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Dem Glauben Weite geben von Newell, John (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.08.2016
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Dem Glauben Weite geben

John Philip Newell lädt zu einem spirituellen Neuanfang ein. Sein Buch ist ein Plädoyer für einen Glauben, der vom Einklang mit der Schöpfung und dem Miteinander der Weisheitstraditionen geprägt ist. Inspiration findet er beim Pilgern auf Iona, beim Meditieren im indischen Ashram oder beim Austausch mit einem Rabbi. Eine Einladung, in der Natur und im Miteinander neu auf den Herzschlag des Göttlichen zu hören. John Philip Newell, geb. 1953, ist einer der international renommiertesten spirituellen Autoren der Gegenwart. Inspiriert vom keltischen Christentum, stellt der frühere Leiter der schottischen Iona-Kommunität die Heiligkeit der Schöpfung und all ihrer Geschöpfe ins Zentrum. Als Mitbegründer der Praying for Peace-Initiative engagiert er sich für das friedliche Miteinander von Juden, Muslimen und Christen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 16.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451810107
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 4091 kBytes
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Dem Glauben Weite geben

Zur Einführung

Dieses Buch hier schreibe ich auf der Insel Iona. Oder richtiger: Ich stelle mir lebhaft vor, dass ich hier beim Schreiben auf Iona bin. Der Legende nach war diese kleine Insel in den Hebriden im 6. Jahrhundert die Geburtsstätte des Christentums für Schottland. Sie war der Ort eines Neuanfangs für eine ganze neue Nation und darüber hinaus auch noch für viele Menschen im weiteren Umkreis. Seit damals ist sie bis heute eine Pilgerstätte, zu der alljährlich aus allen vier Himmelsrichtungen der Welt Zehntausende von Menschen kommen, die nach einer geistlichen Neugeburt suchen. Sie sind voller Sehnsucht, hier Heilung für sich selbst und ihre Familien zu finden. Sie kommen, um nach Wegweisern in eine bessere Zukunft zu suchen: für sich selbst, ihre Heimatländer und die eine große Heimat, zu der wir alle gehören, nämlich die Erde.

So ist Iona ein recht passender Ort, über einen Neuanfang, ja eine Neugeburt zu schreiben. Diese Insel ist schon Zeugin der geistlichen Geburtswehen vieler Menschen vor uns geworden, und wenn wir zu ihr kommen, wird sie auch wieder zur Zeugin der unsrigen werden. Mit dem vorliegenden Buch "Dem Glauben Weite geben. Das Herz der Spiritualität neu finden" lade ich alle meine Leserinnen und Leser dazu ein, sich gemeinsam mit mir lebhaft vorzustellen, wie eine Neugeburt für jeden von uns persönlich und auch für uns alle gemeinsam aussehen könnte. Genauer gesagt lade ich diejenigen von uns, die der Gemeinschaft der Christen angehören - sei es im Rahmen der klar umschriebenen Regeln und Glaubensvorstellungen einer bestimmten offiziellen Gemeinschaft oder eher als kirchliche Randsiedler, die althergebrachte Traditionen und Glaubensüberzeugungen infrage stellen -, dazu ein, dass wir alle miteinander eine Christenheit ins Auge fassen, die eine Neugeburt erlebt, dadurch wieder ein großer Segen für die Welt sein könnte und es fertig brächte, dass sich alle Menschen auf dieser Erde wieder wohlfühlen.

Die christliche Mystikerin Juliana von Norwich sagte im 14. Jahrhundert ganz einfach, aber recht radikal, wir seien nicht nur von Gott gemacht, sondern aus Gott gemacht. 1 Das heißt, wir sind nicht bloß von Gott außerhalb seiner selbst geschaffen, sondern direkt aus dem Schoß des Göttlichen heraus geboren. Aus diesem Grund sprach Juliana von Gott nicht nur als Vater, sondern auch recht gern als Mutter. Sie ging nämlich davon aus, dass wir aus der Substanz dessen hervorgekommen seien, der die Quelle aller Dinge ist. Wenn man sagt, dass wir nicht einfach nur von Gott gemacht sind, sondern aus Gott, so bedeutet das unter anderem: Gottes Weisheit ist tief in uns angelegt, tiefer als der Unverstand, mit dem wir vieles tun. Oder anders gesagt: Gottes Kreativität steckt tief in uns; sie greift tiefer als alle Sterilität in unserem Leben oder in unseren Beziehungen, tiefer als alle Endpunkte in unseren Familien oder unserer Welt. In uns ist also - als reines Gottesgeschenk - die Fähigkeit angelegt, vieles hervorzubringen, was es noch nie gegeben, ja sogar, was sich noch nie jemand vorgestellt hat. Vor allem, aber so sagt Juliana, ist im Kern unseres Wesens die sehnsüchtige Liebe nach Gott angelegt. 2 Wir und alle Dinge sind ja aus dem Einen hervorgekommen, und folglich regen sich tief in uns die heiligen, natürlichen Sehnsüchte nach dem Einswerden und Einssein. Sogar wenn wir womöglich in einem tragischen Exil fern dieser Sehnsüchte leben oder schon eine ganze Lebenszeit ohne das Wissen darum verbracht haben, wie wir sie wirklich erfüllen können, sind sie trotzdem im Herzen unseres Wesens immer noch da und warten darauf, neu geboren zu werden.

Jesus spricht im Johannesevangelium von der Notwendigkeit, "von Neuem geboren zu werden" (Joh 3,7). Dieser Ausdruck, der üblicherweise mit "wiedergeboren" übersetzt wird, wurde vom religiösen Fundamentalismus vereinnahmt. Man wollte mit dieser Formulierung den Eindruck erwecke

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