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Die Frau, die in kein Schema passt Christa von Viebahn - Die Gründerin der Aidlinger Schwesternschaft von Führer, Heidemarie (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.12.2014
  • Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
eBook (ePUB)
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Die Frau, die in kein Schema passt

Aufregung in Stettin! Mit 34 Jahren verlässt die Generalstochter Christa von Viebahn ihr Elternhaus, um mit einer Freundin nach Stuttgart zu ziehen. Völlig selbstständig organisiert sie dort eine seelsorgerliche und missionarische Arbeit unter Frauen und Mädchen. 1927, im Alter von 56 Jahren, gründet sie das Diakonissenmutterhaus in Aidlingen, obwohl sie finanziell am Rande des Bankrotts steht. Doch ihr Glaube wird belohnt. Inklusive 16-seitigem Bildteil. Stand: 2. Auflage 2014

Heidemarie Führer, Jg.1943, Diakonisse der Aidlinger Schwesternschaft, Krankenschwester und Musik- und Religionspädagogin, jetzt im Ruhestand aktiv für die Bibellese 'Zeit mit Gott'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 15.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783775172332
    Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
    Größe: 8366 kBytes
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Die Frau, die in kein Schema passt

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KAPITEL 2

Hannover 1878 -1883

Bald hieß es Koffer, Kisten und Kasten packen, ins Hotel ziehen, die Wohnung leer räumen. Georg von Viebahn war zum Major ernannt und nach Hannover versetzt worden. Dort musste die Familie wieder Zimmer in einem Hotel mieten, bis eine entsprechende Wohnung gefunden und eingerichtet war.

Nach Christas fünftem Geburtstag setzte ein langer, harter Winter ein. Die Schwestern vergnügten sich mit dem Schlitten, einem Weihnachtsgeschenk von Tante Mis (Marie Ankersmit), im Schnee: Elisabeth und Maria auf dem Sitz, Christa, mutig, ganz vorne als Lenkerin des Gefährts. Wie oft die Kinder dabei umkippten, im Graben landeten oder anderweitig die Orientierung verloren, ist nicht überliefert.
Hängelampe, Hühnerhof und Halsweh

Zum ersten Weihnachtsfest in Hannover bekamen die Schwestern einen Spielzeugschrank F9 und eine Hängelampe in ihr Zimmer. Außerdem hatte der Vater von einigen Soldaten eine Puppenstube aus Holz bauen lassen. Die Eltern tapezierten sie schön, Gardinen und Teppiche fehlten nicht. Großmama Viebahn spendierte die kleinen Möbel dazu.

Sonntags nahmen sich die Eltern viel Zeit für die Kinder. Es wurde gespielt, gebastelt und gesungen, man erzählte biblische Geschichten oder ging spazieren. Auf den Sonntag freuten sich die Kinder sehr, denn werktags hatten sie viele Pflichten zu erfüllen und Aufgaben pünktlich zu erledigen. Für die Tierfreunde in der Familie ließ der Vater im Laufe des Winters einen Hühnerhof anlegen, aus dem die Kinder später viele Eier einsammeln konnten.

Großmama von Viebahn war inzwischen von Oppeln zu ihrem Sohn Rudolf F10 nach Hildesheim gezogen. Eine willkommene, interessante Abwechslung war für Christa und Elisabeth die Eisenbahnfahrt mit den Eltern dorthin.

Bald stellten sich Kinderkrankheiten als ungebetene Gäste ein: Masern, Keuchhusten, Scharlach, auch die gefürchtete Diphterie befiel die Kinder.

Als Christa mit einer schweren Halsentzündung kämpfte, waren Arzt und Eltern sehr besorgt um sie. Während der ganzen Nacht wurde ihr entzündeter Rachen immer wieder mit einer Tinktur eingepinselt, was Christa sehr zum Lachen reizte. Sie musste Eisbrocken lutschen, inhalieren und Medizin in unaufhörlicher Reihenfolge schlucken . Diese Prozedur, die sie heldenhaft ertrug, vertrieb tatsächlich die Krankheit.

In Hannover feierte Christa ihren sechsten Geburtstag. Die Eltern schenkten ihrer Tochter ein eigenes Schränkchen. Ihre Mutter packte Christas kleine Besitztümer selbst hinein und zeigte ihr, wie sie alles in Ordnung halten konnte.
Reisefreuden und erste Verluste

Aus dem Jahr 1879 sind einige Tagebucheinträge von Christine von Viebahn erhalten, die ihren Aufenthalt mit den Töchtern Christa und Elisabeth (Lisa) in Amsterdam anschaulich beschreiben:

Juny 7. 1879 - Heute früh mit Christa und Elisabeth nach Amsterdam gereist. Wir fahren bis Osnabrück, wo wir dreißig Minuten Aufenthalt hatten. Weil das Wetter so herrlich ist, gehen wir auf dem Bahnsteig auf und ab. Bald kommt ein kleiner Extrazug an mit einem Königlichen Salon-Wagen, und es steigt die junge Witwe aus, die Prinzessin Heinrich der Niederlande F11 . Sie geht mit ihrer Hofdame auf und ab. Sie sieht noch ebenso einfach und mädchenhaft aus wie vor fünf Jahren, wie ich auf der Insel Sylt ihr vorgestellt wurde. Sie besteigt unseren Zug, und zwar ist ihr ein 1. Classe Coupé neben unsrem Coupé reserviert worden. Der Anblick der saftigen holländischen Wiesen mit dem schönsten Vieh bevölkert, unter blauem Himmel und bei hellem Sonnenschein, macht den Kindern unendlich viel Freude und auch mir. Abends glücklich angekommen, nachdem die Kinder schon lange vorher und bei jedem Anhalten des Zuges die Ankunft mit Ungeduld herbeigesehnt haben, fahren wir nach dem Elternhause und werden freudig von

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