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Arbeit Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht von Bauer, Joachim (eBook)

  • Verlag: Blessing
eBook (ePUB)
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Arbeit

Schaffen wir die Arbeit - oder schafft sie uns?
Das rätselhafte Doppelgesicht der Arbeit: Aus ihr schöpfen wir Befriedigung, Kreativität und ein Leben in Wohlstand. Doch sie kann uns auch krank werden lassen. In jüngster Zeit wächst die Angst um den Arbeitsplatz. Auch keine Arbeit zu haben kann krank machen. Wer arbeitet, erlebt Leistungsdruck, Multitasking, schlechte Führung und Konflikte am Arbeitsplatz. Das fördert den Stress, und Dauerstress zermürbt. Krankheiten wie Depression und Burn-out steigen rapide an. Endet die "Kultur des neuen Kapitalismus" (Richard Sennett) in der Müdigkeitsgesellschaft? Wird in einer Welt der knapper werdenden Ressourcen das ökonomische Prinzip zum alles beherrschenden Dogma? Müssen immer mehr Menschen "arbeiten, bis der Arzt kommt"?
Der Neurobiologe, Mediziner und Bestsellerautor Joachim Bauer nimmt unsere Art zu arbeiten unter die Lupe. Wie wurde die Arbeit "erfunden"? Was ist Arbeit aus Sicht des Gehirns? Wie besteht jeder Einzelne die beispiellose Herausforderung der heutigen Arbeitswelt? Bauer stellt klar, dass Burn-out keine "Mode-Diagnose" ist. Die radikale Erkenntnis: Der Mensch ist evolutionär nicht für die heutige Arbeit gemacht! Was muss sich ändern?

Prof. Dr. med. Joachim Bauer ist Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut und lehrt an der Universität Freiburg. Für seine Forschungsarbeiten erhielt er 1996 den renommierten Organon-Preis der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie. Er veröffentlichte zahlreiche Sachbücher, unter anderem Das Gedächtnis des Körpers, Warum ich fühle, was du fühlst, Lob der Schule sowie Schmerzgrenze. Zuletzt erschienen bei Blessing die SPIEGEL-Bestseller Arbeit. Warum unser Glück von ihr abhängt und wie sie uns krank macht (2013) und Selbststeuerung - Die Wiederentdeckung des freien Willens (2015).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 272
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641097028
    Verlag: Blessing
    Größe: 1046 kBytes
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Arbeit

Der "Realitätstest" der Stressmodelle

Die oben dargestellten Modelle wären wertlos, wenn sie ihren Realitätstest nicht bestanden hätten. Die dargestellten Modelle erfassen, wie erwähnt, Stressmerkmale der Arbeitssituation. Brauchbar sind diese Modelle nur dann, wenn sich zeigen lässt, dass der mit ihnen erfasste Arbeitsstress mit objektivierbaren Gesundheitsstörungen in einer Wechselbeziehung stehen. Wie also stellen sich die Beziehungen zwischen der Situation am Arbeitsplatz und der Gesundheit der Erwerbstätigen dar? Was sagen Untersuchungen, die sich mit der Frage befasst haben, darüber aus, in welchem Umfang an heutigen Arbeitsplätzen - gemäß den oben dargestellten Modellen - Belastungen vorliegen und wie diese mit dem Burn-out-Syndrom, mit der Depression und mit Herzerkrankungen im Zusammenhang stehen?

Ergebnisse von Untersuchungen anhand des "Demands-Control"-Stressmodells nach Karasek und Theorell

Arbeitsstress ("Job Strain") und die daraus resultierenden Gesundheitsrisiken ergeben sich nach dem von Karasek entworfenen Modell aus einer Dysbalance von hohen Anforderungen (übergroße Arbeitsmenge, widersprüchliche Vorgaben und hoher Zeitdruck) und zugleich geringen Entscheidungsspielräumen bei der Ausführung der zu leistenden Arbeit. Unter Zugrundelegung dieser Definition von Arbeitsstress fand eine internationale Forschergruppe im Rahmen einer Untersuchung, die in 13 europäischen Ländern nahezu 200 000 Teilnehmer einschloss, dass 15 Prozent aller Beschäftigten unter andauerndem "Arbeitsstress" stehen 240 . Bei Erwerbstätigen, die einen geringeren Sozialstatus 241 oder ein niedrigeres Bildungsniveau 242 haben, finden sich deutlich geringere Entscheidungsspielräume - und damit mehr Stress - als bei den sozial Bessergestellten und besser Ausgebildeten. Unter stärkerem "Arbeitsstress" als andere stehen auch jene Arbeitnehmer/innen, die nur befristet beschäftigt sind 243 . Dass Karaseks Stressmodell ein hoch relevantes Konstrukt darstellt, zeigte sich anhand von Studien, nach denen Menschen mit erhöhtem "Arbeitsstress" einem deutlich erhöhten Risiko unterliegen, an einer Depression zu erkranken 244 , ein 1,2- bis 1,9-faches Risiko tragen, an einer koronaren Herzkrankheit zu erkranken und ein über zweifach erhöhtes Risiko tragen, daran auch zu sterben 245 . Insofern hat Karaseks Modell seinen "Realitätstest" bestanden.

Ergebnisse von Untersuchungen anhand des "Effort-Reward"-Modells nach Siegrist

Mindestens ebenso gut wie Robert Karaseks "Demands-Control"-Modell hat sich das von Johannes Siegrist entwickelte Arbeitsstress-Modell bewährt. Arbeitsstress resultiert hier aus einer Dysbalance zwischen "Verausgabung" ("Effort") durch hohe Verantwortung, Arbeitsintensität, Zeitdruck und widersprüchliche Anforderungen und "Anerkennung" durch finanzielle und nicht materielle Anerkennung, Arbeitsplatzsicherheit, berufliche Entwicklungschancen ("Reward"). Liegt eine ausgeprägte "Effort-Reward"-Imbalance vor, spricht Siegrist von einer "Gratifikationskrise". Arbeitsstress aufgrund einer "Gratifikationskrise" liegt, wie große Untersuchungen zeigen, in Deutschland bei 9,3 % aller Beschäftigten vor 246 .

Ähnlich wie im Falle des Karasek'schen Modells haben, ganz allgemein betrachtet, auch hier Personen mit niederem Sozialstatus 247 , mit geringerem Bildungsniveau und Personen, die in nur befristeter Beschäftigung stehen 248 , die schlechteren Karten. Arbeiter sind in elf Prozent der Fälle, Angestellte und Beamte zu zehn Prozent, Führungspersonal zu acht Prozent und Selbstständige zu vier Prozent von einer "Gratifikationskrise" betroffen 249 . Die Branchen mit der höchsten Arbeitsintensität (ein wesentlicher Faktor für "Verausgabung") sind die Landwirtschaft, das Gastgewerbe, da

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