text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Wenn Essen Angst macht Essstörungen - Fakten, Geschichten und Hilfen von Schuster, Nicole (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.06.2011
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
21,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Wenn Essen Angst macht

Der Umgang mit Nahrungsmitteln kann außer Kontrolle geraten. Für manche Patienten wird Hungern zur Sucht, andere können nicht mehr aufhören zu essen. Bulimiker übergeben sich nach dem Essen, Orthorektiker wollen sich ausschließlich gesund ernähren. Gegliedert ist dieses Fachbuch nach Symptomen, die bei einem gestörten Essverhalten auftreten können. Neben kurzen Erzählungen und Interviews mit Betroffenen bestehen die einzelnen Kapitel aus einer sachlichen Darstellung der Symptomatik, Experteninterviews, Erklärungen für Angehörige sowie Anleitungen zur Überwindung von Essstörungen. Das Buch erlaubt es Außenstehenden, Einblicke in die Gedankenwelt der Patienten zu erhalten. Menschen mit Essstörungen lernen mit den praktischen Tipps unter ''Schritte hinaus aus der Essstörung'', wie sie an ihrer Genesung arbeiten können. Die Apothekerin und Medizinjounalistin Nicole Schuster ist Mitarbeiterin beim Online-Selbsthilfeverein ''Hungrig-Online'' e.V. und engagiert sich im Kampf gegen Essstörungen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 236
    Erscheinungsdatum: 16.06.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170274563
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Originaltitel: Fear of Eating
    Größe: 8621 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Wenn Essen Angst macht

Einleitung - Hunger nach Leben

Essstörungen äußern sich durch ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper. Es gibt verschiedene Formen von Essstörungen, wobei Mischformen häufig sind.

Im Folgenden sollen die drei bekanntesten Essstörungen kurz beschrieben werden:
Steckbrief Magersucht

Gewicht: extremes Untergewicht (BMI unter 17,5)

Essverhalten: restriktiv (Gewichtsverlust durch Nahrungsreduktion und erhöhte sportliche Betätigung) oder purgativ (Gewichtsverlust durch Erbrechen oder den Gebrauch von Abführmitteln und/oder entwässernden Medikamenten)

Weitere Merkmale: Gestörtes Körperschema, hohe Leistungsansprüche, Denken und Handeln drehen sich nur um den Gewichtsverlust

"Anorexia nervosa" bedeutet übersetzt so viel wie "nervlich bedingte Appetitlosigkeit". Es handelt sich dabei um weit mehr als um ein Zeitgeist-Phänomen. Magersucht ist schon aus früheren Jahrhunderten bekannt und wurde bereits im 17. Jahrhundert beschrieben. Als erste prominente Betroffene wird häufig Sisi, die Kaiserin von Österreich, genannt, die in einem Teufelskreis aus Fasten und exzessiver körperlicher Betätigung gesteckt haben soll. Die erste wissenschaftliche Beschreibung der Magersucht wird William Gull zugeschrieben, der 1868 drei Fallberichte der damals als "Anorexia hysterica" bezeichneten Krankheit aufschrieb.

Magersucht ist die vermutlich bekannteste und äußerlich auffälligste Essstörung. Sie tritt am häufigsten bei jungen Mädchen auf (sogar schon im Grundschulalter), wobei die Zahl männlicher Patienten mittlerweile zunimmt. Die Krankheitsdauer kann völlig unterschiedlich sein. Es gibt Betroffene, die schon nach wenigen Monaten wieder geheilt werden können aber auch zahlreiche Fälle, bei denen die Magersucht chronisch wird und weit ins Erwachsenenalter hineinreicht. Bei bis zu 15 % der Betroffenen führt die Magersucht zum Tod.

Patienten mit Magersucht fallen in ihrem Essverhalten dadurch auf, dass sie ungern in Gesellschaft anderer essen, Essen häufig als Ritual zelebrieren und nur sehr langsam essen. Viele Betroffene kochen gerne für andere, essen aber selbst nichts von den zubereiteten Speisen. Sie wählen ihre Lebensmittel streng nach Fett- oder Kaloriengehalt aus und kennen den Kaloriengehalt der meisten Lebensmittel auswendig.
Magersucht und das gestörte Körperschema

Selbstbild:

Den eigenen Körper als "fett" empfinden

Im Spiegel ewig lang angebliche Problemzonen betrachten

Außenwirkung:

Erscheinen als beängstigend dünn

Werden besorgt auf das Untergewicht angesprochen

Gegenmaßnahme:

Weite Kleidung, um den ungeliebten Körper zu verstecken

Körperbetonende Kleidungsstücke verbannen

Keine nackte Haut zeigen und Schwimmbäder, Saunabesuche und Arzttermine meiden
Steckbrief Bulimie

Gewicht: Unter- oder Normal-, selten auch Übergewicht

Essverhalten: Fressanfälle mit anschließenden, rückgängig machenden Methoden

Neben Erbrechen auch Missbrauch von Abführmitteln, Appetitzüglern oder Entwässerungsmitteln

Weitere Merkmale: tiefes Schamgefühl, sehr schlankes Körperideal, nach außen gesund und normal wirkend

Betroffene verzichten im Alltag auf viele geliebte Lebensmittel, die sie bei einem anfallsartigen Kontrollverlust in großen Mengen in sich hineinstopfen. Um nicht zuzunehmen, erbrechen sie sich anschließend.

Monatlich werden nicht selten bis zu 1000 Euro oder noch mehr auf diese Weise die Toilette runtergespült.

Der Begriff "Bulimi

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen