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Benedikts Vermächtnis und Franziskus`Auftrag Entweltlichung. Eine Streitschrift von Cordes, Paul J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.07.2013
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Benedikts Vermächtnis und Franziskus`Auftrag

Entweltlichung: Was bedeutet dieser geheimnisvolle Begriff wirklich? Was heißt das für die riesigen, aber vielfach morschen katholischen Institutionen in Deutschland? Kann und darf die Kirche noch mit dem Mittel des Arbeitsrechts in den Privatbereich von so vielen Menschen hineinregieren? Ist eine machtvolle Kirche noch die Kirche Jesu Christi und seines Stellvertreters Franziskus auf Erden und wie arm darf eine arme Kirche werden, damit sie noch eine Kirche für die Armen sein kann? Im Zentrum des Denkens dieser beiden Päpste steht der Begriff Entweltlichung. Er ist Benedikts Vermächtnis und Franziskus' Auftrag. Kardinal Paul Josef Cordes erläutert Entweltlichung als spirituelles Programm für jeden einzelnen, gibt diesem Wort seine historische und unverzichtbare theologische Tiefe und Manfred Lütz enthüllt seine aktuelle Brisanz.

Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Theologe, Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln. Bekannt wurde er als Vortragsredner und als Gast in Funk und Fernsehen, vor allem aber als Autor zahlreicher Bestseller, darunter 'Gott - Eine kleine Geschichte des Größten', für den er den internationalen Corine-Literaturpreis erhielt, 'Irre - Wir behandeln die Falschen. Unser Problem sind die Normalen', zuletzt 'Wie Sie unvermeidlich glücklich werden' und mit dem Auschwitzüberlebenden Jehuda Bacon: 'Solange wir leben, müssen wir uns entscheiden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 31.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451800719
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 3551 kBytes
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Benedikts Vermächtnis und Franziskus`Auftrag

I. Entweltlichung - Im Anfang war das Wort

1. Dissonanzen im Konzerthaus - Ein Papst provoziert

Wohl selten hat die Rede eines römischen Bischofs in Deutschland solche Wellen geschlagen wie diejenige Papst Benedikts XVI. bei seinem Besuch im Konzerthaus in Freiburg am 25. September 2011. (Der Text, der in gewisser Weise das Vermächtnis dieses Papstes an seine Landsleute ist, findet sich im Anhang dieses Buches.) Die zentrale Aussage, die der Papst dann noch näher ausführte, lautete: "Um ihre Sendung zu verwirklichen, wird sie (die Kirche) auch immer wieder Distanz zu ihrer Umgebung nehmen müssen, sich gewissermaßen ,entweltlichen'." Was das heißt und was das nicht heißt, darum soll es in diesem Buch gehen.

Diese Rede stand im Zentrum einer Begegnung mit "engagierten Katholiken aus Kirche und Gesellschaft" im Freiburger Konzerthaus. Sie bildete nicht nur den Abschluss der kraftvollen Verkündigung während der Tage in seinem Vaterland. Sie richtete sich nach den Gottesdiensten in verschiedenen Städten und den Begegnungen mit ihren unterschiedlichen Gruppen und lokalen Aspekten an alle Glaubenden des Landes - unabhängig von der jeweiligen örtlichen, staatlichen, kirchlichen, sozialen und hierarchischen Verantwortung. Keiner im Auditorium konnte denken, er sei nicht gemeint. "Kirche sind wir alle", formulierte der Papst unmissverständlich. So wollte er denn auch mit seinen Worten nicht bloß kirchliche Organisationen und Institutionen ansprechen, worauf manche die Freiburger Rede zu reduzieren versuchten. Benedikt ist ein zu erfahrener Hirte, als dass er unbeachtet ließe: Die fällige Veränderung kann den einzelnen Christen nicht überspringen; sie muss vielmehr von ihm ausgehen. Darum begann er auch mit der Erzählung einer kleinen Episode. Er berichtete, die selige Mutter Teresa sei gefragt worden, was sich ihrer Meinung nach als Erstes in der Kirche ändern müsse. Ihre Antwort sei gewesen: "Sie und ich!" So spricht Benedikt XVI. von dem Weg, auf dem "sich die Weltoffenheit des einzelnen Christen wirksam und angemessen vollziehen kann".

Den päpstlichen Aufruf zur Entweltlichung nimmt also nicht zuletzt derjenige ernst, der seinen Anspruch an jeden einzelnen Christen heraushört. Mehr noch: Der Papst sieht seine Rede als ein Element der umfassenden Grundabsicht für seine Reise "in mein Deutschland", wie er auf seinem Hinflug über die Alpen formulierte, nämlich "die Botschaft Christi in mein Land zu tragen". Seine Rede richtet sich gegen die Versuchung der Kirche, dass sie "zufrieden wird mit sich selbst, sich in dieser Welt einrichtet und sich den Maßstäben der Welt angleicht". Auch wenn solche "Verweltlichung" in kirchlichen Institutionen unübersehbar ist, beginnt sie nicht mit diesen Einrichtungen. Wenn der Glaube neue Kraft gewinnen soll, hat zunächst der Einzelne bei sich selbst anzufangen. Jesus selbst ist das ewig gültige Beispiel dafür: Der einzelne Heilige sammelt "Hör-Willige" um sich, die sich dann heiligen und sich senden lassen. So geschieht Erneuerung.

Bei genauerem Blick auf die Rede des Papstes springt sofort ins Auge, wie sehr sie von der Heiligen Schrift inspiriert ist. Benedikt sieht die Kirche aus zwei Blickwinkeln, dem der Öffnung auf die Welt und dem der Öffnung auf Gott hin:

"Und deshalb muss sie (die Kirche) sich immer neu den Sorgen der Welt öffnen, zu der sie ja selbst gehört, sich ihnen ausliefern ..." Die wahre Entweltlichung "heißt natürlich nicht, sich aus der Welt zurückzuziehen, sondern das Gegenteil".

"In der geschichtlichen Ausformung der Kirche zeigt s

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