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Gramm für Gramm zurück ins Leben Unsere Tochter besiegt die Magersucht von Brown, Harriet (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.04.2013
  • Verlag: Beltz
eBook (ePUB)
17,99 €
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Gramm für Gramm zurück ins Leben

"Dies ist die Geschichte eines ganz normalen Teenagers, der in die Klauen der Magersucht gerät - zufällig, wie das immer passiert - und ihres langsamen, schmerzhaften, unendlich tapferen Weges zurück ins Licht, zu Gesundheit und Hoffnung: Schritt für Schritt, Gramm für Gramm, ein Löffel nach dem anderen." Harriet Brown Millionen Familien sind von Magersucht betroffen, doch oft binden Ärzte den Familien die Hände, wenn es um die Heilung der Kinder geht. Die Autorin und ihr Mann wagen es, das Mädchen - entgegen der gängigen Lehrmeinung - mit Hilfe zweier Ärztinnen zu Hause zu behandeln. Durch die Nähe der Familie erhält der Leser ungewöhnliche Einblicke in das Innenleben der Tochter und wohnt dem Kampf um ihr Leben hautnah bei. Ein bewegendes Buch, das tiefe Einblicke in die Krankheit und wichtige Informationen über Therapiemöglichkeiten gibt und das betroffenen Familien Mut macht.

Harriet Brown schreibt als Journalistin u.a. für das New York Times Magazine, den Wissenschaftsteil der New York Times sowie das Magazin Health. Sie hält Vorträge zum Thema Ess-Störungen und ist Assistant Professor of Magazine Journalism an der S. I. Newhouse School of Public Communications. Sie lebt mit ihrer Familie in Syracuse, New York.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 18.04.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783407223777
    Verlag: Beltz
    Originaltitel: Brave girl eating - The inspirational true story of one family's battle with anorexia
    Größe: 2641 kBytes
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Gramm für Gramm zurück ins Leben

Was jeder wissen sollte

SCHLIEßEN SIE DIE AUGEN. Stellen Sie sich vor, Sie stehen in einer Bäckerei. Nicht einfach in irgendeiner Bäckerei – in der besten Bäckerei von Paris. Die Fenster sind beschlagen, viele Menschen drängen sich vor den langen Vitrinen. Der Raum duftet, und Sie können Ihren Blick nicht abwenden von den Zimtbrötchen, den Croissants und den Petit Fours mit ihrem Zuckerguss. Auf jedem Tisch steht mindestens ein Korb voller knuspriger, ofenwarmer Baguettes. Und Sie sind hungrig. Sie sind sogar völlig ausgehungert. Der Hunger wirbelt wie ein Tornado in Ihrem Bauch. Der Hunger ist ein Tiger, der seine Krallen an Ihren zarten Eingeweiden schärft. Sie stehen vor den Vitrinen und versuchen zu schlucken, aber Ihr Hals ist trocken und Ihr Magen krampft sich zusammen. Nichts würden Sie lieber tun, als ein Éclair zu verzehren, die Creme und den Schokoladenguss auf der Zunge zu spüren. Sie träumen davon, das Ende eines Biskuitröllchens abzubeißen, zu spüren, wie der Teig nachgibt, die kurze molekulare Reibung der Glasur an Ihren Zähnen, die Ihren Mund mit Süße füllt. Die Frau neben Ihnen greift in eine weiße Papiertüte und bricht ein Stück von einem Brötchen ab. Sie sehen die kleine Dampfwolke, die aus dem weichen Inneren aufsteigt, und atmen warmen Hefeduft ein. Die Frau steckt es in den Mund und kaut, und Sie kauen mit. Sie können fast das Brot schmecken, das sie isst. Fast. Aber eigentlich können Sie das nicht, denn wie lange haben Sie den Geschmack von Brot nicht mehr erlebt? Einen Monat? Ein Jahr? Und obwohl Ihr Magen an der Wirbelsäule schabt und Ihre Augen hohl sind, obwohl der Tiger Ihren Bauch zerkratzt, können Sie nicht essen. Sie wollen, Sie müssen essen, aber Ihre Angst ist größer als Ihr Hunger. Denn wenn Sie es tun – wenn Sie einen Löffel voll Magermilchjoghurt herunterwürgen oder fünf Salzstangen oder eine Weintraube –, dann erhebt sich eine Stimme in Ihrem Kopf, ein Flüstern, ein schmeichelnder Seufzer: Du hast es nicht nötig, zu essen, du bist stark, so stark. So ist es recht. Braves Mädchen. Bald schon verwandelt sich das Flüstern in ein Zischen, das Ihren Kopf ausfüllt: Du verdienst es nicht, zu essen. Du bist schwach, wertlos. Du bist widerlich. Du verdienst es nicht, zu leben. Du, du, du. Die Stimme ist ein Trommeln, ein Heulen, ein Messer, das in Ihren Gedärmen wühlt. Sie weiß, was Sie denken. Sie weiß alles, was Sie tun. Je mehr Sie versuchen, sie auszublenden, desto lauter wird sie, bis sie Ihnen ins Ohr schreit: Du bist fett. Du bist ein Schwein. Du ekelst alle Leute an. Niemand liebt dich, und niemand wird dich je lieben. Du verdienst keine Liebe. Du hast gesündigt, und jetzt musst du bestraft werden. Also essen Sie eben nicht, obwohl Sie ständig ans Essen denken. Obwohl Sie den ganzen Tag, wo immer Sie sind – ob Sie über den Hausaufgaben oder mit Freunden zusammensitzen, ob Sie schlafen wollen –, mit einem Teil Ihres Bewusstseins in der Bäckerei stehen, magnetisiert von Hunger und Angst, und die Stimme knurrt und wummert. Sie müssen da stehen bleiben, Ihr Inneres hängt nur noch in Fetzen, gähnend leer, bis auf Ihre Sehnsucht. Für Sie gibt es kein Brot, keinen warmen, buttrigen Kuchen. Es gibt nur die erbarmungslose Stimme in Ihrem Kopf, schrill, unaufhörlich, hinterhältig. Es gibt nur Sie, verlassener als je zuvor. Sie werden kleiner und zerbrechlicher. Sie können nirgendwo anders hin. Die Stimme ist jetzt ein Stück von Ihnen, Ihr Freund und Folterer. Sie können nicht dagegen angehen, und Sie wollen es auch gar nicht. Sie

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