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Im Fadenkreuz der Macht Das außergewöhnliche Leben der Margarethe Ottillinger von Schödl, Ingeborg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.11.2015
  • Verlag: Czernin Verlag
eBook (ePUB)
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Im Fadenkreuz der Macht

Das Portrait einer der bemerkenswertesten Frauengestalten der österreichischen Wirtschaftsgeschichte. Margarethe Ottillinger überstand sieben Jahre Haft im sowjetischen GULAG. Nach ihrer Rückkehr formte sie als erste Frau im Vorstand die ÖMV zum österreichischen Paradeunternehmen. 5. November 1948: Aus dem Auto heraus verhaften Sowjetposten die Sektionsleiterin Margarethe Ottillinger auf der Ennsbrücke. Während ihr Chef, Minister Peter Krauland, die Erlaubnis zur Weiterfahrt nützt, wird Ottilinger in das bürgerliche Zentralgefängnis nach Baden bei Wien gebracht. Obwohl ihr kein Vergehen nachzuweisen ist, wird sie zu 25 Jahren Strafarbeitslager verurteilt. Ein Leidensweg durch den sowjetischen GULAG beginnt. Für wen musste Ottillinger den Kopf hinhalten? Von wem wurde sie denunziert? Juni 1955: Nach Abschluss des Staatsvertrages und siebenjähriger Haft kehrte Margarethe Ottillinger schwer krank in ihre Heimat zurück. In ihrer einfühlsamen Biographie zeichnet Ingeborg Schödl die Geschichte dieser bemerkenswerten Frau nach, die auch fünfzehn Jahre nach ihrem Tod noch immer polarisiert. Sie beschreibt das 'außergwöhnliche Leben' und den Aufstieg einer machtbewussten Frau in den Männerdomänen von Politik, Wirtschaft, und Kirche Ingeborg Schödl wurde 1934 in Wien geboren. Sie arbeitet als freie Publizistin und war Redakteurin bei der Wiener Kirchenzeitung, von 1977 -1999 Mitglied der ORF - Hörer- und Sehervertretung und ab 1990 Vorsitzende des Programmausschusses. Sie erhielt zahlreiche Auszeichungen, u. a. den Leopold Kunschak - Presseförderungspreis 1993.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 20.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783707605686
    Verlag: Czernin Verlag
    Größe: 5682 kBytes
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Im Fadenkreuz der Macht

Und am Ende zählt doch nur der Mensch!

Das Jahr 2015 steht im Zeichen der Erinnerung an bedeutende Ereignisse in der Geschichte Österreichs. Die Republik gedenkt des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren und der Unterzeichnung des Staatsvertrags vor 60 Jahren; zwei Ereignisse, die die österreichische Seele prägten und identitätsstiftend wirkten - vor allem für die damals heranwachsende und erwachsene (Kriegs-)Generation. Für die heutige Jugend sind es lediglich zwei weitere von vielen Daten im Geschichtsunterricht, denn zu weit liegt diese Zeit zurück! Die Ereignisse müssen daher in Erinnerung gebracht werden, um sie dem Vergessen zu entreißen.

Das Erinnern stellt einen wesentlichen Beitrag zur Gedächtniskultur unseres Landes dar. Dies gilt auch für das vorliegende Buch, das ein wertvolles Zeugnis des Widerstandes gegen das Vergessen leistet, indem Ingeborg Schödl dem Zeitraum und somit der Bedeutung dieser Zeitspanne von 1945 bis 1955 ein menschliches Antlitz gibt: das der Margarethe Ottillinger. Es handelt sich um jene Frau, deren steile und unaufhaltsame Karriere im Staatsdienst der Zweiten Republik nach 1945 begann, Ende der vierziger Jahre jedoch ein abruptes Ende fand - bis sie schließlich nach dem Abschluss des Staatsvertrages fortgesetzt werden konnte.

1992 starb Margarethe Ottillinger, 2004 erschien dieses Buch in der ersten Auflage. Viel ist geschehen während des Zeitraumes zwischen der ersten und zweiten Auflage. Grund genug, Rück- und Zusammenschau zu halten, wie sehr Margarethe Ottillinger noch Teil der österreichischen Erinnerungs- und Gedächtniskultur dieses Landes ist und ob Margarethe Ottillinger auch im Jahr 2015 - in dem sie 96 Jahre alt geworden wäre - aufgrund ihrer beruflichen Karriere als außerordentliche Frau gelten kann.

In seinem Vorwort zur ersten Auflage kritisierte der leider auch viel zu früh - genau 63 Jahre nach Margarethe Ottillingers Verhaftung am 5. November 1948 - verstorbene Paul Schulmeister, dass zwölf Jahre nach Ottillingers Tod die Denunzianten namentlich nicht bekannt waren, ein Befund, der auch für das Jahr 2015 gilt. Faktum ist, dass der Fall Ottillinger wohl die spektakulärste Entführung in der Geschichte der Zweiten Republik darstellt und nach wie vor offene Fragen etwa hinsichtlich der Gründe ihrer Verschleppung, der Beziehung zu ihrem Vorgesetzten Minister Peter Krauland oder nach der Rolle Wiens in der internationalen Spionage einer endgültigen Aufklärung harren.

Schulmeister bedauert auch, dass der Name nur mehr wenigen etwas zu sagen scheint. Ein Blick in das World Wide Web kann Schulmeisters Aussage mittlerweile nicht ganz bestätigen; wenn man googelt, erscheint zunächst ein Wikipedia-Eintrag sowie Hinweise zu Namensnennungen in diversen Büchern im Zusammenhang mit Spionage, der Republiksgründung oder dem Marshallplan sowie Links zu Online-Zeitungsberichten. Aus diesen erfährt man, dass im Jahr 2013 der Verhaftung von Margarethe Ottillinger gedacht wurde, die sich damals zum 65. Mal jährte. Zu diesem Anlass wurde der Platz vor der Wotruba-Kirche Ottillingerplatz benannt. Und diestandard.at reihte Ottillinger im Jahr 2014 unter die Großen Töchter Österreichs. Der Name Ottillinger scheint doch noch einigen etwas zu sagen.

Ottillinger wurde im Jahr 1919 geboren, als die Frauen Österreichs nach langem Kampf das aktive und passive Wahlrecht erhielten, nachdem sie "Kriegsdienstleistungen" an der Heimatfront, im Hinterland getätigt hatten. Die Erste Republik erhielt eine Verfassung, worin die österreichischen Frauen vor dem Gesetz den Männern gleichgestellt wurden. Frauen wird nun der Zugang zu öffentlichen Ämtern gewährt, ohne zölibatär leben zu müssen , und es war ihnen erlaubt, jedes Studium frei zu wählen. Alle diese Errungenschaften für Frauen, die nach dem Ersten Weltkrieg realisiert wurden, kamen der jungen Margarethe zugute./

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