text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

So finde ich mein Glück - Märchen zum Gelingen des Lebens von Bauer, Angeline (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2015
  • Verlag: by arp
eBook (ePUB)
5,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

So finde ich mein Glück - Märchen zum Gelingen des Lebens

Einst wurden Märchen zum Beispiel in Spinnstuben oder an Lagerfeuern von Erwachsenen für Erwachsene erzählt. Mehr oder weniger symbolisch verschlüsselt, handeln sie fast immer von allgemeingültigen Problemen, die das Leben in irgendeiner Weise beeinflussen. Sie schenken Trost und sind weise. Wer sich auf Märchen einlässt und tiefer blickt, findet in ihnen Antworten auf Lebensfragen, Konfliktlösungen und Kraft zum Gelingen des Lebens. Durch die intensive Beschäftigung mit Märchen, deren Deutung und Entschlüsselung der enthaltenen Botschaften, ist es möglich, sich schrittweise den eigenen Problemen und ihrer Bewältigung zu nähern. In 'So finde ich mein Glück - Märchen zum Gelingen des Lebens' setzt sich Angeline Bauer am Beispiel traditioneller Märchen mit Wünschen, Ängsten und Hoffnungen rund um das Thema Glück auseinander. Die Helden der Märchen, die hier tiefenpsychologisch gedeutet werden, nehmen den Leser an der Hand, erleben und erleiden für ihn und mit ihm allerhand Geschicke. Ein interessantes und lehrreiches Buch, das Erwachsenen und Kindern Hilfestellung gibt, ein glücklicheres und zufriedeneres Leben zu führen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 105
    Erscheinungsdatum: 28.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783946280071
    Verlag: by arp
    Größe: 229kBytes
Weiterlesen weniger lesen

So finde ich mein Glück - Märchen zum Gelingen des Lebens

Ein unbeachtetes Glück ist kein Glück! - Davon handelt auch das folgende chinesische Märchen. Es zeigt uns, was uns passieren kann, wenn wir nur ausgerichtet sind auf unser Unglück.

Das Glückskind und das Unglückskind

Es war einmal ein Fürst, der eine Tochter hatte, und diese Tochter war ein Unglückskind. Als es an der Zeit war, dass sie sich vermählen sollte, ließ sie alle Freier vor das Schloss kommen. Sie wollte einen roten Seidenball unter sie werfen, und derjenige, der ihn fing, sollte ihr Gatte werden. Fürsten und Grafen und allerhand hohe Herren waren da, nur einer unter ihnen war ein Bettelmann. Als die Prinzessin sah, dass dem Bettler Drachen zu den Ohren hineinkrochen und zur Nase wieder herauskamen, wusste sie, dass er ein Glückskind ist. Da warf sie ihm den Ball zu, und der Bettler fing ihn auf.

Als der Vater sie zornig fragte, warum sie das getan habe, antwortete sie: "Weil er ein Glückskind ist. Wenn ich ihn heirate, bekomme ich vielleicht ein wenig von seinem Glück ab" Der Vater aber war nicht einverstanden und wollte sie bewegen, ihre Wahl zurückzunehmen, doch die Prinzessin blieb dabei, und da jagte der Vater sie erbost aus dem Schloss.

Von da an wohnte die Prinzessin mit dem Bettler in seiner kargen Hütte, musste von Kräutern und Wurzeln leben, und manchmal gab es auch gar nichts zu essen. Eines Tages aber sprach der Bettler zu ihr: "Ich will in die Welt hinaus und mein Glück suchen, und wenn ich's gefunden habe, werde ich zurückkommen und dich holen.

Die Prinzessin lebte in ihrem Elend nun ganz allein, denn der Vater blieb unversöhnlich, und hätte die Mutter ihr nicht hin und wieder heimlich etwas zugesteckt, so wäre sie wohl gar verhungert.

Der Bettler jedoch fand schließlich sein Glück und wurde sogar Kaiser. So kam er zurück, aber seine Frau erkannte ihn nicht, sah nur, dass er der Kaiser war.

"Wie geht es dir?", fragte er.

"Warum interessiert Euch das?", antwortete sie. "Ich bin doch nur eine arme Bettlersfrau und viel zu gering für Euch."

"Und wo ist dein Mann?"

"Er verließ mich vor achtzehn Jahren, um sein Glück zu suchen und ist immer noch nicht zurückgekehrt."

"Und du? Was tust du über all die Zeit?"

"Auf ihn warten", sagte die Frau mit niedergeschlagenen Augen.

"Warum nimmst du dir denn keinen Anderen, da er so lange fortbleibt?"

"Nein, das tu ich nicht, ich bin seine Frau für alle Zeit." Da gab sich der Kaiser endlich zu erkennen, ließ sie in Gold und Seide kleiden und nahm sie mit auf sein Schloss. Dort lebten sie nun in Überfluss und Freuden. Die Frau war aber doch ein Unglückskind. Als achtzehn Tage vergangen waren, wurde sie plötzlich krank und starb - der Mann aber lebte noch viele Jahre.

Chinesisches Märchen

Die Prinzessin steht ganz unter dem Bann ihrer negativen Selbsteinschätzung. So sehr ist sie überzeugt davon, ein Unglückskind zu sein, dass eine innere Stimme sie dazu treibt, unter all den anwesenden Freiern ausgerechnet den auszuwählen, an dessen Seite ihr Leben eine einzige Qual sein wird. Damit macht sie - und zwar selbst gegen die Widerstände ihres mächtigen Vaters - ihr angenommenes Schicksal wahr.

Die Tatsache, dass sie dabei nicht "kopflos" handelt, sondern mit einiger Überlegung, denn sie erkennt ja, dass der Bettler ein Glückskind ist, macht die Sache nur noch tragischer. Irgendein anderer der anwesenden Freier hätte ihr bestimmt ein Leben in Geborgenheit und Wohlstand ermöglichen können, dann wäre sie zwar nicht Kaiserin geworden, hätte aber auch nicht achtzehn Jahre in Einsamkeit und Elend verbringen müssen. Aber nein, sie vermeidet das Glück und sorgt zielsicher dafür, im Unglück zu bleiben - achtzehn lange Jahre, bis das Schicksal sich wendet und wir schon aufatmen wollen: Jetzt endlich bekommt sie es, ihr lang ersehntes Glück! Doch da stirbt sie, nach nur achtzehn Tagen, also einem Bruchteil der Zeit, die sie hatte warten und leiden müssen.

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen