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Mit Hand und Herz Mein Leben für Afrika von Händler, Raphaela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.05.2016
  • Verlag: Herbig
eBook (ePUB)
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Mit Hand und Herz

Tatkraft aus Gottvertrauen: Fasziniert vom Leben Albert Schweitzers kennt Raphaela Händler nur ein Ziel - Ärztin in Afrika zu werden. Im Vertrauen auf Gottes Führung tritt sie nach dem Medizinstudium in den Orden der Missions-Benediktinerinnen ein. Mit diesem radikalen Schritt lässt sie ihr altes Leben hinter sich. 1969 wird sie nach Tansania gesandt. Als Frauenärztin holt Schwester Raphaela Tausende Kinder auf die Welt, geht als Pionierin zu Buschdoktoren und traditionellen Dorfhebammen. Die Krankheit AIDS stellt sie vor neue Herausforderungen, weit über die Medizin hinaus. Klug und heiter erzählt die tatkräftige Nonne von hoffnungsvollen Erfolgen, aber auch von schmerzlichen Phasen der Einsamkeit und Ablehnung. Ihr Weg inspiriert, eigene Träume zu verfolgen und dem Leben zu vertrauen. Raphaela Händler ist die bekannteste Nonne Deutschlands: Ihre Fangemeinde reicht von Thomas Gottschalk bis George Clooney Bruni Prasske, geboren 1960, studierte Interkulturelle Pädagogik, arbeitete als Sozialarbeiterin mit Asylbewerbern, lernte exotische Sprachen und reiste durch die ganze Welt. Daraus entstand unter anderem der Reisebericht Mögen deine Hände niemals schmerzen. Die Autorin lebt an der Elbe.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 18.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783776681932
    Verlag: Herbig
    Größe: 80499 kBytes
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Mit Hand und Herz

Vom Danken und Staunen

Als ich die Tür öffne, weht das Moskitonetz über meinem Bett im sanften Luftzug, der durchs Fenster strömt. Es ist ein heißer Tag, wie alle Tage im Süden Tansanias. Ich atme tief ein. Afrika! Der Geruch dieses Kontinents, die Geräusche, die Landschaften und das Licht sind mir vertrauter geworden als manche Erinnerung an meine westfälische Heimat. Ich liebe den afrikanischen Himmel und den warmen Indischen Ozean an der Ostküste, wie auch den eisigen Atlantik an Namibias Westküste, wo ich viele Jahre gelebt habe.

Ich schaue aus dem Fenster und genieße die Aussicht, die über Jahre hinweg allmorgendlich das Erste war, was ich sah. Neben den Mangobäumen steht Theklas Hütte. Dort hat die erste benediktinische Ärztin, Schwester Dr. Thekla Stinnesbeck, ab 1927 ihre Patienten empfangen, vor allem Inder, die damals noch in großer Anzahl hier lebten und Vertrauen in die deutsche Ärztin setzten. Von weither kamen die Patienten den beschwerlichen Weg nach Ndanda angereist. Sr. Thekla war eine Visionärin und Pionierin und in vieler Hinsicht ein Vorbild für mich. Wenn Zweifel, Kummer und Einsamkeit mich heimsuchten, habe ich an sie und an andere starke und weise Ordensfrauen gedacht und mir gesagt: Wenn diese Frauen es geschafft haben, dann schaffe ich es auch. Es war nicht immer einfach, aber schließlich habe auch ich – in meinem Hospital in Afrika – unzählige Patienten behandeln und Leben retten dürfen. In der Nähe von Theklas Hütte, einem offenen Pavillon, wiegt sich mein geliebter Bambus im Wind. Das sanfte Schwingen des mächtigen Gewächses, begleitet von changierenden Grüntönen, wird mir fehlen, genauso wie der blühende Jacarandabaum im Hof. Im Garten reihen sich Beete mit farbenfrohen Blumen aneinander, aus denen die Schwestern blühende Sträuße für die Kapelle und unseren Speiseraum – das Refektorium – binden. Zum Namenstag findet jede Schwester ein Sträußchen an ihrem Platz. Ich schaue hinauf auf das Makonde-Plateau. Etwas entfernt schlängelt sich ein roter Lehmweg durch die satte Landschaft des Südens. Wenn es ausreichend regnet, haben die Menschen genug zum Essen, so wie in diesem Jahr.

Viele Straßenkilometer in dieser Region sind noch nicht asphaltiert und machen das Reisen beschwerlich. Am Ndanda-Bach haben Mönche vor Jahrzehnten ein kleines Wasserkraftwerk gebaut, das ausreichend Strom für unser Krankenhaus und einige Klostergebäude liefert. Weiter oben, in den Bergen, gibt es eine Quelle mit einem See, wo das sauberste Wasser des südlichen Afrikas sprudelt. Dorthin fahre ich gern, um zu schwimmen, oder an den Indischen Ozean bei Mtwara, wo ich meine wenigen Ferientage am liebsten verbringe. Im kristallklaren Wasser zeigen sich dort bei Ebbe wunderbare Korallenriffe, bunte Pflanzen und Fische und laden zum Schnorcheln ein. Dabei habe ich mir schon manchen Sonnenbrand eingefangen.

In den kleinen Dörfern, die zu Ndanda zählen, wird Landwirtschaft betrieben. Etwa 25 000 Menschen leben hier durch den Anbau von Mais, Reis, Casava und den wenigen Fruchtsorten, die auf diesen Böden gedeihen. Die Hitze Afrikas hat mir oft schwer zugesetzt, und auch nach über vier Jahrzehnten auf diesem Kontinent fehlen mir manchmal die vier Jahreszeiten, wie wir sie aus Europa kennen.

In einem Interview für eine Filmproduktion habe ich kürzlich gesagt: "Ich lebe hier, weil es hier Aufgaben für mich gibt, die ich tagtäglich vor Augen habe. Und nach dem Willen Gottes ist es gut, dort zu sein, wo Hilfe gebraucht wird. Und das ist für mich seit vielen Jahren Afrika." Das klingt wenig romantisch, aber meine Zuneigung zu Afrika und seinen Menschen ist vielfältig, un

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