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Von Trennung, Tod und Trauer - Märchen zum Gelingen des Lebens von Bauer, Angeline (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2015
  • Verlag: by arp
eBook (ePUB)
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Von Trennung, Tod und Trauer - Märchen zum Gelingen des Lebens

Märchen sind keineswegs nur für Kinder gedacht und weit mehr als spannende Geschichten. Märchen schenken Trost. Märchen sind weise. Wer sich einlässt und tiefer blickt findet in den traditionellen Märchen aus aller Welt Antworten auf Lebensfragen, Konfliktlösungen und Kraft zum Gelingen des Lebens. In 'Von Trennung, Tod und Trauer' geht es um Abschiednehmen, loslassen, und das Verarbeiten von Trennungsschmerz. Die Helden der Märchen, die Angeline Bauer im vorliegenden E-Book tiefenpsychologisch deutet, nehmen den Leser an der Hand, erleben und erleiden für ihn und mit ihm allerhand Geschicke und führen ihn hin zu einem erlösenden Ende. An einem Punkt des Lebens, an dem man sich ganz und gar verloren glaubt, gibt das Buch Kraft und Hoffnung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 28.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783946280026
    Verlag: by arp
    Größe: 202kBytes
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Von Trennung, Tod und Trauer - Märchen zum Gelingen des Lebens

Auch das Märchen, das ich als nächstes vorstellen und besprechen möchte, beschäftigt sich auf der abstrakten Ebene mit dem Tod. Es ist ebenfalls ein Märchen, das durch die Gebr üder Grimm aufgezeichnet wurde.

Die drei Schlangenblätter

Es war einmal ein armer Mann, der konnte seinen einzigen Sohn nicht mehr ernähren. Da sprach der Sohn: "Lieber Vater, es geht Euch so kümmerlich, ich falle Euch zur Last, lieber will ich selbst fortgehen und sehen, wie ich mein Brot verdiene." Da gab ihm der Vater seinen Segen und nahm mit großer Trauer von ihm Abschied. Zu dieser Zeit führte der König eines mächtigen Reiches Krieg; der Jüngling nahm Dienste bei ihm und zog mit ins Feld. Und als er vor den Feind kam, so ward eine Schlacht geliefert, und es war große Gefahr und regnete blaue Bohnen, dass seine Kameraden von allen Seiten niederfielen. Und als auch der Anführer nicht blieb, so wollten die Übrigen die Flucht ergreifen, aber der Jüngling trat heraus, sprach ihnen Mut zu und rief: "Wir wollen unser Vaterland nicht zugrunde gehen lassen." Da folgten ihm die anderen, und er drang ein und schlug den Feind. Der König, als er hörte, dass er ihm allein den Sieg zu danken habe, erhob ihn über alle andern, gab ihm große Schätze und machte ihn zum Ersten in seinem Reich. Der König hatte eine Tochter, die war sehr schön, aber sie war auch sehr wunderlich. Sie hatte das Gelübde getan, keinen zum Herrn und Gemahl zu nehmen, der nicht verspräche, wenn sie zuerst stürbe, sich lebendig mit ihr begraben zu lassen. "Hat er mich von Herzen lieb", sagte sie, "wozu dient ihm dann noch das Leben?" Dagegen wollte sie ein gleiches tun und wenn er zuerst stürbe, mit ihm in das Grab steigen. Dieses seltsame Gelübde hatte bis jetzt alle Freier abgeschreckt, aber der Jüngling wurde von ihrer Schönheit so eingenommen, dass er auf nichts achtete, sondern bei ihrem Vater um sie anhielt.

"Weißt du auch", sprach der König, "was du versprechen musst?" - "Ich muss mit ihr ins Grab gehen", antwortete er, "wenn ich sie überlebe, aber meine Liebe ist so groß, dass ich der Gefahr nicht achte." Da willigte der König ein, und die Hochzeit ward mit großer Pracht gefeiert.

Nun lebten sie eine Zeit lang glücklich und vergnügt miteinander; da geschah es, dass die junge Königin in eine schwere Krankheit fiel und kein Arzt ihr helfen konnte. Und als sie tot dalag, da erinnerte sich der junge König, was er hatte versprechen müssen, und es grauste ihm davor, sich lebendig in das Grab zu legen, aber es war kein Ausweg: der König hatte alle Tore mit Wachen besetzen lassen, und es war nicht möglich, dem Schicksal zu entgehen.

Als der Tag kam, wo die Leiche in das königliche Gewölbe beigesetzt wurde, da ward er mit hinab geführt und dann das Tor verriegelt und verschlossen. Neben dem Sarg stand ein Tisch, darauf vier Lichter, vier Laibe Brot und vier Flaschen Wein. Sobald dieser Vorrat zu Ende ging, musste er verschmachten. Nun saß er da voll Schmerz und Trauer, aß jeden Tag nur ein Bisslein Brot, trank nur einen Schluck Wein und sah doch, wie der Tod immer näher rückte. Indem er so vor sich hinstarrte, sah er aus der Ecke des Gewölbes eine Schlange hervorkriechen, die sich der Leiche näherte. Und weil er dachte, sie käme, um daran zu nagen, zog er sein Schwert und sprach: "Solange ich lebe, sollst du sie nicht anrühren", und hieb sie in drei Stücke.

Über ein Weilchen kroch eine zweite Schlange aus der Ecke hervor; als sie aber die andere tot und zerstückelt liegen sah, ging sie zurück, kam bald wieder und hatte drei grüne Blätter im Munde. Dann nahm sie die drei Stücke von der Schlange, legte sie wie sie zusammengehörten und tat auf jede Wunde eins von den Blättern. Alsbald fügte sich das Getrennte aneinander, die Schlange regte sich und ward wieder lebendig, und beide eilten miteinander fort. Die Blätter blieben aber auf der Erde liegen, und dem Unglücklichen, der alles mit angesehen

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