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Können Tomaten träumen? Von der Intelligenz der Erde - Aufbruch zu einem neuen Naturverständnis von Bröckers, Mathias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.09.2015
  • Verlag: Westend Verlag
eBook (ePUB)
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Können Tomaten träumen?

Können Tomaten träumen? Hat Wasser ein Gedächtnis? Ist die Erde ein Lebewesen? Bestsellerautor Mathias Bröckers nimmt Sie mit auf eine Reise zu den Grenzen der naturwissenschaftlichen Erkenntnis. Es hinterfragt das übliche Naturverständnis und gelangt so zu erstaunlichen Ergebnissen aus den Bereichen der Kosmologie, Anthropologie und Evolutionsbiologie. 'Wunder geschehen nicht im Gegensatz zur Natur sondern im Gegensatz zu dem, was wir von der Natur wissen.' Augustinus

Mathias Bröckers ist freier Journalist, der unter anderem für die taz und Telepolis schreibt und bei der taz zur Zeit für die Blogs und das Online-Marketing zuständig ist. Er wurde 1954 in Limburg an der Lahn geboren. Ab 1973 studierte er an der FU Berlin Literaturwissenschaft, Linguistik und Politikwissenschaft (M.A.) Er gehörte zur Gründergeneration der taz und war dort bis 1991 als Kultur- und Wissenschaftsredakteur. Danach war er für 'Die Zeit' und 'Die Woche' als Kolumnist sowie als Rundfunkautor tätig und fungierte als Mitglied der Sachbuch-Jury der Süddeutschen Zeitung. Neben Radiosendungen, Kabarettprogrammen und Beiträgen für Anthologien veröffentlichte Mathias Bröckers zahlreiche Bücher. Seine Werke 'Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf' (1993) und 'Verschwörungen, Verschwörungstheorien und die Geheimnisse des 11.9.' (2002) wurden internationale Bestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 310
    Erscheinungsdatum: 22.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864896200
    Verlag: Westend Verlag
    Größe: 636 kBytes
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Können Tomaten träumen?

Einleitung: Allgegenwart des Sexuellen

"Symbolisierte (freier) Sex in den sechziger und siebziger Jahren noch die anti-bürgerliche Freiheit, symbolisiert er heute vor allem die Marktwirtschaft; die ununterbrochene Jagd nach Geld einerseits und das unersättliche Verlangen nach sofortiger Befriedigung andererseits."

Myrthe Hilkens 1

Ob Analsex normal sei, fragt mich eine Vierzehnjährige vor mehr als zweieinhalb Jahren. Ein Fünfzehnjähriger kann mir erklären, was FF bedeutet. Und nicht nur das. Er weiß, was Gangbang ist und auch Bukkake. Ich kenne weder das eine noch das andere, deshalb lass ich es mir von ihm erklären. Was er mir etwas schüchtern mitteilt, macht mich sprachlos, und ich bin auch entsetzt und frage daher: "Woher weißt du das?" Er entgegnet im Brustton der Überzeugung: "Ey Mann, das weiß doch jeder!"

Diese Jugendlichen vertrauen mir, sie sind sehr offen mir gegenüber, mit anderen würden sie nicht über Derartiges sprechen, das haben sie mir jedenfalls versichert. Und natürlich musste ich versprechen, nicht mit ihren Eltern darüber zu reden. Es sind die Kinder von Freundinnen. Ich habe sie als Säugling auf den Armen ihrer Mütter gesehen und sie selbst als Kleinkinder auf dem Schoß gehabt. Sie sind gut erzogen und gehen auf gute Schulen. Nichts an ihnen ist auffällig. Es sind ganz normale Teenager.

Diese Frage der Vierzehnjährigen und das Gespräch mit dem Fünfzehnjährigen haben mich seither nicht mehr losgelassen. Ich begann mit meinen Forschungen zu diesen Themen, halte seither meine Augen und Ohren weit offen, habe recherchiert und mit Dutzenden Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen über Sexuelles gesprochen, insbesondere über Sexuelles, das im öffentlichen Raum stattfindet. Rasch wurde mir klar: Wo immer man genauer hinsieht, stoßen wir auf Sexuelles, es ist allgegenwärtig, ja, Sex ist alles, und alles ist Sex.

Vieles von dem, was ich erfuhr, war schockierend, besonders meine Nachforschungen im Internet, weshalb ich zwei Mal kurz davor stand, mein Vorhaben, dieses Buch zu schreiben, abzubrechen. Wer wirklich aufmerksam ist, wird überrascht sein, was uns alltäglich sexuell serviert wird, ungefragt, versteht sich.

Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, dass Sexuelles überall präsent ist, dass wir gelernt haben, es zu übersehen. Ironischerweise sei Pornographie durch die blanke Allgegenwart praktisch unsichtbar geworden, schreibt die Soziologin Gail Dines. 2 Recht hat sie. Gleiches gilt allemal für das Sexuelle, das uns täglich rund um die Uhr begegnet.

Nehmen wir einen ganz frühen Morgen im Februar des Jahres 2015. Ich lese meine Tageszeitung. Nach ein paar Seiten findet sich ein nahezu halbseitiger Artikel inklusive Bild mit dem Titel "Baumpflege am Limit". Ganz klar, das ist für den einen interessant, ein anderer blättert vielleicht rasch weiter und sieht doch gleich schräg darunter, nicht unwesentlich kleiner, ebenfalls mit Bild und mit gleich fetter und großer Überschrift eine Anzeige: "Ungetrübtes Liebesglück statt Scheidentrockenheit". Zehn Seiten weiter folgen die Mietangebote, Angebote für Nebenbeschäftigungen, Gastronomie und Hotelgewerbe. Nicht zu übersehen im Dschungel dieser Offerten, die Rubrik "Erotik - Clubs - Kontakte". Unter anderem bieten "reife Damen" Tantra an, aber es gibt auch erotische Massagen zu dritt, und eine "Bildhübsche Farbige, 23 J., mit Konfektionsgröße 36" preist ihre Vielseitigkeit an "auch Hs/Htl.", also Haus- oder Hotelbesuche. Sämtliche Damen sind mit Telefonnummern versehen.

Das ist harmlos gegenüber dem, was im Netz los ist? Das kann sein. Oder besser gesagt, es stimmt, und das ist keineswegs tröstlich. Auch was im Laufe des Tages noch auf uns zukommt, ist nicht ohne, im Fernsehen, auf Plakaten, im Radio, in Musikvideos, auf der Straße, im Urlaubsprospekt, im Supermarkt, in der Apotheke und, und, und ...

Unverblümt wird

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