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Sprache und Traum in der psychodynamischen Therapie von Kindern und Jugendlichen von Hopf, Hans (eBook)

  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Sprache und Traum in der psychodynamischen Therapie von Kindern und Jugendlichen

Neben dem szenischen Geschehen und dem symbolischen Spiel sind Sprache und Traum die wichtigsten Kommunikationsmittel in den psychodynamischen Psychotherapien mit Kindern und Jugendlichen. Es werden die wesentlichen theoretischen Grundlagen zum Spracherwerb im Kontext der psychischen Entwicklung dargestellt. Im Mittelpunkt stehen das Sprechen sowie die Deutung in Psychotherapien während der verschiedenen Altersstufen. Auch die mehrsprachige Entwicklung in ihrer Bedeutung für die aktuelle Praxis wird berücksichtigt. Das Thema 'Traum' wird vor allem im Hinblick auf den behandlungstechnischen Umgang in den psychodynamischen Therapien beleuchtet. Der Initialtraum, der Gegenübertragungstraum sowie niederstrukturierte Träume werden diskutiert, stets vor dem Hintergrund ihrer praktischen Anwendungen. Dr. Hans Hopf ist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut sowie als Dozent und Supervisor in der Aus- und Weiterbildung tätig. Dr. Christiane Eleonore Winter-Heider ist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Dozentin und Supervisorin für die Ausbildung zu Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und lehrt an der Universität Kassel.

Produktinformationen

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Sprache und Traum in der psychodynamischen Therapie von Kindern und Jugendlichen

3 Das Sprechen, die Stimme, der Körper


Das Wort "Sprach spiel " soll hier hervorheben, daß das Sprechen der Sprache ein Teil ist einer Tätigkeit oder einer Lebensform. (Wittgenstein, PU
23)
3.1 Was bedeutet "Sprechen" in der psychotherapeutischen Praxis?

In der therapeutischen Sitzung sprechen wir und bedienen uns der Sprache (langue), die in gewisser Weise das Material liefert, aus dem der Sprecher auswählt, etwas ändert, hinzuerfindet, die er in seiner persönlichen Art nutzt (Parole). Unser zentrales Medium ist das Sprechen, die Rede, mit ihren Pausen, dem Schweigen.

Dabei richtet sich die Aufmerksamkeit nicht nur auf das, was gesprochen, gesagt oder nicht gesagt wird, sondern auch darauf, wie gesprochen wird - auf die Stimme - sowie besonders in der Kinderanalyse auch auf die Körpersprache, die Gestik und Mimik. Die Stimme ist einerseits Trägerin von Bedeutung, indem sie das gesprochene Wort transportiert, andererseits hat sie selbst Bedeutung. Was verrät uns ihr Klang, ihr Rhythmus? Sie ist dem Körper in der Entstehung zugehörig. Indem sie gehört wird, gehört sie nicht mehr zum Körper, nicht zum anderen, sondern stellt einen eigenen Raum an der Schnittstelle von biologischem und sozialem Leben her. Sie befindet sich, wie Mladen Dolar schreibt, an einem unmöglichen, ortlosen Ort (vgl. Dolar, 2014).

Für das Sprechen könnte man ein Spannungsfeld zwischen verschiedenen Polen skizzieren:

- Körper: Sprechen verlangt eine körperliche Aktivität - das Atmen, die Stimmbänder etc. - und wenn es einen anderen gibt, das Hören;

- Geist: Denken, die kognitive Komponente;

- Psyche: Als Ausdruck des bewussten und unbewussten seelischen Erlebens, von Affekten oder Triebhaftem mit prosodischen Elementen wie Intonation und Rhythmus sowie Versprecher, Mehrdeutigkeiten;

- Gesellschaft: Soziale Verständigung/Intersubjektivität, Orientierung auf ein gesellschaftliches System, den sozialen Code.
3.2 Stimme und Stimmung

Die Stimme, so (w-)ortlos sie sein mag, stellt sie doch etwas sehr Persönliches dar. Wie sonst könnten so viele Telefongespräche mit "Ich bin's" beginnen, was sich nicht so sehr durch den auf dem Display erscheinenden Namen erklärt, sondern durch die Stimme, von der der Sprecher annimmt, dass sie als die seine erkannt wird. Sie enthält - so könnte man formulieren - den Klang des Affektiven, des Triebhaften, sie enthält eine Musik, eine jeweils eigene für den jeweiligen Moment und die jeweilige Person abgestimmte Tonart und sinnliche Eigenschaften. Die emotionale "Ge-stimmt-heit" lässt sich an der Stimme erkennen. Aufregung, Unsicherheit, Ärger verraten sich in ihr jenseits des verbalen Inhalts der Rede. Geringe Modulation und stimmliche Verflachung sind z. B. als Hinweis auf mögliche Depression und Entleerung innerhalb von Beziehungen wahrzunehmen.

Die Wahrnehmung des stimmlichen Ausdrucks kann insbesondere in der Arbeit mit Jugendlichen in passenden Momenten zur Verfügung gestellt werden: "Ich höre ein Seufzen, eine belegte Stimme, es könnte um etwas Trauriges gehen." Oder: "Wenn du von der Person X sprichst, wird deine Stimme schroffer." Dies ermöglicht häufig einen Zugang zu einem Sinn, der in den verbalen Ausführungen nicht erkennbar wird. Eine solche Bezugnahme auf die Stimme zeigt auch, dass etwas von der emotional an den Analytiker gerichteten Botschaft gehört und anerkannt wird, gerade weil das, was in der Stimme mitschwingt, nicht gesagt werden kann. Sie kann weniger kontrolliert werden als der Inhalt der Rede, (obwohl natürlich auch in dieser das Unbewusste an den Brüchen, den Rändern, in den Versprechern arbeitet, an denen n

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