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Mit C. G. Jung sich selbst verstehen Acht Erkenntnisaufgaben auf unserem Individuationsweg von Schnocks, Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.01.2013
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
21,99 €
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Mit C. G. Jung sich selbst verstehen

Die Analytische Psychologie nach C. G. Jung bietet mit der Individuation einen fundierten und zeitgemäßen Ansatz, sich mit dem auseinanderzusetzen, was die Verwirklichung der eigenen Persönlichkeit auf einem individuellen Lebensweg ausmacht. Das Buch führt in die Grundlagen der Analytischen Psychologie ein und gibt den Leserinnen und Lesern mit acht Erkenntnisaufgaben eine Art Checkliste an die Hand, mit der sie die Dimensionen der eigenen Individuation erforschen und Impulse sinnvoll umsetzen können. Die Ideenwelt C. G. Jungs wird fachlich auf hohem Niveau und gleichzeitig anschaulich, mit vielen Beispielen aus dem Alltag, dargestellt. Dieter Schnocks ist Dipl.-Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis, Dozent und Lehranalytiker. Er ist 1. Vorsitzender des C. G. Jung-Instituts Stuttgart und Koordinator der deutschsprachigen C. G. Jung-Gesellschaften.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 17.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170239753
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Originaltitel: Understanding yourself with C. G. Jung
    Größe: 3615 kBytes
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Mit C. G. Jung sich selbst verstehen

"Individuation bedeutet: Zum Einzelwesen werden, und, sofern wir unter Individualität unsere innerste, letzte und unvergleichbare Einzigartigkeit verstehen, zum eigenen Selbst werden. Man könnte Individuation darum auch mit Verselbstung oder Selbstverwirklichung übersetzen" (GW 7,
266).
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Das Individuationskonzept

1.1 Was bedeutet Individuation?

Die Analytische Psychologie verwendet den Begriff Individuation, um damit eine moderne Form der Selbstverwirklichung zu beschreiben. Man könnte also meinen, Selbstverwirklichung habe heutzutage ausgedient, sie wird durch einen moderneren Begriff ersetzt.

Jung setzt den wissenschaftlichen Begriff Individuation mit der umgangssprachlichen Selbstverwirklichung gleich. Aber gleichzeitig geht Individuation für ihn darüber hinaus.

Sein Konzept ist komplex: Auf der einen Seite versteht Jung unter Individuation ein Selbstwerden, Selbstentwickeln, Selbstentfalten der menschlichen Persönlichkeit im bewussten Aufnehmen möglichst vieler unbewusster und bewusster Anteile, die die Persönlichkeit konstituieren. Demnach wäre Individuation ein psychologisch fassbarer und erforschbarer Mechanismus der Psyche (vgl. Sauer in Müller, 2003, S. 194). Wie das im Einzelnen zu verstehen ist, wird im Verlauf dieses Buches noch deutlich werden.

Auf der anderen Seite handelt es sich laut Jung bei der Individuation auch um geheimnisvolle Vorgänge, die der psychologischen Forschung noch Rätsel aufgeben; um Lebensvorgänge, persönlichkeitsbildende Zentrierungsvorgänge im Unbewussten, die zwar wahrnehmbar sind, sich aber überwiegend symbolisch ausdrücken. Jung ist daher der Ansicht, dass ihnen mit dem rationalen Verstand nicht ganz beizukommen sei. Es ist wohl eher das Erlebnis", so Jung, "welches in die Nähe des Verstehens führt" (GW 12,
564).

Ein Definitionsversuch: Individuation

Der Begriff ist abgeleitet von Individuum, lat. das Ungeteilte, das Einzelwesen. C. G. Jung benutzt den Terminus Individuation, ein zentrales Konzept seiner Tiefenpsychologie, seit 1910. Individuation bezeichnet den Prozess der Selbstverwirklichung, der Entfaltung der Persönlichkeit, den Weg hin zum Einzelwesen. Unterscheiden kann man den normalen und den durch eine analytische Psychotherapie besonders geförderten Individuationsprozess.

Der Begriff Individuation wird von anderen psychologischen Richtungen durchaus abweichend verstanden. Der psychoanalytische Ich-Psychologe Erik H. Erikson beispielsweise definiert Individuation als Identitätsentwicklung aus der Abfolge psychosozialer Krisen des Lebens (vgl. Erikson, 1980).

Die psychoanalytische Konzeption der Freudnachfolgerin Margret Mahler spricht von einer Individuationsphase in der frühen Kindheit, in der Entwicklung in der Dynamik von Nähe und Distanz in der Mutter-Kindbeziehung entsteht (vgl. Mahler, 1972).
1.1.1 "Erkenne dich selbst" und "Werde, der du bist"

Individuation ist also der moderne Begriff für etwas, das seit jeher die Menschen beschäftigt. So findet Jung für sein Individuationskonzept Anregungen bereits in der griechischen Philosophie. Die Aufforderungen der alten Griechen "Erkenne dich selbst" und "Werde, der du bist" lassen sich als zentrale Grundlage einer modernen Vorstellung von Selbstverwirklichung verstehen.

Als humanistisch Gebildeter seiner Zeit war C. G. Jung nicht nur bewandert im Wissen der Antike. Er richtete in seinem ganzen schöpferischen Leben sein Augenmerk auf das alte Wissen der Menschheit, weil er hier einen unermesslichen Erfahrungsschatz an tiefer, allzeit gültiger Weisheit entdecken konnte.

Die Lebensweisheit der Griechen

"Erkenne dich selbst" prangte der Überlieferung zufolge als Mahnung für die Eintretenden über dem Eingang des Orakeltempels von Delphi. Dies ist aus schriftlicher Überlieferung bekannt. Platon beispielswe

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