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Mama, was schreist du so laut? Wut in Gelassenheit verwandeln. Erfahrungen mit der GFK bei unwillkürlichem Handeln und Fühlen von Hahn, Britta (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.03.2012
  • Verlag: Junfermann
eBook (PDF)
17,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Mama, was schreist du so laut?

Eltern wünschen sich einen liebe- und respektvollen Umgang mit ihren Kindern ... Und dann passiert es völlig unerwartet und ganz unwillkürlich: Schreien und Schimpfen, weil Kinder und Eltern anders handeln als erwünscht. Die Emotionen kochen hoch, alle guten Vorsätze sind vergessen. Eltern und die Gesellschaft sind empört über die Kinder - die Kinder sind empört über ihre Eltern. Unwillkürliches Handeln und Fühlen begleiten den Menschen; die Vernunft hat da wenig zu melden. Die Autorin veranschaulicht, wie diese Mechanismen in uns zustande kommen. Sie zeigt auf, wie in fünf Schritten in ruhigen Minuten der Konzentration Wut in Gelassenheit verwandelt werden kann. Erst wenn Eltern mit dem Unwillkürlichen kooperieren, statt es zu bekämpfen, kann gleichwertiges Zusammenleben gelingen. Britta Hahn ist Mutter von vier Kindern und beruflich als Ärztin für Allgemeinmedizin und Psychotherapie tätig. Sie begleitet Eltern, die gemeinsam mit ihren Kindern einen wertschätzenden Umgang leben - inmitten der Klippen eines herausfordernden Alltags.

Produktinformationen

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Mama, was schreist du so laut?

2. Fünf Schritte zum inneren verletzten Kind

Wenn wir uns in der Sprache der Gewaltfreien Kommunikation auskennen, wollen wir im Konflikt empathisch mit dem Kind reden. Wir wissen genau, wie wir reagieren wollen. Stattdessen reißen wir das Kind mit festem Griff am Arm und sind über uns entsetzt, wenn wir am Abend einen blauen Fleck am Oberarm des Kindes entdecken.

Wie wir jetzt wissen, entstehen die schnellen unwillkürlichen Reaktionen im Mittelhirn. Wenn wir nicht mit Sprache unser limbisches System zur Vernunft rufen können, es solle aufhören, Gefahren zu erkennen, wo keine mehr sind, wie können wir dann Einfluss gewinnen? Wie können wir das limbische System überzeugen, dass nicht alle Männer mit grünem T-Shirt Vergewaltiger sind, nicht jedes Bild "in der Luft zu hängen", tatsächlich bedeutet, in der Luft zu hängen?

Wie kann Irene eine Situation in ihrem Leben finden, zu der ihre Wut passt, die dazu führt, dass sie ungewollt ihren Nachbarn anschreit? - Irene erinnert sich an die fünf Schritte, die zu einer schwierigen Situation ihres Lebens führen, zu der diese Wut passen könnte.

Was ist jetzt gerade passiert? Was nehmen meine Sinne wahr?

Welches Gefühl wird dadurch bei mir ausgelöst?

Ich konzentriere mich auf eine Körperempfindung, die das Gefühl begleitet.

Ich denke an eine beliebige Geschichte von früher, wo ich noch Kind oder Jugendliche war.

Habe ich Empathie gebraucht, die ich nicht bekam? Ich gebe sie mir jetzt.
2.1 Schritt 1: Beobachtung

Die Beobachtung ist der erste Schritt in der GFK und ist es auch hier. Irene konzentriert sich auf die Situation, die sie mit ihrem Nachbarn im Hausflur des Wohnhauses wahrgenommen hat. Sie hört den Nachbarn sagen: "Die Kinder spielen im Flur."
2.2 Schritt 2: Gefühl

Die Gefühle entsprechen dem zweiten Schritt der GFK. Irene nimmt Wut wahr, die sie als Körperempfindung in ihrem Hals fühlen kann: Es ist möglich, die Stärke von Gefühlen zu messen, indem die Intensität an einem Maß von 0 bis 10 angegeben wird. 0 steht für "kein Gefühl" und bei 10 ist das Gefühl "so stark, dass es kaum ausgehalten wird". - Irene merkt, dass ihre Wut eine Intensität von 10 hat.

Mit ihrem rationalen Denken kommentiert sie, dass es wirklich übertrieben ist, so wütend zu werden. Sie schämt sich für diese Wut, weil sie ihrem Wert entsprechend gern ein freundlicher und gelassen ruhiger Mensch sein möchte. Außerdem hat sie Verständnis dafür, dass sich kinderlose Nachbarn über im Hausflur spielende Kinder ärgern können. Mit der Gewaltfreien Kommunikation vertraut, ist ihr auch klar, dass sie den Nachbarn als ungeduldig beurteilt. Wenn sie sich mit ihrem unerfüllten Bedürfnis verbindet, dann nimmt sie über ihre Enttäuschung wahr, dass ihr das Wohlergehen aller Menschen ein wichtiges Bedürfnis ist. Dieses kann sich nicht erfüllen, wenn sie erlebt, dass Nachbarn wiederholt unter der Geräuschkulisse der Kinder leiden. Wenn sie sich mit ihrem Bedürfnis verbindet und sich bewusst macht, was sie braucht in der Situation, kann sie sich beruhigen, denn ihr ist klar, dass sie nicht Verantwortung übernimmt für die Gefühle der Nachbarn. Sie möchte als Mutter die Verantwortung übernehmen, dass sie die Kinder anleitet, da zu spielen, wo der Lärm für Nachbarn erträglich bleibt. Ihr ist bewusst, dass es leichter ist, mit den Kindern an einen anderen Ort zum Spielen zu gehen, als dass die Nachbarn eine ruhige Wohnung finden, wenn die Kinder im Treppenhaus bleiben.

Sie merkt aber, wenn sie an die Worte des Nachbarn denkt, der schlicht sagt: "Die Kinder spielen im Flur!", wie unwillkürlich dann ihre Wut aufkommt und das, obwohl das Ereignis Tage zurückliegt.

Die Worte aktivieren ein Netzwerk im limbischen Gehirn, welches verbunden ist mit einem früheren Ereignis. Wie in der Gewaltfreien Kommunikation bekannt, sind die Worte nicht die Ursache für Irenes Wut,

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