen, wenn wir das Thema Bestrahlung und Rehabilitation anschnitten. Auch die Romreise fanden alle toll, ich sollte mir ruhig den Tapetenwechsel gönnen, nach all den körperlichen und psychischen Strapazen. Ich sollte mein Ding durchziehen, am Arbeitsplatz würde sich schon alles wieder einrenken, wurde ich immer wieder getröstet.

Paulos Geburtstag stand an, er wollte jedoch nicht feiern und wir ließen es ruhig angehen. Wir fuhren nach Würzburg und verbrachten dort einen schönen Tag. Am Abend kamen nur ein paar einzelne Freunde vorbei, die gesehen hatten, dass wir zu Hause waren. Das war einfach und unkompliziert und da wir sonntags auch zu einer Konfirmation eingeladen waren, war das Wochenende schnell wieder um. Montags traf ich mich nochmal einmal mit meinem Chef in der Praxis und sagte ihm definitiv, dass ich die Reha für den Sommer beantragt hatte. Es fiel genau in diese drei Sommerwochen, in denen die Praxis geschlossen hatte. Dieses Mal war es ein schönes Gefühl in der Praxis zu sein, alle waren freundlich zu mir, mein Chef schaute mir offen in die Augen, es war einfach alles gut jetzt. Einige Patienten sprachen mich sofort an und wiesen darauf hin, wie sehr ich abgenommen hätte. "Ist das das Fitness-Center?", fragten einige Männer. Bei uns in der Praxis wurde sehr viel Wert auf Bewegung gelegt, die Patienten bekamen ärztliche Unterstützung und Beratung, was Bewegungstherapie und Fitness betraf. So lag es also nahe, dass sie dachten, ich hätte intensiv Sport betrieben. Irgendwie war das Phänomen lustig. Die Männer betonten, wie gut ich aussähe, die Frauen hingegen, dass ich so schmal geworden wäre und krank aussähe. Einige Menschen wussten von meiner Diagnose und sagten dann: "Magde, du siehst so gut aus, du kannst doch gar nicht krank sein." Ich erklärte es ihnen damit, dass ich momentan keinen beruflichen Stress hätte und Zeit, mich zu pflegen und zu schminken. So kam ich wirklich auf den Geschmack des schönen Lebens. Freundinnen in der Stadt treffen, da gab es dann jedoch Verbot für das Thema Krebs, oder ich marschierte nach der Bestrahlung wieder zu Fuß weiter in einen anderen Stadtteil, nach Steinbach, und traf mich dort mit einer brasilianischen Freundin mit zwei kleinen Jungs. Dann ging es um Kindererziehung, um Spielsachen und um Brasilien. So waren meine Tage bunt und abwechslungsreich. Zwischendurch, jedoch eher selten, tat ich auch etwas für den Haushalt, taute die Gefriertruhe ab und wusch alles schön aus. Die normalen, schnellen Hausarbeiten, wie Putzen, Kochen, Blumengießen, liefen so nebenbei. Größere Arbeiten und gründlichere Säuberungs- und Aufräumaktionen brauchten bei mir allerdings einen größeren Ruck.

Eines Tages plante ich einen Tagesausflug mit dem Zug nach Karlsruhe zu meiner Freundin. Ich hatte mich am Vortag um einen extra frühen Bestrahlungstermin bemüht, was auch super geklappt hatte. Ich wurde pünktlich aufgerufen und auch die Technik machte mir keinen Strich durch die Rechnung, sodass ich

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