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Die Psychoanalyse des Jungen von Hopf, Hans (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.02.2014
  • Verlag: Klett-Cotta
eBook (ePUB)
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Die Psychoanalyse des Jungen

Die Jungen sind zum Problem geworden. Sie sind aggressiv, bewegungsunruhig, unaufmerksam, risikobereit, gelten als Störer. Vom ersten Tag an sind sie anders als Mädchen und entwickeln viel häufiger psychischen Auffälligkeiten. Warum ist das so? Und was können wir therapeutisch und erzieherisch dagegen tun? "Lieber Doc, Himmel, was für ein Teil, Sie furchterregender Vielgescheiter, uff! So viele klugen Gedanken haben in EINEM Kopf Platz, ich verneige mich mal schnell." Andreas Altmann, Autor des Bestsellers 'Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend' in einem Brief an Hans Hopf über 'Die Psychoanalyse des Jungen'. Das Buch greift anhand vieler Beispiele und Fallsequenzen folgende wichtige Themen auf: - die Entwicklung der männlichen Identität im Beziehungsdreieck mit Mutter und Vater, - die psychischen Ursachen von Aggression, mangelhafter Affektregulierung, Bewegungsunruhe und Aufmerksamkeitsdefiziten, - die Biologie des Jungen, - Triebentwicklung des Jungen, - die Geschwisterbeziehungen, - die Möglichkeiten einer hilfreichen pädagogischen und therapeutischen Begleitung. Die These von Hans Hopf, einer der renommiertesten Kinderanalytiker Deutschlands mit 40-jähriger Erfahrung: Die Jungen sind die "Emanzipationsverlierer", sie wachsen überwiegend "vaterlos" in einer feminisierten Welt auf. "Ich wünsche mir, dass Jungen in der Zukunft ihre phallischen Tendenzen und ihre Bewegungsfreude, vom liebevollen Blick der Mutter begleitet, leben dürfen, auch von den wohlwollenden Augen ihrer Erzieherinnen und Lehrerinnen. Dass nicht missverstanden wird, wenn sie oft aktiver, lauter, risikobereiter und aggressiver sind als Mädchen und dass sie die Umwelt erforschen dürfen. Dass sie gute Beziehungserfahrungen mit der Mutter erwerben und deren Weiblichkeit als etwas Wertvolles in sich schätzen werden. Dass sie - in Anwesenheit eines einander zugewandten Paares - zu ihrer eigenen Identität finden können. Dass sie innerhalb ihrer Erziehung auf eigene und auf öffentliche psychisch präsente Väter treffen, die sie liebevoll und konsequent begrenzen werden und mit denen sie sich identifizieren können, so dass sie sich entsprechend ihrer wesensmäßigen Charakterzüge zum reifen Mann entwickeln können." Hans Hopf

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 21.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608106763
    Verlag: Klett-Cotta
    Serie: Fachbuch
    Größe: 4129 kBytes
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Die Psychoanalyse des Jungen

Einführung – Jungen auf der Suche nach ihrer Identität

Eine Geburtstagsfeier. Drei etwa 3-jährige Jungen rennen schreiend durch den Raum. Plötzlich wirft sich der Größte auf den Kleinsten, dieser kreischt lauthals und windet sich los. Beide stehen wieder auf, rennen durch den Raum und johlen. Dann wird der dritte umgeschubst. Er schlägt sich den Kopf an, heult, hält sich den Kopf und rennt hinter dem Jungen her, der ihn umgestoßen hat. Kreischen, Johlen, knallrote verschwitzte Gesichter.

Am Rand steht ein kleines, vielleicht 4-jähriges Mädchen, schaut mit entgeistertem Gesichtchen, gleichzeitig fasziniert auf das Geschehen. So wie sie vielleicht später als Mutter den Sohn sehen wird, wie so manche Ehefrau ihren Mann, Erzieherinnen ihre Jungenhorde. Ein wenig befremdlich, unglaublich laut, immer in Bewegung, rivalisierend und streitend.
Eine persönliche Einleitung

Dieses Buch versucht, eine Entwicklungspsychologie des seelisch gesunden Jungen unter psychoanalytischen Aspekten zu entwerfen. Seelische Gesundheit ist jedoch nur zu beschreiben, indem man Gegebenheiten untersucht, bei denen sich ein Mangel offenbart oder etwas gestört ist, denn die Psychoanalyse ist bekanntlich der Meinung, dass Pathologie und Normalität nur gradweise voneinander unterschieden sind; die Pathologie ist lediglich eine besondere Ausprägung allgemeiner und normaler Eigenschaften (vgl. auch Dornes, 1994, S. 27). Es ist das große Verdienst von Freud, dass er mit seiner Konzeption der Hysterie und seinen Variationen des Sexualtriebs das Normale und Pathologische auf einer Ebene ansiedelte und als Varianten des gleichen fundamentalen seelischen Geschehens betrachtete (Marcus, 2004, S. 389).
Traumatisierte Kinder – heute wie damals

Darum sollen auch Vulnerabilitäten herausgearbeitet werden, etwa indem auf Fragen eingegangen wird, woher die doch erheblichen seelischen Geschlechtsunterschiede von Jungen und Mädchen herrühren, beispielsweise auch die wichtige Frage, warum Jungen so häufig externalisierende Störungen zeigen etc. Es ist also auch ein Buch über die sogenannte ADHS, ohne sich mit diesem umstrittenen Störungsbild explizit auseinander zu setzen. Wenn auf Problembereiche des Jungen eingegangen wird, müssen auch Überlegungen angestellt werden, wie eine erfolgreiche Erziehung aussehen könnte, die negativen Entwicklungen vorbeugt. Es ist aber vor allem ein Buch für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und soll auch Hilfestellungen für effektive psychoanalytische Behandlungen entwickeln. Ich habe darum versucht, alle theoretischen Überlegungen immer mit Fallbeispielen zu illustrieren.

Dabei genügt es nicht, ausschließlich individuelle Entwicklungen zu beschreiben. Betrachten wir Entwicklungen wie das Entstehen von neurotischen Störungen als interpersonale Prozesse mit innerseelischen Folgen, so wird deutlich, dass solches Geschehen in keinem abgegrenzten familiären Bereich stattfinden kann, sondern dass in diesen Raum unaufhörlich Einflüsse der Gesellschaft dringen, die sich atmosphärisch niederschlagen – damals und heute.

Noch eine private Anmerkung. Ich bin Kriegskind, bin Sohn eines vom Krieg traumatisierten Vaters und bin Vater und Großvater. Wenn ich meine eigene ethnische Identität überdenke, so erkenne ich auch die lebenslangen Anstrengungen, die eine solche Integration erfordert. Ich bin Nachkomme von deutschen, tschechischen und jüdischen Vorfahren, in Tschechien geboren, bin in meinem Leben sechzehnmal umgezogen und bin schließlich ein schwäbischer Kinderpsychoanalytiker geworden. Dennoch machen sich immer wieder die einzelnen Komponenten bemerkbar.

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