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1 Esdras von Böhler, Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.03.2015
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
62,99 €
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1 Esdras

1 Esdras ist eine alternative Fassung zum Buch Esra-Nehemia in der Septuaginta. In den meisten Ostkirchen genießt es kanonischen Status, in der Vulgata und der King-James-Bibel wurde es in die Apokryphen aufgenommen. Dieser Kommentar ist seit Jahrzehnten der erste in deutscher Sprache, und überhaupt der erste, der den kritischen Text der Göttinger Septuaginta-Ausgabe zugrundelegt. 1 Esdr wird hier nicht mehr als Fragment des Chronistischen Geschichtswerks noch als bloße Kompilation verstanden, sondern als kohärente Erzählung. Deren Auslegung als Literaturwerk und die Rekonstruktion der Textentstehung berücksichtigen die historischen Hintergründe der erzählten (Perser-)Zeit sowie der (hasmonäischen) Abfassungszeit. Gegenwärtig findet 1 Esdr in der Wissenschaft wieder erhöhte Aufmerksamkeit. Das Verhältnis von 1 Esdr zu Esr-Neh gilt als Paradebeispiel für literarhistorische Entwicklungen in Israel.

Prof. Dr. Dieter Böhler SJ lehrt Exegese des Alten Testaments an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen, Frankfurt.

Produktinformationen

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1 Esdras

1Esdras. Einleitung

Textüberlieferung

Griechischer Text

1Esdr ist ursprünglich in hebräischer und aramäischer Sprache verfasst, aber nach 100 n. Chr. nur noch von den Christen, und das heißt in griechischer Übersetzung, überliefert worden. Der griechische Text von 1Esdr findet sich in den großen Unzialen Codex Vaticanus (4. Jh., Rom), Alexandrinus (5. Jh., London) und Venetus (8. Jh., Rom). Im Sinaiticus ist 1Esdr nicht überliefert (auch 2Esdr nur ab 9,9), muss aber enthalten gewesen sein, da 2Esdr als "Esdras B" bezeichnet wird, woraus folgt, dass "Esdras A" einst vorausging. Die Unzialen bezeugen "einen alten, von rezensionellen Überarbeitungen verhältnismäßig noch wenig berührten Text" ( Hanhart , Textgeschichte, 18). Origenes hat 1Esdr nicht bearbeitet. Die Minuskeln überliefern den Text in drei Rezensionen: der "lukianischen", die den Text immer wieder an MT anzugleichen sucht, und den beiden Rezensionen "a" und "b", die vor allem stilistische Glättungen vornehmen. Diese beiden Rezensionen sind auch im Esterbuch bekannt. Einige Minuskeln bezeugen einen Mischtext ( Hanhart , Textgeschichte, 18.28-32).

Lateinischer und syrischer Text

Die lateinische Textüberlieferung liegt in zwei Übersetzungen vor: die ältere "Versio Vulgata" (Vg), die Hieronymus nicht angetastet hat, wird seit Cyprian zitiert gefunden ( Hanhart , 15). Sie enthält immer wieder "lukianische" Lesarten. Die andere, im Codex Colbertinus (9. Jh., Paris, Sabatier, 1751, 1041-1067) enthaltene Version LaC ist ein treuer Zeuge der "lukianischen" Rezension ( Hanhart , 32; ders ., Textgeschichte, 19). Die syrische Übersetzung ist "Lukian" verwandt, die äthiopische bezeugt den B-Text. Außerdem gibt es eine armenische Version.

Josephus, Kirchenväter

Unter den indirekten Zeugen ist Josephus, der in Ant. XI, 1-158 eine Paraphrase von 1Esdr 2-9 bietet (den Chronikstoff von 1Esdr 1 bringt er nicht, da er die Königszeit ohnehin an anderer Stelle referiert), sehr bedeutend, da er einen vorrezensionellen Text hatte ( Hanhart , Textgeschichte, 18). Die griechischen und lateinischen Kirchenväter bieten immer wieder Zitate und Anspielungen auf 1Esdr - meist die Pagenerzählung ( Denter , Stellung, 1-13.53-67), aber doch so knapp, dass auf Textformen nicht zurückgeschlossen werden kann ( Hanhart , Textgeschichte, 19). Im Mittelalter wurde die Pagenerzählung (1Esdr 3-4) als Serubbabelgeschichte aus Josephus in den hebräischen Josippon aufgenommen und so auch bei den Juden wieder populär.

Qumran

In Qumran ist mit 4Q117 (= Esr 4,2-6.9-11 und 5,17-6,5) aus der Mitte des 1. Jhs. v. Chr. die Buchfassung Esr-Neh auf jeden Fall belegt. De Troyer , Once More, 421, vermutet hinter den aramäischen Fragmenten 4Q550, die Milik noch für den lange vermissten Esterbeleg in Qumran halten wollte, die aber schon Crawford "4QTales of the Persian Court" nannte, Belege für das hebräisch-aramäische Buch 1Esdr. Die in den Fragmenten auftauchenden Eigennnamen legen die Identifikation mit 1Esdr nicht nahe, aber es ist ja nicht gesagt, dass alle Fragmente dasselbe Buch belegen. Die Fragmente sind ediert bei Puech und Beyer . Nach Beyer , Texte, 149, besteht 4Q550 aus Fragmenten von mindestens zwei, höchstens vier Hss (2. Hälfte 1. Jh. v. Chr.) und enthält eine legendäre Hofgeschichte, deren "Abfassung um 200 v.Chr. in der östlichen Diaspora" erfolgte.

Entstehungszeit

Der terminus ante quem der Übersetzung von 1Esdr ist Flavius Josephus. Vieles deutet jedoch auf eine wesentlich frühere Übersetzung. Enge Berührungen bestehen vor allem mit DanLXX, aber auch Est und 1-2Makk. All das weist ins 2. Jh. v. Chr. Indizien für ptolemäischen Sprachgebrauch ( Talshir , Origin, 254, 258) könnt

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