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Der Funke Die Geschichte eines autistischen Jungen, der es allen gezeigt hat von Barnett, Kristine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.05.2014
  • Verlag: Kailash
eBook (ePUB)
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Der Funke

In jedem Kind verbirgt sich der "Funke".

Kristines Sohn Jacob hat einen höheren IQ als Einstein und verfügt über ein fotografisches Gedächtnis. Und er ist Autist. "Der Funke" erzählt die Geschichte einer Mutter, die gegen den Rat aller Experten darum kämpft, ihrem Sohn ein normales, glückliches Leben zu ermöglichen, indem sie ihn ermutigt, seinem "Funken" zu folgen, sich auf das zu konzentrieren, was er liebt, statt auf das, was ihn hindert. Großartige Möglichkeiten können sich eröffnen, wenn wir lernen, das wahre Potenzial zu erwecken, das in jedem Kind ruht - und in jedem von uns.

Kristine Barnett lebt mit ihrem Mann Michael und ihren Kindern in Indiana. Im Jahr 1996 gründete sie die Acorn Hill Academy, eine Tagesstätte für Kinder. Sie und Michael leiten ein Wohltätigkeitszentrum für autistische und gehandicapte Kinder und deren Familien namens Jacob's Place.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 19.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641093273
    Verlag: Kailash
    Originaltitel: The Spark
    Größe: 4544kBytes
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Der Funke

Ein Zoll oder zehntausend Meilen

November 2001
JAKE IM ALTER VON DREI JAHREN

"Mrs Barnett, ich würde mit Ihnen gerne über die Buchstabenkarten sprechen, die Sie Jake in den Kindergarten mitgeben."

Jake und ich saßen mit seiner Sonderpädagogin, die zu ihrem staatlich vorgeschriebenen monatlichen Besuch vorbeigekommen war, im Wohnzimmer. Er liebte die kunterbunten Buchstabenkarten über alles, so wie andere Kinder ihr abgewetztes Kuscheltier oder ihre alte Schmusedecke lieben. Die Karten werden in dem Supermarkt angeboten, wo ich gewöhnlich einkaufe. Während andere Kinder Cornflakespackungen oder Schokoriegel in den Einkaufswagen ihrer Mutter schmuggelten, kamen in meinem immer nur weitere Packungen von Jakes geliebten Alphabetkarten zum Vorschein.

"Ich gebe ihm diese Karten nicht mit. Jake steckt sie ein, bevor er zur Tür hinausgeht. Ich muss sie ihm aus den Händen reißen, um ihm sein T-Shirt anzuziehen. Er nimmt sie sogar mit ins Bett!"

Jakes Erzieherin rutschte verlegen auf dem Sofa hin und her. "Ich befürchte, ich muss Ihre Erwartungen, was Jacob betrifft, korrigieren, Mrs Barnett. Das hier ist ein Lebenshilfeprogramm, durch das er lernen soll, sich irgendwann einmal selbst anzuziehen." Ihre Stimme war freundlich, aber bestimmt.

"Oh, natürlich. Das weiß ich. An diesen Dingen arbeiten wir zu Hause auch. Aber er liebt diese Karten einfach über alles ..."

"Verzeihen Sie, Mrs Barnett. Was ich sagen will, ist: Wir glauben nicht, dass Sie sich bei Jacob wegen des Alphabets Sorgen machen müssen."

Endlich verstand ich, was mir die Erzieherin meines Sohnes sagen wollte. Sie wollte sichergehen, dass mir die Ziele des Lebenshilfeprogramms klar waren, und mich vor Enttäuschungen bewahren. Sie wollte nicht sagen, dass Buchstabenkarten verfrüht seien. Sie wollte sagen, dass Jake sie überhaupt nie brauchen würde, weil sie glaubten, dass er niemals lesen lernen würde.

Das war einer jener erschütternden Augenblicke, von denen dieses Jahr voll gewesen war. Einige Zeit zuvor war bei Jake Autismus diagnostiziert worden, und seitdem ging es nur noch darum, wann (und ob überhaupt) Jake die üblichen Meilensteine der kindlichen Entwicklung erreichen würde. Fast ein Jahr war es nun her, dass sich vor uns der drohende, graue Schlund des Autismus aufgetan hatte, der Jake mehr und mehr zu verschlingen drohte. Ich hatte hilflos mit ansehen müssen, wie immer mehr von Jakes Fähigkeiten, wie etwa das Sprechen und Lesen, wieder verschwanden. Aber ich würde nicht zulassen, dass jemand das Potenzial meines gerade einmal dreijährigen Sohnes für verloren erklärte, ob er nun autistisch war oder nicht.

Paradoxerweise hatte ich selbst wenig Hoffnung, dass Jake jemals lesen würde, doch ich akzeptierte nicht, dass mir irgendjemand eine Obergrenze für das setzte, was ich von ihm erwarten konnte; schon gar nicht, wenn diese Grenze so niedrig war. An jenem Morgen kam es mir vor, als hätte Jakes Erzieherin die Tür zu seiner Zukunft zugeschlagen.

Es ist beängstigend für Eltern, den Ratschlag von Fachleuten zu ignorieren, doch ich fühlte, dass Jake uns entgleiten würde, wenn er im Sonderkindergarten bliebe. Also folgte ich meinem Instinkt und klammerte mich an die Hoffnung, anstatt aufzugeben. Ich versuchte nicht, seine Erzieher und Therapeuten davon zu überzeugen, ihre Erwartungen oder Methoden zu ändern. Dafür hatte ich weder die Zeit noch die Kraft. Ich wollte auch nicht gegen das System ankämpfen und anderen aufzwingen, was ich für Jake als richtig empfand. Anstatt mit Anwälten, Spezialisten und Rechtsberatern für Jake die Hilfe durchzusetzen, die er brauch

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