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Wer schön sein will, muss leiden? Wege zu einem positiven Selbstbild von Bauer, Annika (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.01.2015
  • Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
eBook (PDF)
14,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Wer schön sein will, muss leiden?

Wohin man auch sieht - Attraktivität und Schönheit sind allgegenwärtig und aus unserem täglichen Leben kaum mehr wegzudenken. Viele Frauen eifern diesem Ideal nach und nehmen allerhand an Kosten, Schmerz und Leid in Kauf, um ihre Wunschfigur oder ihr Zielgewicht zu erreichen. Die erhoffte Zufriedenheit stellt sich meistens trotzdem nicht ein. Was also sind die Mechanismen, Ursachen und Gründe dafür, dass viele Frauen einen täglichen Kampf gegen den eigenen Körper führen? Ein negatives Körperbild ist häufig mit einem gestörten Essverhalten, überhöhten Leistungsansprüchen an sich und den Körper und einem niedrigem Selbstwertgefühl verbunden. Die Neubearbeitung des Ratgebers will all jene ansprechen, die mit sich und ihrem Körper unzufrieden sind und einen Weg aus dem Teufelskreis aus Diätverhalten, Disziplin, Kontrolle oder sozialer Zurückgezogenheit suchen. Der Ratgeber geht auf Zusammenhänge zwischen Essstörungen und dem negativen Körperbild ein und zeigt Möglichkeiten auf, den eigenen Körper wieder akzeptieren zu lernen. Zahlreiche Übungen, Beispiele und Arbeitsblätter erleichtern die Auseinandersetzung mit eigenen körperbezogenen Ansprüchen und Idealen und tragen so zum Abbau von Ängsten und Befürchtungen im Umgang mit dem eigenen Körper bei.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 05.01.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783840927164
    Verlag: Hogrefe Verlag Göttingen
    Größe: 2429 kBytes
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Wer schön sein will, muss leiden?

1 Was sind Essstörungen? (S. 11-12)

Fallbeispiel: Frau S.
Ich habe so einen dicken Bauch. Auch wenn alle sagen, dass das nicht stimmt und meine Figur loben, bin ich doch extrem unzufrieden damit - insbesondere, wenn ich etwas gegessen habe und sich der Bauch danach wölbt und noch dicker anfühlt als sonst. Am liebsten würde ich gar nichts mehr essen, damit mein Bauch immer flach bleibt. Mit leerem Magen fühle ich mich direkt selbstbewusster und wohler, gehe lieber mit anderen aus und kann die Zeit mit ihnen eher genießen. Dies ist mittlerweile aber nur selten der Fall, denn fast immer, wenn ich etwas esse, fühle ich mich einfach nur furchtbar unwohl und unattraktiv. Am liebsten verkrieche ich mich dann zu Hause und mag keinen Menschen mehr sehen. Verabredungen habe ich deswegen schon oft abgesagt.

Am Beispiel von Frau S. ist zu sehen, dass das eigene Wohlbefinden mit vielen verschiedenen Aspekten zu tun hat. Zum einen führt die Ablehnung des eigenen Körpers dazu, dass sie nicht gerne ausgeht und sich von ihren Freunden zurückzieht. Sie beschreibt, dass ihr Selbstbewusstsein sehr eng an ihr Aussehen geknüpft ist und ihre Stimmung sehr stark von der wahrgenommenen Figur abhängt. Außerdem richtet sie ihr Essverhalten danach aus, wie sie sich fühlt. Empfindet sie ihren Bauch als aufgebläht und dick, versucht sie, nichts zu essen oder mehr Sport zu treiben, um ihren Körper "in Form" zu bringen. Figur und Gewicht nehmen in ihrem Leben einen zentralen Stellenwert ein.

Nicht bei jeder Frau muss das Ausmaß an Körperunzufriedenheit so stark ausgeprägt sein wie bei Frau S. Die Einschränkungen und auch Auswirkungen auf das Essverhalten sind so schwerwiegend, dass man bei Frau S. eine Essstörung vermuten könnte, wenn die übrigen Kriterien (vgl. Seite 13 ff.) erfüllt sind. Hauptsächlich geht es hierbei um die Symptome der beiden bekannten Erkrankungen Magersucht und Bulimie. Im Vordergrund steht bei diesen beiden Störungsbildern der gestörte Umgang mit Essen.

Bei der Magersucht steht das Auslassen von Mahlzeiten bzw. die vollständige Nahrungsverweigerung mit einer Gewichtsabnahme bis hin zu starkem Untergewicht im Vordergrund, bei der Bulimie hingegen leiden die Frauen an immer wieder auftretenden Essanfällen und damit einhergehendem Erbrechen, um nicht an Gewicht zuzunehmen. Neben diesen Hauptmerkmalen gibt es weitere Symptome, die in der Berichterstattung der Medien eher im Hintergrund stehen. Das negative Körperbild gehört zu den seltener erwähnten Aspekten bei Essstörungen. Inwieweit hängt nun eine negative Einstellung zum eigenen Körper mit einer Essstörung zusammen? Zunächst einmal konnte in wissenschaftlichen Untersuchungen nachgewiesen werden, dass Frauen, die an einer Essstörung leiden, zumeist auch eine sehr negative Einstellung zum eigenen Körper aufweisen. Oft beschreiben sich die Frauen als zu dick, obwohl ihr Gewicht im Normbereich oder sogar unterhalb der medizinisch empfohlenen Gewichtsgrenzen liegt. Studien zur Körperwahrnehmung zeigten, dass sich Frauen, die an einer Essstörung leiden, bei der Betrachtung des eigenen Körpers weniger ausführlich und negativer beschrieben als Frauen ohne Essstörung, und zudem kaum positive Eigenschaften des Körpers benennen konnten (Tuschen-Caffier, Vögele, Bracht & Hilbert, 2003). Ebenso überschätzten Frauen mit Essstörungen ihre eigenen Körperdimensionen und empfanden sogar ihre Bewegungen als schwerfälliger (Vocks, Legenbauer, Rüddel & Troje, 2007). Da ein negatives und verzerrtes Körperbild somit bei vielen Frauen mit Essstörungen vorzuliegen scheint, wurde dieses Merkmal in die Richtlinien zur Erkennung und Diagnosestellung für Essstörungen aufgenommen. Nachfolgend werden die beiden Krankheitsbilder etwas ausführlicher beschrieben.

1.2 Was bedeutet es, an einer Magersucht zu leiden?

Frauen, die an einer Magersucht leiden, sind auffallend dünn. Sie versuchen, durch Reduktion oder Vermeidung der Nahrungsaufnahme i

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